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Rohstoffmärkte vor weiterer Korrektur?


06.07.09 09:26
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Aktien und Rohstoffmärkte haben sich derzeit in eine gefährliche Situation gebracht, die charttechnisch eine mögliche weitere Korrektur hervorrufen kann, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Obwohl die Experten sehr bullisch für den Rohstoffsektor und Aktienmarkt seien, könnten sie sich natürlich als Händler nicht der Tatsache verschließen, dass der amerikanische Standard & Poor's 500 Index momentan in einer großen Seitwärtsbewegung verharre und dem Aufwärtstrend der vorhergehenden Monate offenbar die Kraft ausgegangen sei. Des Weiteren würden Leitrohstoffe wie der Rohölpreis in New York, aktuell eine gefährliche Topbildung zeigen, die über mehrere Wochen ausgebildet worden sei und zudem an ein Doppeltop oder auch eine 1-2-3 Formation erinnere.

Einen regelrechten Ausverkauf hätten in dieser Woche die Daten zum amerikanischen Arbeitsmarkt ausgelöst. Nachdem die amerikanische Wirtschaft im Winter noch in einem Monat über 700.000 Stellen verloren habe, sei dieser Wert bis zuletzt auf fast "nur" noch ein Minus von 300.000 Stellen zurückgegangen. Der letzte Bericht für Juni habe jedoch einen erneuten Anstieg auf über 400.000 Verluste gezeigt und dadurch zeitweilig Panik unter den Händlern ausgelöst. Auch die Experten seien hiervon überrascht gewesen und hätten eher damit gerechnet, dass sich ein Wert im Bereich von Minus 200.000 einstellen könnte. Zudem sei die Arbeitslosenquote auf 9,5 Prozent angestiegen, doch dies sei im Vorfeld bereits in etwa erwartet worden. Damit entspreche diese Kennzahl dem höchsten Wert seit 1983.

Der Bericht habe ebenfalls gezeigt, dass die Wochenarbeitszeit auf ein historisches Tief von 33 Stunden gefallen sei. Obwohl relativ wenige Medien diesen Wert beachten würden und sich die meisten auf die Arbeitslosenquote und Zahl an verlorenen Stellen stürzen würden, könne man hieraus sehr gut ablesen, wann es wieder auf dem Arbeitsmarkt nach oben gehen könnte. Normalerweise würden die Besitzer der Firmen die Arbeiter erst einmal länger arbeiten lassen und erst dann neue Arbeitskräfte einstellen. Da die Arbeitszeit nun sehr niedrig sei, würden die Experten hier noch keine Anzeichen einer kurzfristigen Trendwende am Arbeitsmarkt sehen.

Die schlechter als erwartet ausgefallenen Daten hätten auch die Rohstoffe mit nach unten gezogen, die in den letzten Wochen vorwiegend aufgrund der Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft im Einklang mit dem Aktienmarkt hätten anziehen können. Die Experten vom "Rohstoff-Trader" sind nicht der Meinung, dass die Rally wirklich beendet ist, jedoch sollte man sich mittlerweile auf Sicht von wenigen Wochen stärker short positionieren um die Märkte zu handeln.

Bei einigen Rohstoffen könne es durchaus noch zu Korrekturen kommen und auch der Aktienmarkt könnte eine starke Korrektur erleben, wenn er aus seiner Handelsspanne nach unten herausfallen würde. Hier würden sicherlich einige computergestützte Systeme auf Verkäufe warten, da der Markt dann auf ein Mehrwochentief fallen würde. Bei Rohöl würden die Experten ebenfalls eine ähnliche Konstellation sehen. (06.07.2009/ac/a/m)