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Rubel-Krise: Wo geht die Reise hin?
19.12.14 16:21
Danske Invest
Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Momentan ist die Situation in Russland sehr turbulent, so die Experten von Danske Invest.
Am 27. November habe die OPEC beschlossen, die Rohölförderung nicht zu reduzieren. Dies habe den Rubel erheblich unter Abwärtsdruck gesetzt. Sollte der Rubel weiterhin sehr stark fallen, würde dies weiteren enormen Druck auf das russische Bankensystem ausüben. Besonders dann, wenn die russische Bevölkerung zunehmend ihr Geld von den Banken abziehe.
Der schwache Rubel erkläre sich außerdem durch im Dezember fällige Unternehmensschuldenrückzahlungen in Höhe von 20 Mrd. USD. Die Russische Zentralbank (CBR) habe sich am 11. Dezember mit einer Zinserhöhung von einem Prozentpunkt gegen die weitere Abwertung des Rubels zu stemmen versucht. Dies habe sich jedoch als zu wenig erwiesen, und die Landeswährung habe weiter an Boden verloren. Fünf Tage später sei auch eine drastische Zinserhöhung von 6,5 Prozentpunkten auf 17 Prozent gescheitert. Der Rubel habe seine Talfahrt unmittelbar weiter fortgesetzt. Einen Tag später, am 17. Dezember, habe er sich jedoch stabilisieren können.
Es sei schwer zu sagen, warum die Zinserhöhung von 6,5 Prozentpunkten zunächst keine Auswirkung gezeigt habe. Eine Erklärung könnte sein, dass die CBR die Zinserhöhung nicht mit weiteren Maßnahmen gekoppelt habe, wie beispielsweise durch eine Zusage am Devisenmarkt mit einem Teil der russischen Dollar-Reserven in Höhe von 400 Mrd. USD zu intervenieren. Ferner hätte die CBR auch die Liquidität reduzieren können. Nun scheinen viele Marktteilnehmer davon überzeugt zu sein, dass der Abwärtstrend des Rubels übertrieben war und die Talsohle bereits erreicht wurde, so die Experten von Danske Invest.
Weitere Gründe für die Erholung des Rubels seien die zusätzlich von der CBR am 17. Dezember ergriffen Maßnahmen (inklusive einer größeren Devisenverfügbarkeit), damit der Rohölpreis etwas von seinem verlorenen Boden wiedergutmache, aber auch, dass das Finanzministerium am Devisenmarkt tätig werde.
Theoretisch würden höhere Zinsen ein niedrigeres Wachstum des Bruttoinlandproduktes, eine stärkere Währung sowie eine niedrigere Inflation bedeuten; und ein starker Rubel mache die russische Exportindustrie weniger wettbewerbsfähig. Da der Rubel bereits über das gesamte Jahr an Wert verloren habe, sei die Exportindustrie viel wettbewerbsfähiger als zu Beginn des Jahres - selbst dann, wenn sich der Rubel von nun an weiterhin erholen sollte.
Für die Binnenwirtschaft seien die höheren Zinsen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwiespältig zu sehen. Einerseits würden sie das Wachstum schwächen. Andererseits falle die Wahl leicht, wenn die Alternativen Währungsverfall, Bank-Run und Finanzkrise bedeuten würden. Daher würden die Experten die von der CBR ergriffenen Maßnahmen als ein positives Signal sehen und hoffen, dass sie zu mehr Stabilität verhelfen würden und zugleich ein erster Schritt in Richtung Normalität sein könnte. Eine stabilere russische Wirtschaft sei auch für Europa und den Rest der Welt von Vorteil, wenngleich die Bedeutung Russlands auf einer rein wirtschaftlichen Basis nicht überbewertet werden sollte.
Dem Aktienmarkt wäre eine Stabilisierung der Lage natürlich sehr willkommen, schließlich möge kein Anleger Unsicherheit. Eines sollte jedoch beachtet werden: In Zeiten hoher Volatilität, wo stabile Unternehmen trotz eines guten Managements zu Unrecht bestraft würden, würden sich zugleich auch Chancen eröffnen, um gute Investitionen zu tätigen.
Letztendlich würden die Experten seitens der CBR und den Behörden Entschlossenheit sehen. Diese lasse wiederum Investoren Hoffnung schöpfen, dass Russland ernsthaft bemüht sei, die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. Die Märkte müssten davon überzeugt werden, dass die CBR und die Regierung zu ihren Worten und Taten stünden, wenn es um die Aufrechterhaltung der Finanzstabilität und des Rubels gehe.
In diesem Zusammenhang würde ein von Russland unternommener Versuch die Ukraine-Krise zu lösen enorm helfen. Russland müsse seine Wirtschaft und Institutionen reformieren, um sich an den Börsen ohne Abschläge behaupten zu können. In den Jahren vor der Krise habe es positive Anzeichen für Reformen gegeben, die nun ins Stocken geraten seien. (19.12.2014/fc/a/m)
Am 27. November habe die OPEC beschlossen, die Rohölförderung nicht zu reduzieren. Dies habe den Rubel erheblich unter Abwärtsdruck gesetzt. Sollte der Rubel weiterhin sehr stark fallen, würde dies weiteren enormen Druck auf das russische Bankensystem ausüben. Besonders dann, wenn die russische Bevölkerung zunehmend ihr Geld von den Banken abziehe.
Der schwache Rubel erkläre sich außerdem durch im Dezember fällige Unternehmensschuldenrückzahlungen in Höhe von 20 Mrd. USD. Die Russische Zentralbank (CBR) habe sich am 11. Dezember mit einer Zinserhöhung von einem Prozentpunkt gegen die weitere Abwertung des Rubels zu stemmen versucht. Dies habe sich jedoch als zu wenig erwiesen, und die Landeswährung habe weiter an Boden verloren. Fünf Tage später sei auch eine drastische Zinserhöhung von 6,5 Prozentpunkten auf 17 Prozent gescheitert. Der Rubel habe seine Talfahrt unmittelbar weiter fortgesetzt. Einen Tag später, am 17. Dezember, habe er sich jedoch stabilisieren können.
Es sei schwer zu sagen, warum die Zinserhöhung von 6,5 Prozentpunkten zunächst keine Auswirkung gezeigt habe. Eine Erklärung könnte sein, dass die CBR die Zinserhöhung nicht mit weiteren Maßnahmen gekoppelt habe, wie beispielsweise durch eine Zusage am Devisenmarkt mit einem Teil der russischen Dollar-Reserven in Höhe von 400 Mrd. USD zu intervenieren. Ferner hätte die CBR auch die Liquidität reduzieren können. Nun scheinen viele Marktteilnehmer davon überzeugt zu sein, dass der Abwärtstrend des Rubels übertrieben war und die Talsohle bereits erreicht wurde, so die Experten von Danske Invest.
Theoretisch würden höhere Zinsen ein niedrigeres Wachstum des Bruttoinlandproduktes, eine stärkere Währung sowie eine niedrigere Inflation bedeuten; und ein starker Rubel mache die russische Exportindustrie weniger wettbewerbsfähig. Da der Rubel bereits über das gesamte Jahr an Wert verloren habe, sei die Exportindustrie viel wettbewerbsfähiger als zu Beginn des Jahres - selbst dann, wenn sich der Rubel von nun an weiterhin erholen sollte.
Für die Binnenwirtschaft seien die höheren Zinsen zum gegenwärtigen Zeitpunkt zwiespältig zu sehen. Einerseits würden sie das Wachstum schwächen. Andererseits falle die Wahl leicht, wenn die Alternativen Währungsverfall, Bank-Run und Finanzkrise bedeuten würden. Daher würden die Experten die von der CBR ergriffenen Maßnahmen als ein positives Signal sehen und hoffen, dass sie zu mehr Stabilität verhelfen würden und zugleich ein erster Schritt in Richtung Normalität sein könnte. Eine stabilere russische Wirtschaft sei auch für Europa und den Rest der Welt von Vorteil, wenngleich die Bedeutung Russlands auf einer rein wirtschaftlichen Basis nicht überbewertet werden sollte.
Dem Aktienmarkt wäre eine Stabilisierung der Lage natürlich sehr willkommen, schließlich möge kein Anleger Unsicherheit. Eines sollte jedoch beachtet werden: In Zeiten hoher Volatilität, wo stabile Unternehmen trotz eines guten Managements zu Unrecht bestraft würden, würden sich zugleich auch Chancen eröffnen, um gute Investitionen zu tätigen.
Letztendlich würden die Experten seitens der CBR und den Behörden Entschlossenheit sehen. Diese lasse wiederum Investoren Hoffnung schöpfen, dass Russland ernsthaft bemüht sei, die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. Die Märkte müssten davon überzeugt werden, dass die CBR und die Regierung zu ihren Worten und Taten stünden, wenn es um die Aufrechterhaltung der Finanzstabilität und des Rubels gehe.
In diesem Zusammenhang würde ein von Russland unternommener Versuch die Ukraine-Krise zu lösen enorm helfen. Russland müsse seine Wirtschaft und Institutionen reformieren, um sich an den Börsen ohne Abschläge behaupten zu können. In den Jahren vor der Krise habe es positive Anzeichen für Reformen gegeben, die nun ins Stocken geraten seien. (19.12.2014/fc/a/m)


