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Rückenwind für globale Aktien lässt nach
31.05.16 10:12
Danske Invest
Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Der Frühling ist auf verschiedene Art und Weise eingekehrt, auch an den Finanzmärkten: Die dunklen Tage im Januar mit Ängsten vor einem chinesischen Kollaps, einer Rezession in den USA und einer europäischen Bankenkrise scheinen der Vergangenheit anzugehören, so Bo Bejstrup Christensen, Chefanalyst von Danske Invest.
Längst habe sich wieder Optimismus breitgemacht. Die Gründe seien klar: Das Wachstum in China und den USA sei gestiegen, die US-amerikanische Zentralbank habe deutlich gemacht, dass sie es mit einer Zinsanhebung nicht eilig habe, und die EZB habe ihre Geldpolitik erneut kräftig gelockert. Die Ergebnisse seien genauso klar: Die Aktienkurse und die Rohstoffpreise seien gestiegen, die Zinsen seien gefallen und insbesondere die am schwersten gebeutelten Schwellenländer hätten sich erholt.
Doch leider geht Christensen nicht davon aus, dass dieser Trend anhält. Im Gegenteil: Er erwarte, dass der Rückenwind in den kommenden Monaten nachlasse und die Unsicherheit zunehme. Deshalb habe er sich nun dazu entschlossen, den Aktienanteil in Mischfonds von übergewichtet auf neutral zu reduzieren. Dieses Mal stoße er hauptsächlich Aktien aus Schwellenländern ab - und hier erkläre er, warum.
Das Wachstum in den USA sei gestiegen, was unter anderem durch ein verbessertes Geschäftsklima zum Ausdruck komme. Den Schätzungen der Experten zufolge betrage das Wachstum aktuell 1,5 bis 2 Prozent und werde auf 2,5 Prozent steigen, da unter anderem die negativen Auswirkungen des zuvor starken US-Dollars nachlassen würden. Gleichzeitig erhole sich der Immobilienmarkt weiterhin. Und selbst wenn das Bankensystem mit den Verlusten bei Krediten im Öl- und Gasbereich kämpfe, würden die Banken nach wie vor in erster Linie die Haushalte mit der Vergabe von Verbraucher- und Immobiliendarlehen stützen. Daher rechne man damit, dass monatlich etwa 150.000 Jobs geschaffen würden, die Arbeitslosigkeit zurückgehe und die Löhne zugunsten des Privatkonsums steigen würden.
Mittlerweile sei deutlich geworden, dass das Wachstum in der Eurozone im Sommer 2015 seinen Höhepunkt erreicht habe und seither moderat gesunken sei. Das überrasche nicht, da die Region nicht länger von fallenden Ölpreisen und einer schwachen Währung gestützt werde. Aber dennoch sei das Wachstum weiterhin sehr stabil und liege etwas über dem langfristigen Potenzial, da die Banken nach wie vor die Kreditvergabe lockern und damit Konsum und Investitionen fördern würden. Und da die EZB unverändert ihren festen Willen demonstriere, die Kreditvergabe der Banken zu stimulieren und die sehr lockere Geldpolitik in Form niedriger Zinsen und eines Anleihekaufprogramms fortzuführen, sollte das Wachstum erwartungsgemäß weiterhin 1,5 bis 2 Prozent betragen.
Neu sei jedoch - leider -, dass die Experten mit einem niedrigeren Wachstum in China rechnen würden. Der Immobilienverkauf sei innerhalb von nur vier Monaten um 35 Prozent gestiegen, und die Steigerungsrate der Immobilienpreise auf Landesebene habe sich auf Jahresbasis auf über 10 Prozent beschleunigt - in einigen Städten sogar auf fast 50 Prozent. Die treibende Kraft dahinter sei die Senkung der Anzahlungsanforderungen bei einem Immobilienkredit von 30 Prozent auf 20 Prozent für Erstkäufer innerhalb von nur drei Monaten. Das könne von Natur aus nur mittelfristig Wirkung zeigen: Wenn man einige Käufer dazu bewege, schon jetzt zu kaufen, ziehe man lediglich die Nachfrage von morgen auf heute vor. In Kombination mit dem zielgerichteten Versuch, die Aktivität in den am stärksten überhitzten Segmenten herunterzufahren, erwarte man nun, dass die Immobilienverkäufe gegen Jahresende zurückgehen würden. Das sollte den Rückenwind abschwächen, den der Wohnungsbau erfahren habe.
Und auch wenn die Regierung die Wirtschaft weiterhin durch Infrastrukturinvestitionen stimulieren werde, könne sie diese Maßnahmen nicht bis in alle Ewigkeit ausbauen. Somit gehe man davon aus, dass die jüngsten Lockerungsmaßnahmen, die über neue, intransparente Kanäle finanziert worden seien, das gesamte Staatsdefizit auf über 10 Prozent des BIP erhöht hätten. Die staatliche Gesamtverschuldung sei auf über 20 Prozent gestiegen - und das sei ganz einfach nicht dauerhaft haltbar. Deshalb gehe man nun davon aus, dass das Wachstum in China zurückgehen werde.
Aber trotz dieser aktuellen Bedenken sei eines nach wie vor klar: China steuere nicht auf einen Kollaps zu, da die Regierung das Bankensystem voll unter Kontrolle habe.
Die komplette Geschichte laute also folgendermaßen: Globale Aktien hätten seit ihren heftigen Kurseinbrüchen zu Jahresbeginn Rückenwind von einem zunehmenden US-amerikanischen und chinesischen Wachstum, steigenden Rohstoffpreisen und nachlassenden Sorgen über eine straffere US-amerikanische Geldpolitik erhalten.
Blicke man in die Zukunft, sehe man nun Gegenwind aus China in Form eines niedrigeren Wachstums, während die Konjunkturentwicklung in den USA stark genug sein werde, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken. Somit müsse die US-Zentralbank die Ärmel hochkrempeln und die Zinsen im weiteren Jahresverlauf erhöhen. Daher würden die Experten weniger positive Treiber für riskante Vermögenswerte sehen, weshalb sie jetzt eine neutrale Aktiengewichtung bevorzugen würden. Das bedeute grob gesagt, dass der Aktienanteil in ihren Mischfonds nur noch so groß eri, wie er erwartungsgemäß auch langfristig sein werde.
Die oben beschriebene Mischung aus unterschiedlichen Faktoren sollte nach Erachten der Experten leichten Gegenwind für Aktien aus den Schwellenländern erzeugen. Und in Europa hätten politische Risiken - unter anderem das EU-Referendum in Großbritannien - das Risiko-Rendite-Verhältnis verschlechtert. Um eine neutrale Gewichtung zu erreichen, hätten die Experten daher ihr Engagement in Aktien zurückgefahren. (31.05.2016/fc/a/m)
Längst habe sich wieder Optimismus breitgemacht. Die Gründe seien klar: Das Wachstum in China und den USA sei gestiegen, die US-amerikanische Zentralbank habe deutlich gemacht, dass sie es mit einer Zinsanhebung nicht eilig habe, und die EZB habe ihre Geldpolitik erneut kräftig gelockert. Die Ergebnisse seien genauso klar: Die Aktienkurse und die Rohstoffpreise seien gestiegen, die Zinsen seien gefallen und insbesondere die am schwersten gebeutelten Schwellenländer hätten sich erholt.
Doch leider geht Christensen nicht davon aus, dass dieser Trend anhält. Im Gegenteil: Er erwarte, dass der Rückenwind in den kommenden Monaten nachlasse und die Unsicherheit zunehme. Deshalb habe er sich nun dazu entschlossen, den Aktienanteil in Mischfonds von übergewichtet auf neutral zu reduzieren. Dieses Mal stoße er hauptsächlich Aktien aus Schwellenländern ab - und hier erkläre er, warum.
Das Wachstum in den USA sei gestiegen, was unter anderem durch ein verbessertes Geschäftsklima zum Ausdruck komme. Den Schätzungen der Experten zufolge betrage das Wachstum aktuell 1,5 bis 2 Prozent und werde auf 2,5 Prozent steigen, da unter anderem die negativen Auswirkungen des zuvor starken US-Dollars nachlassen würden. Gleichzeitig erhole sich der Immobilienmarkt weiterhin. Und selbst wenn das Bankensystem mit den Verlusten bei Krediten im Öl- und Gasbereich kämpfe, würden die Banken nach wie vor in erster Linie die Haushalte mit der Vergabe von Verbraucher- und Immobiliendarlehen stützen. Daher rechne man damit, dass monatlich etwa 150.000 Jobs geschaffen würden, die Arbeitslosigkeit zurückgehe und die Löhne zugunsten des Privatkonsums steigen würden.
Mittlerweile sei deutlich geworden, dass das Wachstum in der Eurozone im Sommer 2015 seinen Höhepunkt erreicht habe und seither moderat gesunken sei. Das überrasche nicht, da die Region nicht länger von fallenden Ölpreisen und einer schwachen Währung gestützt werde. Aber dennoch sei das Wachstum weiterhin sehr stabil und liege etwas über dem langfristigen Potenzial, da die Banken nach wie vor die Kreditvergabe lockern und damit Konsum und Investitionen fördern würden. Und da die EZB unverändert ihren festen Willen demonstriere, die Kreditvergabe der Banken zu stimulieren und die sehr lockere Geldpolitik in Form niedriger Zinsen und eines Anleihekaufprogramms fortzuführen, sollte das Wachstum erwartungsgemäß weiterhin 1,5 bis 2 Prozent betragen.
Und auch wenn die Regierung die Wirtschaft weiterhin durch Infrastrukturinvestitionen stimulieren werde, könne sie diese Maßnahmen nicht bis in alle Ewigkeit ausbauen. Somit gehe man davon aus, dass die jüngsten Lockerungsmaßnahmen, die über neue, intransparente Kanäle finanziert worden seien, das gesamte Staatsdefizit auf über 10 Prozent des BIP erhöht hätten. Die staatliche Gesamtverschuldung sei auf über 20 Prozent gestiegen - und das sei ganz einfach nicht dauerhaft haltbar. Deshalb gehe man nun davon aus, dass das Wachstum in China zurückgehen werde.
Aber trotz dieser aktuellen Bedenken sei eines nach wie vor klar: China steuere nicht auf einen Kollaps zu, da die Regierung das Bankensystem voll unter Kontrolle habe.
Die komplette Geschichte laute also folgendermaßen: Globale Aktien hätten seit ihren heftigen Kurseinbrüchen zu Jahresbeginn Rückenwind von einem zunehmenden US-amerikanischen und chinesischen Wachstum, steigenden Rohstoffpreisen und nachlassenden Sorgen über eine straffere US-amerikanische Geldpolitik erhalten.
Blicke man in die Zukunft, sehe man nun Gegenwind aus China in Form eines niedrigeren Wachstums, während die Konjunkturentwicklung in den USA stark genug sein werde, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken. Somit müsse die US-Zentralbank die Ärmel hochkrempeln und die Zinsen im weiteren Jahresverlauf erhöhen. Daher würden die Experten weniger positive Treiber für riskante Vermögenswerte sehen, weshalb sie jetzt eine neutrale Aktiengewichtung bevorzugen würden. Das bedeute grob gesagt, dass der Aktienanteil in ihren Mischfonds nur noch so groß eri, wie er erwartungsgemäß auch langfristig sein werde.
Die oben beschriebene Mischung aus unterschiedlichen Faktoren sollte nach Erachten der Experten leichten Gegenwind für Aktien aus den Schwellenländern erzeugen. Und in Europa hätten politische Risiken - unter anderem das EU-Referendum in Großbritannien - das Risiko-Rendite-Verhältnis verschlechtert. Um eine neutrale Gewichtung zu erreichen, hätten die Experten daher ihr Engagement in Aktien zurückgefahren. (31.05.2016/fc/a/m)


