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SNB schockt Rohstoffmärkte


19.01.15 15:55
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - "Eine ohnehin schon außergewöhnlich volatile Woche fand ihren Höhepunkt am vergangenen Donnerstag, als die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs für den Franken aufgehoben hat", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Zeitweise hätte der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um 40 Prozent zugelegt, bevor er mit einem Gewinn von 19 Prozent den Handelstag abgeschlossen habe. "Danach jedoch war das Marktvertrauen beschädigt und die meisten Anlageklassen wurden von einer negativen Stimmung erfasst - inklusive des Rohstoffsektors", sage Hansen. Insgesamt habe der Bloomberg Rohstoffindex die sechste Woche in Folge einen Verlust eingefahren und befinde sich auf einem Level wie vor etwa zwölf Jahren.

Edelmetalle hätten die größten Gewinne der vergangenen Woche verbucht, nachdem sich sowohl Silber als auch Gold weiter vom steigenden Dollar hätten abkoppeln können. "Die SNB-Maßnahme wird als Vorbote für eine vollständige Einführung eines Quantitative Easing-Programms der EZB am kommenden Donnerstag interpretiert", sage Hansen. Gold hätte sowohl von der SNB-Aktion als auch von den Erwartungen an ein QE-Programm der EZB profitiert. "Der SPDR Gold Trust (ISIN US78463V1070/ WKN A0Q27V) hat vergangenen Donnerstag um 1,35 Prozent an Zuflüssen gewonnen, was den größten Sprung seit August 2011 markiert", sage Hansen.

Die Ölpreise seien sehr volatil gewesen und hätten vergangene Woche fast unverändert abgeschlossen. "Widersprüchliche Aussagen und Daten aus den Märkten bedeuten, dass die Unsicherheit noch lange nicht vorbei ist und die Aussicht auf eine nachhaltige Erholung in weiter Ferne liegt", sage Hansen.

Es gebe aber auch gute Nachrichten. China hätte die günstigen Preise genutzt und im Dezember 2014 seine Importe um fast eine Million Barrel pro Tag erhöht, um seine strategischen Reserven aufzufüllen. "Die Einführung eines QE-Programms durch die EZB könnte auch die Erwartungen auf eine schnellere Erholung des Weltwirtschaftswachstums steigern und somit auch die Ölnachfrage in Europa ankurbeln", sage Hansen abschließend. (19.01.2015/fc/a/m)