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SPDR ETFs Wöchentlicher Markt- und Flowbericht: Rückenwind für den Industriesektor
23.03.22 11:46
State Street Global Advisors
Boston (www.fondscheck.de) - Die US-Industrieunternehmen dürften in naher Zukunft von den umfangreichen US-Infrastrukturausgaben profitieren, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".
Darüber hinaus könnte die Industrie in den USA aufgrund des Krieges in der Ukraine eine begrenzte Verlangsamung erfahren, während andere Länder mit Sanktionen gegen Russland und der Suche nach alternativen Energiequellen zu kämpfen hätten. Längerfristig könnten die europäischen Industrieunternehmen allerdings von einer höheren Nachfrage nach erneuerbarer Energie und einer Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden sowie von höheren Verteidigungsausgaben profitieren.
In den letzten Wochen sei es zu Nettoabflüssen aus in Europa domizilierten Sektor-ETFs gekommen, da starke Verkäufe von Finanzwerten (hauptsächlich europäische Banken) die Käufe von Energie-ETFs ausgeglichen hätten. Dieser Trend habe sich in den letzten Tagen verlangsamt, da Anleger andere Sektoren ausgewählt hätten. Da die Streuung der Sektorenrenditen über drei und sechs Monate im oberen Prozentbereich liege, würden die Sektoren effektive taktische Allokationsinstrumente bleiben.
Insgesamt scheinen Anleger mit dem Kauf des US-Marktes zufrieden zu sein, da dieser relativ unabhängig vom Krieg in der Ukraine ist und über eine breite wirtschaftliche Stärke verfügt, so die Experten von State Street Global Advisors. Innerhalb der USA sähen die Experten aktuell eine besondere Chance bei Industriewerten. Der Sektor sei mit einem Beta von mehr als 1 stark mit dem S&P 500 korreliert und könnte für Anleger interessant sein, die eine gezielte zyklische und value-orientierte Anlage in US-Aktien wünschen würden.
Im Jahr 2022 habe sich der US-Industriesektor bisher besser entwickelt als der S&P 500, wobei sich der Abstand seit der russischen Invasion in der Ukraine vergrößert habe.
Der Industriesektor sei ein vielfältiger Sektor, der sich aus vielen Branchengruppen zusammensetzt. Es gebe keine dominierenden Mega-Cap-Namen und kein Titel habe im bisherigen Jahresverlauf mehr als +/- 10 Prozent zur Indexperformance beigetragen. Dieser relative Mangel an idiosynkratischen Aktienrisiken sei sinnvoll für Anleger, die den Sektor als Vehikel für den Zugang zu Nachfragetrends betrachten würden.
Während die Experten für viele Branchen dieses Sektors relativ attraktive Aussichten sähen, sollten sie bei den Gewinnaussichten vorsichtig sein. Frühere Gewinnsteigerungen bei Industrieunternehmen seien (wie bei den meisten Sektoren) zum Stillstand gekommen. Die Experten würden mit einem Margendruck aufgrund gestiegener Kosten für Stahl, Energie und andere Rohstoffe rechnen, wobei die Hersteller von Bauprodukten und Maschinen möglicherweise am stärksten betroffen seien. Die Treibstoffpreise würden vor allem die Fluggesellschaften treffen. Unterdessen würden Unterbrechungen der Versorgungskette die Preise weiter in die Höhe treiben. Die Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne würden von der Fähigkeit der Unternehmen abhängen, diese Kosten weiterzugeben.
Schwerpunkt auf Nachfrageaspekte
Trotz der Befürchtung, dass sich das im Januar und Februar weltweit zu beobachtende Wirtschaftswachstum aufgrund der Auswirkungen der Russland-Sanktionen und des gedämpften Vertrauens verlangsamen könnte, sähen die Experten zahlreiche Antriebskräfte für den Industriesektor, darunter:
- Die Experten würden eine Belebung der Investitionsausgaben in allen Branchen erwarten. Nach den Ergebnissen des 4. Quartals seien die Erwartungen an die Investitionsausgaben der Unternehmen hoch.
- Das US-Infrastrukturgesetz in Höhe von einer Billion US-Dollar sehe landesweite Verbesserungen von Straßen, Brücken, Flughäfen, Wasserwegen und der Energieinfrastruktur vor, was Dienstleistungen im gesamten Industriesektor erforderlich machen würde.
- In Europa werde mit einem Anstieg der Verteidigungsausgaben gerechnet (u.a. habe Deutschland zugesagt, auf zwei Prozent des BIP zu steigen). Dies könnte die Nachfrage nach Hubschraubern, Lufttransportkapazitäten und Raketensystemen ankurbeln.
- Die Nachfrage nach Stromerzeugungsanlagen und Projekten zur Umstellung auf erneuerbare Energien könnte steigen, da die Länder sich um die Energiesicherheit in der Zukunft bemühen würden.
- Erhöhte Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse (z.B. durch Störungen bei Weizen und Mais in der Ukraine und Russland) könnten den Zyklus verlängern und damit die Nachfrage nach Landmaschinen ankurbeln.
- Die Nachfrage nach Bergbaumaschinen könnte als Reaktion auf die Metallpreise steigen.
- Nach Jahren eingeschränkter Investitionsausgaben dürften die Ölproduzenten die Nachfrage nach Bohrausrüstungen ankurbeln, wovon die Produzenten und der damit verbundene Transport profitieren würden.
- Das Versand-/Logistikvolumen und die Preise würden voraussichtlich hoch bleiben.
US-Industrieunternehmen dürften in den nächsten Jahren die unmittelbaren Nutznießer der umfangreichen US-Infrastrukturausgaben sein. In der Zwischenzeit könnte sich die Industrietätigkeit in den USA nur begrenzt verlangsamen, während andere Länder mit den russischen Sanktionen zu kämpfen hätten und nach alternativen Energiequellen suchen müssten. Aus diesen Gründen sähen die Experten die größten unmittelbaren Chancen im US-Industriesektor.
Längerfristig spreche jedoch auch einiges für europäische Industriewerte. Viele der börsennotierten Unternehmen in diesem Sektor würden wohl von der höheren Nachfrage nach Anlagen für erneuerbare Energien und der zunehmenden Energieeffizienz in Gebäuden profitieren, insbesondere die Unternehmen, die elektrische Geräte liefern würden.
Für Anleger, die einen diversifizierteren Ansatz bevorzugen würden, erweitere der weltweite Industriesektor das Engagement über die USA (auf die 52 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung entfallen würden) und Europa (26 Prozent) hinaus und schließe Japan (14 Prozent) ein, das das zweitgrößte Engagement in einem einzelnen Land im Index darstellt und eine Vielzahl bekannter Maschinenbauunternehmen biete.
Anleger, die auf das Thema Industriewerte setzen möchten, könnten dies mit SPDR ETFs tun:
- SPDR S&P U.S. Industrials Select Sector UCITS ETF
- SPDR MSCI Europe Industrials UCITS ETF
- SPDR MSCI World Industrials UCITS ETF (23.03.2022/fc/a/e)
Darüber hinaus könnte die Industrie in den USA aufgrund des Krieges in der Ukraine eine begrenzte Verlangsamung erfahren, während andere Länder mit Sanktionen gegen Russland und der Suche nach alternativen Energiequellen zu kämpfen hätten. Längerfristig könnten die europäischen Industrieunternehmen allerdings von einer höheren Nachfrage nach erneuerbarer Energie und einer Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden sowie von höheren Verteidigungsausgaben profitieren.
In den letzten Wochen sei es zu Nettoabflüssen aus in Europa domizilierten Sektor-ETFs gekommen, da starke Verkäufe von Finanzwerten (hauptsächlich europäische Banken) die Käufe von Energie-ETFs ausgeglichen hätten. Dieser Trend habe sich in den letzten Tagen verlangsamt, da Anleger andere Sektoren ausgewählt hätten. Da die Streuung der Sektorenrenditen über drei und sechs Monate im oberen Prozentbereich liege, würden die Sektoren effektive taktische Allokationsinstrumente bleiben.
Insgesamt scheinen Anleger mit dem Kauf des US-Marktes zufrieden zu sein, da dieser relativ unabhängig vom Krieg in der Ukraine ist und über eine breite wirtschaftliche Stärke verfügt, so die Experten von State Street Global Advisors. Innerhalb der USA sähen die Experten aktuell eine besondere Chance bei Industriewerten. Der Sektor sei mit einem Beta von mehr als 1 stark mit dem S&P 500 korreliert und könnte für Anleger interessant sein, die eine gezielte zyklische und value-orientierte Anlage in US-Aktien wünschen würden.
Im Jahr 2022 habe sich der US-Industriesektor bisher besser entwickelt als der S&P 500, wobei sich der Abstand seit der russischen Invasion in der Ukraine vergrößert habe.
Der Industriesektor sei ein vielfältiger Sektor, der sich aus vielen Branchengruppen zusammensetzt. Es gebe keine dominierenden Mega-Cap-Namen und kein Titel habe im bisherigen Jahresverlauf mehr als +/- 10 Prozent zur Indexperformance beigetragen. Dieser relative Mangel an idiosynkratischen Aktienrisiken sei sinnvoll für Anleger, die den Sektor als Vehikel für den Zugang zu Nachfragetrends betrachten würden.
Während die Experten für viele Branchen dieses Sektors relativ attraktive Aussichten sähen, sollten sie bei den Gewinnaussichten vorsichtig sein. Frühere Gewinnsteigerungen bei Industrieunternehmen seien (wie bei den meisten Sektoren) zum Stillstand gekommen. Die Experten würden mit einem Margendruck aufgrund gestiegener Kosten für Stahl, Energie und andere Rohstoffe rechnen, wobei die Hersteller von Bauprodukten und Maschinen möglicherweise am stärksten betroffen seien. Die Treibstoffpreise würden vor allem die Fluggesellschaften treffen. Unterdessen würden Unterbrechungen der Versorgungskette die Preise weiter in die Höhe treiben. Die Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne würden von der Fähigkeit der Unternehmen abhängen, diese Kosten weiterzugeben.
Schwerpunkt auf Nachfrageaspekte
Trotz der Befürchtung, dass sich das im Januar und Februar weltweit zu beobachtende Wirtschaftswachstum aufgrund der Auswirkungen der Russland-Sanktionen und des gedämpften Vertrauens verlangsamen könnte, sähen die Experten zahlreiche Antriebskräfte für den Industriesektor, darunter:
- Die Experten würden eine Belebung der Investitionsausgaben in allen Branchen erwarten. Nach den Ergebnissen des 4. Quartals seien die Erwartungen an die Investitionsausgaben der Unternehmen hoch.
- Das US-Infrastrukturgesetz in Höhe von einer Billion US-Dollar sehe landesweite Verbesserungen von Straßen, Brücken, Flughäfen, Wasserwegen und der Energieinfrastruktur vor, was Dienstleistungen im gesamten Industriesektor erforderlich machen würde.
- Die Nachfrage nach Stromerzeugungsanlagen und Projekten zur Umstellung auf erneuerbare Energien könnte steigen, da die Länder sich um die Energiesicherheit in der Zukunft bemühen würden.
- Erhöhte Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse (z.B. durch Störungen bei Weizen und Mais in der Ukraine und Russland) könnten den Zyklus verlängern und damit die Nachfrage nach Landmaschinen ankurbeln.
- Die Nachfrage nach Bergbaumaschinen könnte als Reaktion auf die Metallpreise steigen.
- Nach Jahren eingeschränkter Investitionsausgaben dürften die Ölproduzenten die Nachfrage nach Bohrausrüstungen ankurbeln, wovon die Produzenten und der damit verbundene Transport profitieren würden.
- Das Versand-/Logistikvolumen und die Preise würden voraussichtlich hoch bleiben.
US-Industrieunternehmen dürften in den nächsten Jahren die unmittelbaren Nutznießer der umfangreichen US-Infrastrukturausgaben sein. In der Zwischenzeit könnte sich die Industrietätigkeit in den USA nur begrenzt verlangsamen, während andere Länder mit den russischen Sanktionen zu kämpfen hätten und nach alternativen Energiequellen suchen müssten. Aus diesen Gründen sähen die Experten die größten unmittelbaren Chancen im US-Industriesektor.
Längerfristig spreche jedoch auch einiges für europäische Industriewerte. Viele der börsennotierten Unternehmen in diesem Sektor würden wohl von der höheren Nachfrage nach Anlagen für erneuerbare Energien und der zunehmenden Energieeffizienz in Gebäuden profitieren, insbesondere die Unternehmen, die elektrische Geräte liefern würden.
Für Anleger, die einen diversifizierteren Ansatz bevorzugen würden, erweitere der weltweite Industriesektor das Engagement über die USA (auf die 52 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung entfallen würden) und Europa (26 Prozent) hinaus und schließe Japan (14 Prozent) ein, das das zweitgrößte Engagement in einem einzelnen Land im Index darstellt und eine Vielzahl bekannter Maschinenbauunternehmen biete.
Anleger, die auf das Thema Industriewerte setzen möchten, könnten dies mit SPDR ETFs tun:
- SPDR S&P U.S. Industrials Select Sector UCITS ETF
- SPDR MSCI Europe Industrials UCITS ETF
- SPDR MSCI World Industrials UCITS ETF (23.03.2022/fc/a/e)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 62,88 € | 63,03 € | - € | 0,00% | 17.04./08:14 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| IE00BWBXM724 | A14QB3 | 66,28 € | 46,21 € | |
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