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Saudisches Statement treibt Ölpreis


15.08.16 11:25
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Der Rohstoffsektor beendete die dritte Woche in Folge größtenteils unverändert. Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Sommerpause, weshalb die Handelsaktivität, und nicht zwangsläufig die Volatilität, eher geringer ausfällt, so Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Nach einem starken ersten Halbjahr seien Kursgewinne bei Rohstoffen rar geworden - nur Metalle hätten hier eine Ausnahme gebildet. Gleichzeitig seien Soft-Commodities in der vergangenen Woche unter Druck geraten. "Die Getreidemärkte gönnten sich im Vorfeld der Veröffentlichung des World Agricultural Supply and Demand Estimates eine Auszeit. Der am Freitag erschienene Bericht war der wichtigste des Sommers und zugleich der erste, der ein genaueres Licht auf die zu erwartende Ernte und Produktion der aktuellen Saison wirft", habe Hansen gesagt.

"Die diesjährige Performance der Metall-Sektoren war in der Tat beeindruckend. Das gilt nicht zuletzt für die weißen Metalle Silber und Platin, die im Anschluss an das Brexit-Votum im Juni eine außergewöhnliche Rally starten konnten", so Hansen. Zu Beginn der vergangenen Woche sei die Preisdifferenz von Platin im Vergleich zu Gold um ganze 175 US-Dollar geringer gewesen als noch im Juni. Vor dem Hintergrund dieser eindrucksvollen Gewinne seien alle Augen auf Gold gerichtet. "Nach zwei fehlgeschlagenen Anläufen, das Hoch vom 11. Juli diesen Jahres von 1.375 USD pro Feinunze zu schlagen, wirkt das gelbe Metall allerdings angeschlagen. Das Risiko einer erneuten Preiskorrektur ist durchaus vorhanden", habe Hansen gesagt.

"Unterdessen stand die vergangene Woche ganz im Zeichen der Ölpreisentwicklung. Öl konnte die zweite Woche in Folge zulegen, was dem größten Zuwachs seit April entspricht", so Hansen. Der saudische Ölminister habe sich zugunsten des Ölpreises eingeschaltet und das Ausmaß an Short-Positionen für die Preisschwäche verantwortlich erklärt. "Dies beflügelte den eigentlich noch aufgrund des massiven Überangebots taumelnden Ölkurs. Die Händler werden es sich nun gut überlegen, bevor sie bei Öl erneut aggressiv short gehen", so Hansen. Dies sei wahrscheinlich das Hauptziel des saudischen Statements gewesen. Im dritten Quartal dürfte sich die Öl-Benchmarke Brent wohl in einer Handelsspanne zwischen 45 und 50 USD pro Barrel bewegen. "Ein Jahresendkurs von deutlich über 50 USD wird aber schwer erreichbar sein. Höchstwahrscheinlich wird sich eine weitere Preiserholung bis ins nächste Jahr verzögern", habe Hansen abschließend gesagt. (15.08.2016/fc/a/m)