Schroder ISF Asian Total Return Porträt


19.05.10 14:29
Schroders

London (aktiencheck.de AG) - Steigender Handel, Innovationen, ein fast unbegrenztes Arbeitskräftepotenzial und eine wachsende, konsumfreudige Mittelschicht: Asien ist eine Wachstumsregion und verspricht, es noch eine ganze Weile zu bleiben, so die Experten von Schroders in der aktuellen Ausgabe von "SchrodersExpert" im Kommentar zum Schroder ISF Asian Total Return.

Welche Instrumente würden sich anbieten, um am Finanzmarkt vom Zukunftspotenzial der Region zu profitieren?

Eine auf den ersten Blick nahe liegende Möglichkeit für Anleger wäre es, über passive oder benchmarknahe Aktienfonds mehr oder weniger direkt in die asiatischen Märkte zu investieren. Bei genauerer Betrachtung falle jedoch auf: Die asiatischen Indices seien in der Vergangenheit oft nicht in der Lage gewesen, das kräftige Wachstum der Region abzubilden. So habe sich das nominale Bruttoinlandsprodukt Asiens (außer Japan) zwischen 1994 und 2009 fast vervierfacht; der Aktienindex MSCI AC Asia ex Japan habe im gleichen Zeitraum aber lediglich etwas über 50% gewonnen. Das sei langfristig wenig überzeugend - zum Vergleich: Mit dem S&P 500, einem breiten US-Aktienindex, hätte ein Anleger sein Kapital in dieser Zeit rund verdreifacht.

Warum diese überraschend schwache Performance? Asien-Indices würden üblicherweise deutliche Schwerpunkte in global ausgerichteten, zyklischen Unternehmen sowie in Finanzwerten besitzen. Viele dieser Großunternehmen seien staatlich kontrolliert; sie würden unter Bürokratie leiden, einem eher schwachen Management und politischer Einflussnahme bei Investitionsentscheidungen. Ihr zyklischer Charakter führe zu entsprechend starken Kursausschlägen, die durch das spekulative Verhalten vieler inländischer Anleger noch verstärkt würden. Große Teile des Index seien mit anderen Worten für langfristige Anleger unattraktiv.

Investments an den asiatischen Aktienmärkten sollten daher idealerweise unabhängig von einer Benchmark erfolgen und auf einer disziplinierten Einzeltitelauswahl basieren. Mit Blick auf die hohe Volatilität der zugrunde liegenden Märkte sollte es zudem möglich sein, unerwünschte Marktrisiken zu neutralisieren. Diese Strategie verfolge der Schroder ISF Asian Total Return seit November 2007 mit großem Erfolg. Der Fonds investiere an den Wachstumsmärkten von Indien bis Australien, jedoch nicht in Japan. Die Fondsmanager Robin Parbrook und Lee King Fuei würden dabei nach Aktien suchen, die sich durch ihr überdurchschnittliches mittel- bis langfristiges Potenzial auszeichnen würden.

Ihr Anlageergebnis könne sich sehen lassen: In den knapp zweieinhalb Jahren seiner Existenz habe der Schroder ISF Asian Total Return ein Plus von 24,2% erzielt. Der Vergleichsindex MSCI AC Asia Pacific ex Japan habe im gleichen Zeitraum mit minus 14,8% tiefrote Zahlen geschrieben. Der Schlüssel zum Erfolg? "Wir interessieren uns für Dividenden, langfristige Geschäftsmodelle, Bewertungen und die Qualität des Managements", so Robin Parbrook. "Was uns nicht interessiert, sind Indices, Anlagethemen und kurzfristige Gerüchte am Markt."

Rund vier Fünftel ihrer Zeit würden die Fondsmanager auf die Auswahl der Unternehmen verwenden - das "Stockpicking". Bevor eine asiatische Aktie zu den ausgewählten Titeln des Fonds zähle, müsse sie nach drei Kriterien überzeugen. Erstens, nach einem quantitativen Screening: Die Unternehmen des Anlageuniversums würden auf bestimmte Kennziffern für Bewertung und Momentum untersucht; nur die besten 40% würden durchkommen. Zweitens, nach der Einstufung der Schroders Analysten: Welche Aktien seien an der Börse noch besonders weit von ihrem fairen Wert entfernt? Drittens, nach der Renditeprognose: Fondsmanagement und Analysten würden Schätzungen für die Rendite auf das eingesetzte Kapital der Unternehmen über die kommenden drei bis fünf Jahre abgeben.

Am Ende entstehe so - unabhängig von einem Vergleichsindex - ein Portfolio, das die wirklich besten Unternehmen Asiens repräsentieren solle.

Mit der Auswahl der Einzeltitel sei der Anlageprozess jedoch noch nicht abgeschlossen. Stehe das Portfolio fest, reduziere der Fonds in mehreren Schritten unerwünschte Marktrisiken (das so genannte Beta) des Portfolios. Dabei könne es sich zum Beispiel um allgemeine Länderrisiken oder das Risiko einer kurzfristigen Marktkorrektur handeln. Fondsmanager Lee King Fuei erkläre: "Für die Analyse der allgemeinen Marktrisiken nutzen wir überwiegend quantitative Modelle, da wir hier im Gegensatz zur Titelauswahl keinen Informationsvorsprung besitzen. Unser Ziel ist dabei kein absoluter Kapitalschutz - das kostet in volatilen Märkten zu viel Rendite -, sondern eine deutlich verringerte Volatilität."

Wie der Fonds Marktrisiken beseitige, zeige das Beispiel Rio Tinto. Die Fondsmanager hätten Aktien des Bergbaugiganten aus Melbourne im November 2007 erworben, seien zugleich aber skeptisch gewesen, was die mittelfristige Entwicklung des australischen Aktienmarktes anbetroffen habe. Folglich sei mit Derivaten eine Short-Position im australischen ASX-Index aufgebaut worden. Als die Aktie rund ein halbes Jahr später wieder verkauft worden sei, habe sie fast 14% im Plus gelegen - und der Index habe knapp 7% verloren. Dank der Short-Position habe der Fonds den Indexverlust in einen Gewinn umwandeln und per saldo mehr als 20% Rendite aus der Transaktion erzielen können.

Aktuell würden die Schroders Manager interessante Chancen unter anderem bei asiatischen Konsumwerten, führenden Finanzdienstleistern mit starkem Management sowie ausgewählten Technologieunternehmen sehen, die Kostenvorteile gegenüber der japanischen und europäischen Konkurrenz ausspielen könnten. Kritisch würden sie dagegen einige überteuerte Regionen, zyklische Industrieunternehmen mit hohen Fixkosten und die meisten Firmen sehen, die staatlichen Einflüssen unterworfen seien.

"Strategisch ist die wachsende Eigenständigkeit Asiens für uns wichtiger als die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft", betone Robin Parbrook. Wie sein Kollege Lee King Fuei setze er hohes Vertrauen in die Strategie des Schroder ISF Asian Total Return: Beide hätten sich mit eigenem Kapital am Fonds beteiligt. (Ausgabe 20 Mai/Juni 2010) (19.05.2010/fc/a/f)