Erweiterte Funktionen
Schwellenländer vor dem Wiedererwachen?
09.04.13 15:39
Natixis Global AM
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach einigen schwachen Jahren zeigen die Aktienmärkte vieler Schwellenländer Zeichen der Erholung, so die Experten von Natixis Global Asset Management.
Wie seien die Aussichten, insbesondere für die BRIC-Staaten?
Mehr als 15 Jahre seien seit der Asien-Krise, der russischen Zahlungsunfähigkeit und dem darauf folgenden Zusammenbruch von LTCM vergangen. Die Anleger würden sich fragen, ob dem Westen Ähnliches bevorstehe. Zu Recht. Euroland und der Zusammenbruch der Währungen sowie die fragwürdige Bonität würden bemerkenswerte Parallelen zu den vergangenen Krisen aufzeigen. Emerging Markets würden - im Gegensatz zum Westen - eine junge und dynamische Bevölkerung bieten. Diese werde in den kommenden Jahren für Wachstum, Innovation und Konsum sorgen.
Aktien europäischer Schwellenländer hätten 2012 eine Steigerung von rund 24 Prozent in USD verzeichnet und damit sowohl globale Aktien als auch die Aktien globaler Schwellenländer übertroffen. Wenn die makroökonomische Risiken auf globaler Ebene in diesem Jahr im Rahmen bleiben würden, werde die Assetklasse 2013 von attraktiven Bewertungen und Liquidität profitieren können. Besonders russische Aktien würden sich positiver Bewertungen und guter Aussichten auf Makro-Ebene erfreuen.
Russlands Ertragsüberschüsse hätten seit Anfang 2008 um 60 Prozent abgenommen. In den letzten drei Jahren habe sich der Bewertungsabschlag im Vergleich zu Aktien der globalen Schwellenländer auf 50 Prozent belaufen. Die Gründe hierfür seien wohlbekannt. Die Krise im Jahre 2008 habe gezeigt, dass das Land hoch sensibel auf sinkende Rohstoffpreise reagiere.
Nach Meinung der Investoren sei Russland nach wie vor eine vom Öl geprägte Industrienation, deren gesamtes Wachstum in den vergangenen Jahren durch das Binnenwachstum zustande gekommen sei. Um das Wachstum weiter anzukurbeln, müssten Reformen vorangetrieben werden sowie Investitionen weiter dynamisch wachsen. Einige Maßnahmen und Reformen würden derzeit durchgeführt, so eine Neueinführung des Steuergesetzes, die Einführung einer direkten Inflationssteuerung durch die Russische Zentralbank, sowie die Einrichtung eines Zentraldepots für auswärtige Depotstellen. Da die nächsten Wahlen erst für 2016 angesetzt seien, verbleibe ein geringes politisches Risiko für Russland.
Die olympischen Spiele in Sotschi in 2014 könnten das Interesse an Investitionen in Russland positiv beeinflussen. Die Experten würden denken, dass der inländische Sektor in den Bereichen Konsum und Infrastruktur ein zweistelliges Wachstum erzielen werde und damit für Investitionen prädestiniert sei. Öl und Gas seien Sektoren, die herausstechen würden, wenn es um Kursrendite gehe. Mit durchschnittlich vier Prozent Dividendrendite in diesem Jahr sei Russland unter den globalen Schwellenländern einer der Top-Märkte. Insgesamt sei die Kombination attraktiver Bewertungen, nachhaltigen Wirtschaftswachstums sowie einer positiveren Wahrnehmung des Marktes ausschlaggebend für die positive Entwicklung russischer Aktien in 2013.
Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um in indische Aktien zu investieren, da die Bewertungen noch unter den langfristigen Mittelwerten liegen würden. Obwohl sich der Markt im Jahr 2012 um 30 Prozent erholt habe, sei er noch immer preiswert. Die Ertragslage habe sich verbessert. Während sich die letzten zwei Jahre durch einstellige Wachstumszahlen ausgezeichnet hätten, sei fürs kommende Jahr mit einem zweistelligen Wachstum zu rechnen. In einem Wachstumsmarkt mit starken Gewinnen und (noch) geringen Bewertungen zu agieren, sei sehr interessant. Vorausgesetzt, die Liquidität an den globalen Märkten bleibe stabil, insbesondere auch in Japan.
Indien habe das Potenzial, mit seiner Performance die globalen Märkte im laufenden Jahr zu übertreffen. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Reserve Bank of India Anfang des Jahres die Zinssätze senken werde. Daher würden alle zinsabhängigen Sektoren vielversprechend aussehen. Über die letzten zwölf Bewertungsmonate sei die Indische Rupie abgewertet worden, während die chinesische Währung zugelegt habe. Daher würden auch einige Outsourcing-Industrien in Indien interessant aussehen, allen voran die Pharmaindustrie. Konsum sei in der indischen Wirtschaft auch weiterhin ein großes Thema. Die Experten würden auch auf den öffentlichen Sektor setzen, da Indien gerade eine große Welle an Investitionen hinter sich habe, und Unternehmen des öffentlichen Sektors noch immer unterschätzt würden.
Die globale Liquidität habe zu großen Problemen in den Schwellenländern geführt. Die hohe Inflation resultiere aus extrem hohen Rohstoffpreisen. Dass der Konsum von Gold in Indien einen Höchststand erreicht habe, sei nicht gerade produktiv. Es führe zu einem hohen Leistungsbilanzdefizit, und dazu komme, dass die Haushaltsersparnisse in den zwei vergangenen Jahren in "echte" Assets geflossen seien - besonders in Gold und Immobilien. Die Deposit Ratio (also das Verhältnis zwischen Kundenforderungen und Kundenverbindlichkeiten) sei gegenwärtig hoch, dadurch könnte die Kreditverfügbarkeit mit steigendem Wachstum zur Herausforderung werden. Die Experten seien gespannt, wie sich die niedrigen Zinssätze im Zyklus integrieren würden. Die Inflation ist unsere größte Sorge in Indien, so die Experten von Natixis Global Asset Management.
Der Ausblick der Experten bleibe bullish. Asien -ex Japan sei 2012 recht erfolgreich gewesen, und für die kommenden Monate würden die Experten noch mehr erwarten. Die globale Wirtschaft habe tendenziell eine Talsohle erreicht, und die politikgesteuerte Volatilität, die in den letzten zwei Jahren die Märkte dominiert habe, werde sich mit der Erholung der US-Wirtschaft ausgleichen. Die Krise der Euro-Zone müsse sich nicht verschärfen und die Aussichten für China würden kontinuierlich besser. Darüber hinaus würden die Experten die niedrigen Zinsen und den günstigen Verlauf der Inflation als ein Plus sehen.
Nachdem China letztes Jahr hinter den anderen asiatischen Märkten hinterherhinkte, glauben die Experten von Natixis Global Asset Management insbesondere an China. 2013 würden einige ernsthafte Probleme, die Investoren in den letzten zwei Jahren irritiert hätten, ausgemerzt sein. Das Interesse der Investoren an China sei wieder da. Die Experten würden keine schnelle Beschleunigung des Wachstums erwarten, dennoch würden die kürzlich erfolgten Lockerungsmaßnahmen des Landes, frühe Anzeichen einer Wende am Binnenmarkt, ansprechende Bewertungen sowie der bahnbrechende Führungswechsel im November zu dieser positiven Sichtweise beitragen.
Das Wachstum in China werde zulegen: China sei bis August letzten Jahres etwas langsam gewesen. Seitdem würden die Zahlen deutlich besser aussehen und ein deutlicher Impuls nach oben sei zu spüren. Dieser Impuls werde nach Überzeugung der Experten in der ersten Jahreshälfte anhalten. Zusätzliche Chancen würden sie in anderen Teilen Asiens, beispielsweise in Hongkong, sehen. Hongkong profitiere direkt von der chinesischen Entwicklung. Lang erwartete Reformen würden sich in Indien wahrscheinlich realisieren. Die Volkswirtschaften in Südostasien würden derzeit rapides Wachstum erfahren, das durch ermutigende Politik, Ausgaben für Infrastruktur und eine aufkeimende Inlandsnachfrage getragen werde. Die Bewertung bleibe hier die Hauptsorge. Malaysia stelle eine Ausnahme dar, hier gebe es aufgrund der anstehenden Wahl politische Risiken.
In Nordasien würden Korea und Taiwan von der Technologie-Nachfrage profitieren, die mit der Erholung der US-Wirtschaft einhergehe. Taiwan werde durch engere Beziehungen zu China profitieren. Die Entwicklung der Wirtschaft in Australien bleibe schleppend, aber die Nachfrage nach australischen Rohstoffen werde mit der guten globalen Situation und der wachsenden Nachfrage in China anziehen. Neuseeland blühe derzeit durch die Wiederaufbau-Maßnahmen nach dem Erdbeben auf, einhergehend mit sinkenden Preisen für Lebensmittel und einem gut laufenden Grundstücksmarkt.
Die vielen Veränderungen der letzten Dekade hätten Lateinamerika positive Wirtschaftsimpulse gegeben. Die größte Neuerung sei eine deutlich niedrigere Inflation. Damit hätten Unternehmen sowie Privatleute eine gute Planungsgrundlage. Eine Mittelschicht habe sich entwickelt - und damit eine neue Investorengruppe. Die Toleranzgrenze habe sich hier deutlich verschoben. Dies habe zur Folge, dass die Führenden aus Wirtschaft und Politik nicht mehr populistisch, sondern eher orthodox agieren würden. Politik werde tendenziell eher wachstumsorientiert als auf regulative Maßnahmen ausgerichtet sein.
Die Korrelation lateinamerikanischer Aktien mit den entwickelten Märkten sei kontinuierlich zurückgegangen. Historisch gesehen habe es durch die höhere Auslandsverschuldung mehr Kapitalfluss aus den entwickelten Märkten in die Region gegeben- daher die zunächst höhere Korrelation. Diese sei in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Es werde kein substanzieller Rückgang sein, aber zumindest zeige der Trend, im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt, wo Korrelationen steigen würden, dass es in Lateinamerika anders sei. Dies sei im Detail auch abhängig vom Land: So sei Mexiko enger an die US-Wirtschaft gebunden und sei daher stärker korreliert. In südlicheren Regionen, wie in Peru und Brasilien, sei die Korrelation aufgrund des niedrigeren Exportaufkommens geringer. Die Assetklassen würden zu 70 Prozent zwischen Lateinamerika und den Märkten der Industrieländer korrelieren.
Bei den Sektoren stünden Konsumgüter, Finanzdienstleistungen und Infrastruktur an erster Stelle. Im Konsumumfeld gebe es Bereiche wie Gesundheitswesen, Laboratorien, Erziehung, private Universitäten und private Schulen, die gut laufen würden. Ebenso der gesamte Einzelhandel: Drogerien, Supermärkte, Einkaufszentren, Stromeinzelhandel. Ein weiterer guter und wachsender Sektor sei die Markennahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Im Infrastruktursektor würden Mautstraßen, Häfen und die entsprechende Zuliefererindustrie boomen.
Der Finanzsektor in der Region sei aufgrund der hohen Inflation insgesamt unterentwickelt. Zusätzlich hätten die Banken bislang nur die Möglichkeit gehabt, Staatsanleihen zu kaufen. Es habe wenig geplante Investitionen und wenig Bereitschaft gegeben, Kredite aufzunehmen. Die hohe Inflation sei mit einem hohen Zinssatz einhergegangen. Für Banken sei es daher attraktiver gewesen, in Staatsanleihen zu investieren, als Kredite zu vergeben. Mit den jetzt niedrigeren Zinsen und der niedrigeren Inflation würden die Experten in der wachsenden Mittelklasse eine steigende Nachfrage erwarten. Kreditkarten seien deshalb ein großer Wachstumsbereich.
Auch Brasilien und Chile würden eine Vielzahl an Möglichkeiten bieten. Chile sei die am besten verwaltete Wirtschaft. Es habe die ältesten Institutionen und sei das wohlhabendste Land der Region. Jetzt seien die Bewertungen weit unter den Premium-Bewertungen der Vergangenheit. Mit fünf Prozent Jahreswachstum sei Chile eines der am schnellsten wachsenden Länder Lateinamerikas - bei Bewertungen leicht unter dem Durchschnitt.
In Brasilien habe das Wachstum im letzten Jahr nur wenig mehr als ein Prozent betragen, was weit unter den Erwartungen gelegen habe. Die Situation sehe in diesem Jahr besser aus. Die Banken seien konservativ ausgerichtet und würden somit hohe Qualität bieten. Mit einem größeren Bruttosozialprodukt in diesem Jahr erwarten die Experten von Natixis Global Asset Management weiterhin geringes Wachstum, stabilere Zinssätze und weniger Rückstellungen. Die Bewertungen der Banken der Region würden im unteren Spektrum liegen. Damit seien die Aussichten für brasilianische Banken derzeit positiv. (09.04.2013/fc/a/m)
Wie seien die Aussichten, insbesondere für die BRIC-Staaten?
Mehr als 15 Jahre seien seit der Asien-Krise, der russischen Zahlungsunfähigkeit und dem darauf folgenden Zusammenbruch von LTCM vergangen. Die Anleger würden sich fragen, ob dem Westen Ähnliches bevorstehe. Zu Recht. Euroland und der Zusammenbruch der Währungen sowie die fragwürdige Bonität würden bemerkenswerte Parallelen zu den vergangenen Krisen aufzeigen. Emerging Markets würden - im Gegensatz zum Westen - eine junge und dynamische Bevölkerung bieten. Diese werde in den kommenden Jahren für Wachstum, Innovation und Konsum sorgen.
Aktien europäischer Schwellenländer hätten 2012 eine Steigerung von rund 24 Prozent in USD verzeichnet und damit sowohl globale Aktien als auch die Aktien globaler Schwellenländer übertroffen. Wenn die makroökonomische Risiken auf globaler Ebene in diesem Jahr im Rahmen bleiben würden, werde die Assetklasse 2013 von attraktiven Bewertungen und Liquidität profitieren können. Besonders russische Aktien würden sich positiver Bewertungen und guter Aussichten auf Makro-Ebene erfreuen.
Russlands Ertragsüberschüsse hätten seit Anfang 2008 um 60 Prozent abgenommen. In den letzten drei Jahren habe sich der Bewertungsabschlag im Vergleich zu Aktien der globalen Schwellenländer auf 50 Prozent belaufen. Die Gründe hierfür seien wohlbekannt. Die Krise im Jahre 2008 habe gezeigt, dass das Land hoch sensibel auf sinkende Rohstoffpreise reagiere.
Nach Meinung der Investoren sei Russland nach wie vor eine vom Öl geprägte Industrienation, deren gesamtes Wachstum in den vergangenen Jahren durch das Binnenwachstum zustande gekommen sei. Um das Wachstum weiter anzukurbeln, müssten Reformen vorangetrieben werden sowie Investitionen weiter dynamisch wachsen. Einige Maßnahmen und Reformen würden derzeit durchgeführt, so eine Neueinführung des Steuergesetzes, die Einführung einer direkten Inflationssteuerung durch die Russische Zentralbank, sowie die Einrichtung eines Zentraldepots für auswärtige Depotstellen. Da die nächsten Wahlen erst für 2016 angesetzt seien, verbleibe ein geringes politisches Risiko für Russland.
Die olympischen Spiele in Sotschi in 2014 könnten das Interesse an Investitionen in Russland positiv beeinflussen. Die Experten würden denken, dass der inländische Sektor in den Bereichen Konsum und Infrastruktur ein zweistelliges Wachstum erzielen werde und damit für Investitionen prädestiniert sei. Öl und Gas seien Sektoren, die herausstechen würden, wenn es um Kursrendite gehe. Mit durchschnittlich vier Prozent Dividendrendite in diesem Jahr sei Russland unter den globalen Schwellenländern einer der Top-Märkte. Insgesamt sei die Kombination attraktiver Bewertungen, nachhaltigen Wirtschaftswachstums sowie einer positiveren Wahrnehmung des Marktes ausschlaggebend für die positive Entwicklung russischer Aktien in 2013.
Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um in indische Aktien zu investieren, da die Bewertungen noch unter den langfristigen Mittelwerten liegen würden. Obwohl sich der Markt im Jahr 2012 um 30 Prozent erholt habe, sei er noch immer preiswert. Die Ertragslage habe sich verbessert. Während sich die letzten zwei Jahre durch einstellige Wachstumszahlen ausgezeichnet hätten, sei fürs kommende Jahr mit einem zweistelligen Wachstum zu rechnen. In einem Wachstumsmarkt mit starken Gewinnen und (noch) geringen Bewertungen zu agieren, sei sehr interessant. Vorausgesetzt, die Liquidität an den globalen Märkten bleibe stabil, insbesondere auch in Japan.
Indien habe das Potenzial, mit seiner Performance die globalen Märkte im laufenden Jahr zu übertreffen. Die Experten würden davon ausgehen, dass die Reserve Bank of India Anfang des Jahres die Zinssätze senken werde. Daher würden alle zinsabhängigen Sektoren vielversprechend aussehen. Über die letzten zwölf Bewertungsmonate sei die Indische Rupie abgewertet worden, während die chinesische Währung zugelegt habe. Daher würden auch einige Outsourcing-Industrien in Indien interessant aussehen, allen voran die Pharmaindustrie. Konsum sei in der indischen Wirtschaft auch weiterhin ein großes Thema. Die Experten würden auch auf den öffentlichen Sektor setzen, da Indien gerade eine große Welle an Investitionen hinter sich habe, und Unternehmen des öffentlichen Sektors noch immer unterschätzt würden.
Der Ausblick der Experten bleibe bullish. Asien -ex Japan sei 2012 recht erfolgreich gewesen, und für die kommenden Monate würden die Experten noch mehr erwarten. Die globale Wirtschaft habe tendenziell eine Talsohle erreicht, und die politikgesteuerte Volatilität, die in den letzten zwei Jahren die Märkte dominiert habe, werde sich mit der Erholung der US-Wirtschaft ausgleichen. Die Krise der Euro-Zone müsse sich nicht verschärfen und die Aussichten für China würden kontinuierlich besser. Darüber hinaus würden die Experten die niedrigen Zinsen und den günstigen Verlauf der Inflation als ein Plus sehen.
Nachdem China letztes Jahr hinter den anderen asiatischen Märkten hinterherhinkte, glauben die Experten von Natixis Global Asset Management insbesondere an China. 2013 würden einige ernsthafte Probleme, die Investoren in den letzten zwei Jahren irritiert hätten, ausgemerzt sein. Das Interesse der Investoren an China sei wieder da. Die Experten würden keine schnelle Beschleunigung des Wachstums erwarten, dennoch würden die kürzlich erfolgten Lockerungsmaßnahmen des Landes, frühe Anzeichen einer Wende am Binnenmarkt, ansprechende Bewertungen sowie der bahnbrechende Führungswechsel im November zu dieser positiven Sichtweise beitragen.
Das Wachstum in China werde zulegen: China sei bis August letzten Jahres etwas langsam gewesen. Seitdem würden die Zahlen deutlich besser aussehen und ein deutlicher Impuls nach oben sei zu spüren. Dieser Impuls werde nach Überzeugung der Experten in der ersten Jahreshälfte anhalten. Zusätzliche Chancen würden sie in anderen Teilen Asiens, beispielsweise in Hongkong, sehen. Hongkong profitiere direkt von der chinesischen Entwicklung. Lang erwartete Reformen würden sich in Indien wahrscheinlich realisieren. Die Volkswirtschaften in Südostasien würden derzeit rapides Wachstum erfahren, das durch ermutigende Politik, Ausgaben für Infrastruktur und eine aufkeimende Inlandsnachfrage getragen werde. Die Bewertung bleibe hier die Hauptsorge. Malaysia stelle eine Ausnahme dar, hier gebe es aufgrund der anstehenden Wahl politische Risiken.
In Nordasien würden Korea und Taiwan von der Technologie-Nachfrage profitieren, die mit der Erholung der US-Wirtschaft einhergehe. Taiwan werde durch engere Beziehungen zu China profitieren. Die Entwicklung der Wirtschaft in Australien bleibe schleppend, aber die Nachfrage nach australischen Rohstoffen werde mit der guten globalen Situation und der wachsenden Nachfrage in China anziehen. Neuseeland blühe derzeit durch die Wiederaufbau-Maßnahmen nach dem Erdbeben auf, einhergehend mit sinkenden Preisen für Lebensmittel und einem gut laufenden Grundstücksmarkt.
Die vielen Veränderungen der letzten Dekade hätten Lateinamerika positive Wirtschaftsimpulse gegeben. Die größte Neuerung sei eine deutlich niedrigere Inflation. Damit hätten Unternehmen sowie Privatleute eine gute Planungsgrundlage. Eine Mittelschicht habe sich entwickelt - und damit eine neue Investorengruppe. Die Toleranzgrenze habe sich hier deutlich verschoben. Dies habe zur Folge, dass die Führenden aus Wirtschaft und Politik nicht mehr populistisch, sondern eher orthodox agieren würden. Politik werde tendenziell eher wachstumsorientiert als auf regulative Maßnahmen ausgerichtet sein.
Die Korrelation lateinamerikanischer Aktien mit den entwickelten Märkten sei kontinuierlich zurückgegangen. Historisch gesehen habe es durch die höhere Auslandsverschuldung mehr Kapitalfluss aus den entwickelten Märkten in die Region gegeben- daher die zunächst höhere Korrelation. Diese sei in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Es werde kein substanzieller Rückgang sein, aber zumindest zeige der Trend, im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt, wo Korrelationen steigen würden, dass es in Lateinamerika anders sei. Dies sei im Detail auch abhängig vom Land: So sei Mexiko enger an die US-Wirtschaft gebunden und sei daher stärker korreliert. In südlicheren Regionen, wie in Peru und Brasilien, sei die Korrelation aufgrund des niedrigeren Exportaufkommens geringer. Die Assetklassen würden zu 70 Prozent zwischen Lateinamerika und den Märkten der Industrieländer korrelieren.
Bei den Sektoren stünden Konsumgüter, Finanzdienstleistungen und Infrastruktur an erster Stelle. Im Konsumumfeld gebe es Bereiche wie Gesundheitswesen, Laboratorien, Erziehung, private Universitäten und private Schulen, die gut laufen würden. Ebenso der gesamte Einzelhandel: Drogerien, Supermärkte, Einkaufszentren, Stromeinzelhandel. Ein weiterer guter und wachsender Sektor sei die Markennahrungsmittel- und Getränkeindustrie. Im Infrastruktursektor würden Mautstraßen, Häfen und die entsprechende Zuliefererindustrie boomen.
Der Finanzsektor in der Region sei aufgrund der hohen Inflation insgesamt unterentwickelt. Zusätzlich hätten die Banken bislang nur die Möglichkeit gehabt, Staatsanleihen zu kaufen. Es habe wenig geplante Investitionen und wenig Bereitschaft gegeben, Kredite aufzunehmen. Die hohe Inflation sei mit einem hohen Zinssatz einhergegangen. Für Banken sei es daher attraktiver gewesen, in Staatsanleihen zu investieren, als Kredite zu vergeben. Mit den jetzt niedrigeren Zinsen und der niedrigeren Inflation würden die Experten in der wachsenden Mittelklasse eine steigende Nachfrage erwarten. Kreditkarten seien deshalb ein großer Wachstumsbereich.
Auch Brasilien und Chile würden eine Vielzahl an Möglichkeiten bieten. Chile sei die am besten verwaltete Wirtschaft. Es habe die ältesten Institutionen und sei das wohlhabendste Land der Region. Jetzt seien die Bewertungen weit unter den Premium-Bewertungen der Vergangenheit. Mit fünf Prozent Jahreswachstum sei Chile eines der am schnellsten wachsenden Länder Lateinamerikas - bei Bewertungen leicht unter dem Durchschnitt.
In Brasilien habe das Wachstum im letzten Jahr nur wenig mehr als ein Prozent betragen, was weit unter den Erwartungen gelegen habe. Die Situation sehe in diesem Jahr besser aus. Die Banken seien konservativ ausgerichtet und würden somit hohe Qualität bieten. Mit einem größeren Bruttosozialprodukt in diesem Jahr erwarten die Experten von Natixis Global Asset Management weiterhin geringes Wachstum, stabilere Zinssätze und weniger Rückstellungen. Die Bewertungen der Banken der Region würden im unteren Spektrum liegen. Damit seien die Aussichten für brasilianische Banken derzeit positiv. (09.04.2013/fc/a/m)


