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Silber unter Druck
17.06.11 09:53
Rohstoff-Report
München (aktiencheck.de AG) - Silber befindet sich bereits seit einigen Wochen in einer relativ volatilen Seitwärtsbewegung - an die Kurshöhen des Aprils hat das weiße Metall nicht wieder anschließen können, so die Experten von "BörseGo" in ihrem "Rohstoff-Report".
Auch die Silber-ETF-Anleger hätten nicht an eine schnelle Erholung geglaubt und die Emittenten mit einem Abverkauf von fast 11 Prozent gegenüber dem Höchststand Mitte April abgestraft. Mittlerweile seien in den weltweiten Silber-ETFs nur noch 14.319,2 Tonnen (460 Mio. Unzen) Silber als Sicherheiten hinterlegt. Am 22. April, nur wenige Tage vor dem dramatischen Absturz des Silberpreises, seien es noch 15.939 Tonnen (512 Mio. Unzen) gewesen.
Gold ETFs hätten derweil die wesentlich bessere Performance hingelegt: Statt einem Sell-Off hätten sich die physischen Gold-Bestände der weltweiten Edelmetall-ETF-Emittenten im gleichen Zeitraum relativ konstant gehalten. Mit aktuell 2.149,96 Tonnen (69,1 Mio. Unzen) befinde sich nur 0,75 Prozent weniger Gold in den Tresoren von iShares, ETF Securities, Zürcher Kantonalbank & Co als Mitte April.
Sicherlich, während Gold weiterhin von der Krisenstimmung im Nahen Osten und in der Eurozone profitieren könne, mache der angeschlagene US-Arbeitsmarkt oder auch das absehbare Ende von Quantiative Easing 2.0 den Industriemetallen zu schaffen. Langfristig würden die Prognosen aber zumindest für Silber nicht schlecht aussehen. Das berühmte Londoner Analystenhaus Gold Fields Mineral Services (GFMS) sage für das Jahresende einen Silberpreis von rund 50 USD je Unze voraus. Trotz erster Zinserhöhungen seitens der EZB würden die Notenbanken in Anbetracht der hohen Arbeitslosigkeit an einer lockeren Geldpolitik festhalten müssen.
"Vor diesem Hintergrund erscheint ein höherer Inflationsdruck wahrscheinlich - die Rohstoffinvestoren werden gegen Ende des Jahres wieder auf den Markt zurückkehren", habe Chef-Analyst Philip Newman von GFMS analysiert. Der Goldpreis werde bis zum Jahresende auf 1.620 USD je Unze ansteigen, so Newman - solange die chinesische und indische Nachfrage weiterhin derart stark und die Schuldenkrise in Europa ein Thema bleibe.
Als positiver Faktor für den Silberpreis könne aktuell auch die relative Knappheit des Edelmetalls gewertet werden. Trotz vielfacher Marginerhöhung und einem deutlichen Preissturz bleibe Backwardation weiterhin ein Thema am Silbermarkt. Auch die Lagerbestände an der COMEX würden den Abwärtstrend der vergangenen Wochen weiterhin fortsetzen. Mittlerweile stünden nur noch 867,8 Tonnen Silber zur sofortigen Auslieferung zur Verfügung. Anfang 2011 seien es noch rund 1.500 Tonnen gewesen. 2008, als der letzte große Rücksetzer dem Silberpreis zu schaffen gemacht habe, seien es sogar noch mehr als 2.500 Tonnen gewesen.
Von Verknappung oder einer großen Nachfrage habe bei Platin und Palladium in den vergangenen Wochen hingegen jede Spur gefehlt. So würden sich die physischen Bestände der weltweiten Platin-ETFs aktuell auf rund 45,73 Tonnen belaufen (1,47 Mio. Unzen) - kaum 500 Kilogramm weniger als noch vor einem Monat. Eine ähnliche Flaute sei beim Schwestermetall Palladium zu beobachten. Die weltweiten Palladium-ETFs würden ihre physischen Einlagen mit aktuell 68,51 Tonnen (2,20 Mio. Unzen) ebenfalls leicht rückläufig gegenüber dem Vormonat ausweisen.
Solange der Kursverlauf der Edelmetalle keine eindeutigen Impulse setzen könne, seien auch bei den weltweiten Edelmetall-ETFs keine signifikanten Veränderungen zu erwarten. Manche Marktbeobachter würden kurz- bis mittelfristig bei Silber auch ein Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 25 USD sehen. Komme es zu einem solchen weiteren Rücksetzer, würden die Silber-ETFs ebenfalls deutlich unter Druck kommen. Ein Abverkauf der Silber-ETF-Bestände bis unter die Marke von 400 Mio. Unzen wäre dann denkbar, ebenso wie ein generelles Umdenken der zumeist institutionellen Großkunden dieser Investmentprodukte. (Ausgabe 11 vom 16.06.2011) (17.06.2011/ac/a/m)
Auch die Silber-ETF-Anleger hätten nicht an eine schnelle Erholung geglaubt und die Emittenten mit einem Abverkauf von fast 11 Prozent gegenüber dem Höchststand Mitte April abgestraft. Mittlerweile seien in den weltweiten Silber-ETFs nur noch 14.319,2 Tonnen (460 Mio. Unzen) Silber als Sicherheiten hinterlegt. Am 22. April, nur wenige Tage vor dem dramatischen Absturz des Silberpreises, seien es noch 15.939 Tonnen (512 Mio. Unzen) gewesen.
Gold ETFs hätten derweil die wesentlich bessere Performance hingelegt: Statt einem Sell-Off hätten sich die physischen Gold-Bestände der weltweiten Edelmetall-ETF-Emittenten im gleichen Zeitraum relativ konstant gehalten. Mit aktuell 2.149,96 Tonnen (69,1 Mio. Unzen) befinde sich nur 0,75 Prozent weniger Gold in den Tresoren von iShares, ETF Securities, Zürcher Kantonalbank & Co als Mitte April.
"Vor diesem Hintergrund erscheint ein höherer Inflationsdruck wahrscheinlich - die Rohstoffinvestoren werden gegen Ende des Jahres wieder auf den Markt zurückkehren", habe Chef-Analyst Philip Newman von GFMS analysiert. Der Goldpreis werde bis zum Jahresende auf 1.620 USD je Unze ansteigen, so Newman - solange die chinesische und indische Nachfrage weiterhin derart stark und die Schuldenkrise in Europa ein Thema bleibe.
Als positiver Faktor für den Silberpreis könne aktuell auch die relative Knappheit des Edelmetalls gewertet werden. Trotz vielfacher Marginerhöhung und einem deutlichen Preissturz bleibe Backwardation weiterhin ein Thema am Silbermarkt. Auch die Lagerbestände an der COMEX würden den Abwärtstrend der vergangenen Wochen weiterhin fortsetzen. Mittlerweile stünden nur noch 867,8 Tonnen Silber zur sofortigen Auslieferung zur Verfügung. Anfang 2011 seien es noch rund 1.500 Tonnen gewesen. 2008, als der letzte große Rücksetzer dem Silberpreis zu schaffen gemacht habe, seien es sogar noch mehr als 2.500 Tonnen gewesen.
Von Verknappung oder einer großen Nachfrage habe bei Platin und Palladium in den vergangenen Wochen hingegen jede Spur gefehlt. So würden sich die physischen Bestände der weltweiten Platin-ETFs aktuell auf rund 45,73 Tonnen belaufen (1,47 Mio. Unzen) - kaum 500 Kilogramm weniger als noch vor einem Monat. Eine ähnliche Flaute sei beim Schwestermetall Palladium zu beobachten. Die weltweiten Palladium-ETFs würden ihre physischen Einlagen mit aktuell 68,51 Tonnen (2,20 Mio. Unzen) ebenfalls leicht rückläufig gegenüber dem Vormonat ausweisen.
Solange der Kursverlauf der Edelmetalle keine eindeutigen Impulse setzen könne, seien auch bei den weltweiten Edelmetall-ETFs keine signifikanten Veränderungen zu erwarten. Manche Marktbeobachter würden kurz- bis mittelfristig bei Silber auch ein Abwärtspotenzial bis in den Bereich von 25 USD sehen. Komme es zu einem solchen weiteren Rücksetzer, würden die Silber-ETFs ebenfalls deutlich unter Druck kommen. Ein Abverkauf der Silber-ETF-Bestände bis unter die Marke von 400 Mio. Unzen wäre dann denkbar, ebenso wie ein generelles Umdenken der zumeist institutionellen Großkunden dieser Investmentprodukte. (Ausgabe 11 vom 16.06.2011) (17.06.2011/ac/a/m)
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