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Skandinavische Märkte magere Jahre in Aussicht


21.04.08 11:32
Nordea

Stockholm (aktiencheck.de AG) - Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich in den letzten Monaten verschlechtert, so die Analysten von Nordea.

Ein Ende der internationalen Kreditkrise sei nicht abzusehen, der Immobilienmarkt stehe in vielen Ländern unter massivem Druck, und die globalen Aktienmärkte hätten die dramatischsten Einbrüche seit dem IT-Zusammenbruch im Jahre 2000 verzeichnen müssen. Vor diesem Hintergrund hätten die Ökonomen von Nordea in der Publikation "Economic Outlook" ihre Erwartungen an das wirtschaftliche Wachstum der kommenden Jahre erheblich herabgesetzt. "Die amerikanische Wirtschaft befindet sich vermutlich bereits in einer Rezession und deren Folgen werden global zu spüren sein, auch in den nordischen Ländern", meine Nordeas Chefökonom, Helge J. Pedersen.

In Dänemark sei das niedrigere Wachstum vor allem auf den Einbruch des Wohnungsmarktes zurückzuführen, der das Wachstum des Privatkonsums und die Investitionen in Wohnungen negativ beeinflusst habe. Die dänische Wirtschaft stehe jedoch auch aufgrund der internationalen Finanzkrise vor Herausforderungen. Die hohen Zinsen auf dem Geldmarkt hätten die Geldinstitute veranlasst, höhere Zinsen für gewisse Darlehen anzukündigen. Die höheren Zinsen würden die Tendenz eines geringeren Wachstums von Investitionen und Privatkonsum verstärken. Wichtiger sei jedoch die Aussicht auf ein abgeschwächtes globales Wachstum, einen schwachen USD und ein schwaches GBP, die in den kommenden Jahren auf eine gedämpfte Entwicklung des dänischen Exports deuten würden.

Die schwedische Wirtschaft habe 2007 begonnen, sich langsamer zu entwickeln. Man gehe davon aus, dass sich diese Tendenz 2008 und auch 2009 fortsetzen werde, das Wachstum werde also deutlich unter dem Potenzial bleiben. Die Exporte würden sich durch Diversifizierung auszeichnen, was die negativen Auswirkungen des US-Abschwungs mildere. Die Investitionen seien enorm gesteigert worden, dürften aber nunmehr aufgrund einer schwindenden Nachfrage abnehmen.

Der private Konsum habe trotz einer merkbaren Steigerung des verfügbaren Einkommens, das durch finanzpolitische Maßnahmen im Jahre 2009 (über SEK (Schwedische Krone) 20 Mrd.) noch weiter steigen werde, eine rückläufige Entwicklung gezeigt. Die Anzahl der Beschäftigten werde zurückgehen und die Arbeitslosenrate aufgrund des niedrigeren Wachstums steigen. Die Inflation sei immer noch hoch, dürfte aber aufgrund fallender Energie- und Nahrungsmittelpreise in der zweiten Hälfte dieses Jahres zurückgehen. Das erlaube der Riksbank, die Reporate ab Herbst schrittweise zu kürzen, sodass sie 2009 dann 3,0% erreichen werde.

Das Wachstum der finnischen Wirtschaft habe bereits in der zweiten Jahreshälfte 2007 erheblich abgenommen. Den früheren Schätzungen der Analysten von Nordea entsprechend würde eine stagnierende Weltwirtschaft zu einem vorübergehenden Abschwung in Finnland führen, was vor allem die durch ein robustes Wachstum entstandenen Flaschenhälse entlasten würde. Der Abschwung auf den Exportmärkten werde unvermeidlich in der Prognose für die finnische Wirtschaft zum Ausdruck kommen.

Die Analysten von Nordea erwarten für 2008 und 2009 ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum in Höhe von etwa 2%. Der Abschwung scheine sich weiterhin in einem relativ begrenzten Rahmen zu halten. Es bestehe jedoch ein erhöhtes Risiko dafür, dass der wirtschaftliche Abschwung in den Jahren 2008/09 über eine kurze Aktivitätspause hinausgehen werde.

In Norwegen werde die Zinssteigerung dazu beitragen, die inländische Nachfrage in den nächsten Jahren zu dämpfen. Auch geringere globale Wachstumsaussichten würden das Wachstum in Zukunft dämpfen, obwohl die hohen Rohölpreise die Auswirkung auf die norwegische Wirtschaft begrenzen würden. Ein schwächeres Wachstum bedeute, dass sich der Leitzins stabil auf 5,50% halten könne, obwohl die Inflation in diesem Jahr steigen werde.

Die Unruhe auf den Finanzmärkten bewirke weiterhin, dass die Geldpolitik restriktiver ausfallen und die Norges Bank versuchen werde, die Inflation zu stabilisieren. Ein auch weiterhin hoher Rohölpreis und, im Vergleich zu den Handelspartnern, höhere norwegische Zinsen würden bedeuten, dass die Norwegische Krone auch in den nächsten Jahren stark bleiben werde, obwohl die Risikobereitschaft der Investoren im Augenblick weniger ausgeprägt sei und dies die Norwegische Krone schwäche. (21.04.2008/fc/a/m)