Erweiterte Funktionen
Starker Euro - noch stärkerer Franken
05.07.11 15:23
Vontobel Asset Management
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Das griechische Parlament hat mit seiner Zustimmung zum rigorosen Sparplan einen weiteren Meilenstein bei der Bewältigung der "griechischen Tragödie" gesetzt, berichten die Experten von Vontobel Asset Management.
Aber es stünden weitere Hürden an und der Spuk sei noch nicht endgültig vorbei. Im Juli würden nun ein zweites Kreditprogramm in der Größenordnung von 100 Milliarden Euro sowie die Zwölf-Milliarden-Euro-Tranche aus dem letztjährigen Stützungsprogramm fällig. Damit seien die Liquiditätsbedürfnisse vorerst gestillt. Im September werde die "Troika" bestehend aus der EU, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds erneut über die Auszahlung einer nächsten Tranche entscheiden. Würden die Griechen ihren Sparkurs durchhalten, sei davon auszugehen, dass die nötige Liquidität bis auf weiteres gesichert sein dürfte. Die Experten würden deshalb an ihrem Euro-Hauptszenario des "Muddling through" oder "Durchwurstelns" weiterhin festhalten.
Bemerkenswert sei, dass sich die aktuellen Spannungen in der Eurozone praktisch kaum auf den Eurokurs ausgewirkt hätten. Lasse man den Schweizer Franken einmal außer Betracht, so habe der Euro in diesem Jahr gegenüber praktisch allen anderen Währungen aufgewertet. Dazu würden harte Devisen wie der Japanische Yen, die Dänische und Norwegische Krone, aber auch der Australische und Kanadische Dollar sowie das Britische Pfund und der US-Dollar gehören. Die Experten hätten es somit nicht mit einer Euro-Schwäche, sondern eindeutig mit einer Franken-Stärke zu tun.
Deshalb sei es legitim, wenn sich die Schweiz Gedanken mache, wie sie dieses Problem angehen wolle. Auf fiskalischer Seite sei der Vorschlag der Regierung von Steuersenkungen für Unternehmen eine geeignete Möglichkeit, die Kosten der harten Währung nicht nur einseitig den Exportfirmen aufzubürden.
Was die Geldpolitik betreffe, so sei der Spielraum der Schweizerischen Nationalbank SNB deutlich kleiner geworden. Es gebe zwar die Möglichkeit, weiterhin eine expansive Geldpolitik zu betreiben. Aber anstatt Euro gegen frische Franken zu kaufen, könnte die SNB vermehrt wertbeständigere Aktiva wie zum Beispiel Gold, Immobilien oder Aktien erwerben. Damit würde die Geldmenge erhöht und die Frankenaufwertung gedämpft, doch der potenzielle Verlust auf der Aktivseite der SNB wäre aller Voraussicht nach kleiner. Dies gehe natürlich nur solange, als keine Inflationsgefahren drohen würden. Sei dies eines Tages der Fall, sei das Ende der geldpolitischen Möglichkeiten gekommen.
Negativzinsen, wie sie kurz Ende der 1970er Jahre eingeführt worden seien, würden angesichts des ohnehin schon überbordenden Hypothekenwachstums nicht infrage kommen. Es würden Kapitalverkehrskontrollen bleiben, wie sie einige Schwellenländer mit dem Segen des IWF eingeführt hätten. Dies stünde aber einem liberalen Land wie der Schweiz schlecht an.
Es sollten alle Möglichkeiten geprüft werden, um die unbestreitbaren Vorteile einer eigenen Währung zu bewahren ohne dabei nur die Exporteure zu belasten. Das Gleiche gelte allerdings auch im umgekehrten Fall, sollte der Franken wieder einmal unterbewertet sein. Dies sei letztmals zwischen 2004 und 2007 der Fall gewesen. Und damals habe sich kaum jemand für die Schweizer Importeure stark gemacht. (05.07.2011/ac/a/m)
Aber es stünden weitere Hürden an und der Spuk sei noch nicht endgültig vorbei. Im Juli würden nun ein zweites Kreditprogramm in der Größenordnung von 100 Milliarden Euro sowie die Zwölf-Milliarden-Euro-Tranche aus dem letztjährigen Stützungsprogramm fällig. Damit seien die Liquiditätsbedürfnisse vorerst gestillt. Im September werde die "Troika" bestehend aus der EU, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds erneut über die Auszahlung einer nächsten Tranche entscheiden. Würden die Griechen ihren Sparkurs durchhalten, sei davon auszugehen, dass die nötige Liquidität bis auf weiteres gesichert sein dürfte. Die Experten würden deshalb an ihrem Euro-Hauptszenario des "Muddling through" oder "Durchwurstelns" weiterhin festhalten.
Bemerkenswert sei, dass sich die aktuellen Spannungen in der Eurozone praktisch kaum auf den Eurokurs ausgewirkt hätten. Lasse man den Schweizer Franken einmal außer Betracht, so habe der Euro in diesem Jahr gegenüber praktisch allen anderen Währungen aufgewertet. Dazu würden harte Devisen wie der Japanische Yen, die Dänische und Norwegische Krone, aber auch der Australische und Kanadische Dollar sowie das Britische Pfund und der US-Dollar gehören. Die Experten hätten es somit nicht mit einer Euro-Schwäche, sondern eindeutig mit einer Franken-Stärke zu tun.
Was die Geldpolitik betreffe, so sei der Spielraum der Schweizerischen Nationalbank SNB deutlich kleiner geworden. Es gebe zwar die Möglichkeit, weiterhin eine expansive Geldpolitik zu betreiben. Aber anstatt Euro gegen frische Franken zu kaufen, könnte die SNB vermehrt wertbeständigere Aktiva wie zum Beispiel Gold, Immobilien oder Aktien erwerben. Damit würde die Geldmenge erhöht und die Frankenaufwertung gedämpft, doch der potenzielle Verlust auf der Aktivseite der SNB wäre aller Voraussicht nach kleiner. Dies gehe natürlich nur solange, als keine Inflationsgefahren drohen würden. Sei dies eines Tages der Fall, sei das Ende der geldpolitischen Möglichkeiten gekommen.
Negativzinsen, wie sie kurz Ende der 1970er Jahre eingeführt worden seien, würden angesichts des ohnehin schon überbordenden Hypothekenwachstums nicht infrage kommen. Es würden Kapitalverkehrskontrollen bleiben, wie sie einige Schwellenländer mit dem Segen des IWF eingeführt hätten. Dies stünde aber einem liberalen Land wie der Schweiz schlecht an.
Es sollten alle Möglichkeiten geprüft werden, um die unbestreitbaren Vorteile einer eigenen Währung zu bewahren ohne dabei nur die Exporteure zu belasten. Das Gleiche gelte allerdings auch im umgekehrten Fall, sollte der Franken wieder einmal unterbewertet sein. Dies sei letztmals zwischen 2004 und 2007 der Fall gewesen. Und damals habe sich kaum jemand für die Schweizer Importeure stark gemacht. (05.07.2011/ac/a/m)


