Swisscanto (LU) Bond Fund Sustainable Global Credit: Green Bonds-Markt weiterhin attraktiv


14.02.24 11:00
Swisscanto

Zürich (www.fondscheck.de) - Green Bonds haben sich als Anlageklasse im Anleihenuniversum etabliert, so Samuel Manser, Manager des Swisscanto (LU) Bond Fund Sustainable Global Credit bei Swisscanto.

Zwar habe die große Welle der Neuemissionen zuletzt abgenommen, doch generell habe sich der Green Bonds-Markt auf einem hohen Niveau stabilisieren können. Denn trotz zahlreicher globaler Krisenherde sei der Umbau zu einer nachhaltigeren Wirtschaft weiter im Gange. Das Angebot an Green sowie Social Bonds sei daher intakt.

Der Fokus der Experten richte sich zum einen auf Green Bonds von Banken und Versicherungen. Deren Merkmale seien: Attraktive Kupons, überzeugende Nachhaltigkeitsmerkmale und eine breite Auswahl. Zum anderen würden die Experten ihren Sustainable-Anleihenfonds auch mit Green Bonds von Versorgern oder Automobilkonzernen bestücken, die einen glaubhaften Umbau des Geschäftsmodells hin zu Nachhaltigkeit und stetig sinkenden CO2-Belastungen vorweisen würden. Aufgrund der strengen Nachhaltigkeitsphilosophie der Experten qualifiziere sich nicht jeder Green Bond automatisch für das Portfolio. Die Experten würden Emittenten und Anleihenbedingungen sehr genau unter die Lupe nehmen und jeweils eine Second Party Opinion beiziehen.

Interessant seien im derzeitigen Umfeld auch Nachranganleihen. Mit Corporate Hybrids stehe beispielsweise eine Anlageklasse zur Verfügung, die von den Experten genauer betrachtet werde. Aus Rendite- sowie Diversifikationsgründen seien sie gut geeignete Ergänzungen zu gewöhnlichen Anleihen. Während Green Bonds mittlerweile über einen Viertel des Fondsportfolios ausmachen würden, seien es bei Corporate Hybrids rund acht Prozent. Das Portfolio habe ein Durchschnittsrating von BBB+ und zähle rund 300 Positionen. Das Hauptaugenmerk der Experten liege entsprechend auf Investment-Grade-Anleihen, während hochverzinsliche Papiere als Beimischung dienen würden.

Zur Marktsituation: Nachdem im vergangenen Jahr ausgabenfreudige US-Konsumentinnen und -Konsumenten sowie hohe Fiskaldefizite die restriktiven Effekte höherer Zinsen konterkariert hätten, könnten 2024 nun beide Stützen wegfallen: Konsumentinnen und Konsumenten würden unter höheren Lebenshaltungskosten leiden, hätten ihre Pandemie-Ersparnisse weitgehend aufgezehrt und ihre Verschuldung nehme zu. Die zunehmende Verschuldung zwinge auch Staaten, ihre Ausgaben einzuschränken. In einem Jahr, in dem in vielen wichtigen Ländern Wahlen anstünden, seien Ausgabenkürzungen herausfordernd.

Trotz all dieser Risiken, die an den Märkten derzeit nicht eingepreist seien, würden die Experten für globale Unternehmensanleihen, insbesondere mit Blick auf den Faktor Nachhaltigkeit, positiv bleiben. Die Credit Spreads seien nicht günstig bewertet, lägen aber historisch betrachtet im langfristigen Durchschnitt. Die Bilanzen der meisten Unternehmen seien solide und resilient gegen potenzielle konjunkturelle Abschwächungen. Refinanzierungsprobleme würden primär Unternehmen mit tieferen Bonitäten im High-Yield-Bereich drohen. Schließlich würden auch technische Faktoren unterstützend wirken: So sollten tiefere Leitzinsen und die noch immer geringere Positionierung der Investoren in Unternehmensanleihen zu einer erhöhten Nachfrage nach solchen Werten führen. (14.02.2024/fc/a/f)