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Techfonds-Comeback mit Tücken
13.02.04 16:07
Morningstar
Die in den Baissejahren 2000 bis 2002 viel geschmähten Technologie-Branchenfonds haben sich im vergangenen Jahr mit zum Teil hohen zweistelligen Renditen zurück gemeldet. Wie lange wird die Euphorie diesmal anhalten, fragt sich Kai Wiecking, Fondsanalyst bei Morningstar Deutschland.
Im Blasenjahr 1999 hätten die TMT-Fonds sage und schreibe 168% im Durchschnitt erwirtschaftet. Doch der Katzenjammer sei auf dem Fuße gefolgt: 2000 seien Verluste von 30% verbucht, 2001 seien 35% abgegeben und 2002 schließlich sogar Wertminderungen von 49% verzeichnet worden. Im vergangenen Jahr dann endlich die Verschnaufpause für die verbliebenen, gebeutelten Anleger dieser hochvolatilen Branchenfonds: 24% positive Wertentwicklung seien durchschnittlich herausgesprungen.
Per Saldo habe es für die Anleger, die in allen vier Jahren dabei gewesen seien, ein durchschnittlicher Verlust von 32% gegeben. Die wirklich großen Mittelzuflüsse seien jedoch erst Ende 1999/Anfang 2000 in diese Fonds gekommen. Das Gros der Investoren sei damit noch immer sehr tief in der Verlustzone: 72 % Minus von 2000 bis 2003 würden bedeuten, dass selbst von den heutigen, äußerst anspruchsvollen Bewertungen aus eine Wertentwicklung von 257% nötig wäre, nur um wieder den fiktiven Einstandskurs zu erreichen. Soviel zum beliebten Vorsatz: "Ich warte ab, bis ich meine Verluste wieder ausgleichen kann".
Doch man dürfe auch nicht vergessen, dass diese Fondsgruppe sehr heterogen sei. Während im vergangenen Jahr Internet- und Europafonds mit Renditen von 100% und mehr die Performancelisten angeführt hätten, seien es im Baissejahr 2002 die auf Asien bzw. Telekoms fokussierten Produkte gewesen, die mit Verlusten von "nur" 20 bis 30% die Nase vorn gehabt hätten.
Über fünf Jahre gerechnet fänden sich jedoch nicht die Spezialitäten, sondern verhältnismäßig breit gestreute Fonds an der Spitze. Dies bestätige, dass eine weitere Beschränkung des Anlageuniversums innerhalb des Sektors zwar mehr Volatilität, aber nicht mehr Rendite einbringe.
An erster Stelle finde sich allerdings eine Ausnahme, der ACM Asian Technology (ISIN LU0069063385 / WKN 986633). Dieser Fonds weise trotz seines regionalen Fokus eine weit geringere Volatilität als der Kategoriedurchschnitt auf, 28,5% über drei Jahre (der Kategoriedurchschnitt liege bei schwindelerregenden 37,7%). Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass der Technologiebegriff sehr freizügig ausgelegt werde. Foto- und Kopiererfirmen wie Canon und Ricoh, oder auch das Hongkonger Konglomerat Hutchison Whampoa hätten mit Hochtechnologie recht wenig zu tun.
Der nächstfolgende Fonds, Seligman Global Technology (ISIN LU0081655218 / WKN 987444), sei hingegen ein echter Vertreter seiner Zunft. Leider würden die Amerikaner Morningstar keine Portfolios liefern, und auch auf die internationale Webseite der Fondsgesellschaft gebe es nur einen passwortgeschützten Zugriff. Ein bedauernswerter Mangel an Transparenz.
Besser sehe es beim FIP Nasdaq Sub-Fund des britischen Anbieters Framlington aus. Wie der Name andeute, wähle dieser Fonds aus der weltweit führenden Börse für Technologiewerte aus, an der überwiegend, aber keinesfalls ausschließlich US-Aktien notiert seien. Fast die Hälfte des Fondsvermögens sei in Nebenwerte investiert. Der Fonds zehre vor allem von dem bombastischen Ergebnis im Jahr 1999, als eine Rendite von 232% erreicht worden sei.
Schlechtester Fonds nach Wertentwicklung über fünf Jahre sei übrigens der einstige Anlegerliebling Nordinternet, mit einem kumulierten Verlust von 79,8%. Und dies trotz einer Rendite von 42% im Jahr 2003. Atemberaubend.
Eine weitere Erholung des Technologiesektors sei mittelfristig nur bei einer sehr robusten globalen Konjunktur vorstellbar. Wenn es auch zahlreiche Anzeichen steigender IT-Ausgaben der Firmen nach jahrelangem Sparkurs gebe, so seien doch die Kurse schon reichlich ambitioniert: ein durchschnittliches Kurs-Buch-Verhältnis von 4,5 sowie ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5,2 würden wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.
Im Blasenjahr 1999 hätten die TMT-Fonds sage und schreibe 168% im Durchschnitt erwirtschaftet. Doch der Katzenjammer sei auf dem Fuße gefolgt: 2000 seien Verluste von 30% verbucht, 2001 seien 35% abgegeben und 2002 schließlich sogar Wertminderungen von 49% verzeichnet worden. Im vergangenen Jahr dann endlich die Verschnaufpause für die verbliebenen, gebeutelten Anleger dieser hochvolatilen Branchenfonds: 24% positive Wertentwicklung seien durchschnittlich herausgesprungen.
Per Saldo habe es für die Anleger, die in allen vier Jahren dabei gewesen seien, ein durchschnittlicher Verlust von 32% gegeben. Die wirklich großen Mittelzuflüsse seien jedoch erst Ende 1999/Anfang 2000 in diese Fonds gekommen. Das Gros der Investoren sei damit noch immer sehr tief in der Verlustzone: 72 % Minus von 2000 bis 2003 würden bedeuten, dass selbst von den heutigen, äußerst anspruchsvollen Bewertungen aus eine Wertentwicklung von 257% nötig wäre, nur um wieder den fiktiven Einstandskurs zu erreichen. Soviel zum beliebten Vorsatz: "Ich warte ab, bis ich meine Verluste wieder ausgleichen kann".
Doch man dürfe auch nicht vergessen, dass diese Fondsgruppe sehr heterogen sei. Während im vergangenen Jahr Internet- und Europafonds mit Renditen von 100% und mehr die Performancelisten angeführt hätten, seien es im Baissejahr 2002 die auf Asien bzw. Telekoms fokussierten Produkte gewesen, die mit Verlusten von "nur" 20 bis 30% die Nase vorn gehabt hätten.
An erster Stelle finde sich allerdings eine Ausnahme, der ACM Asian Technology (ISIN LU0069063385 / WKN 986633). Dieser Fonds weise trotz seines regionalen Fokus eine weit geringere Volatilität als der Kategoriedurchschnitt auf, 28,5% über drei Jahre (der Kategoriedurchschnitt liege bei schwindelerregenden 37,7%). Dies dürfte unter anderem daran liegen, dass der Technologiebegriff sehr freizügig ausgelegt werde. Foto- und Kopiererfirmen wie Canon und Ricoh, oder auch das Hongkonger Konglomerat Hutchison Whampoa hätten mit Hochtechnologie recht wenig zu tun.
Der nächstfolgende Fonds, Seligman Global Technology (ISIN LU0081655218 / WKN 987444), sei hingegen ein echter Vertreter seiner Zunft. Leider würden die Amerikaner Morningstar keine Portfolios liefern, und auch auf die internationale Webseite der Fondsgesellschaft gebe es nur einen passwortgeschützten Zugriff. Ein bedauernswerter Mangel an Transparenz.
Besser sehe es beim FIP Nasdaq Sub-Fund des britischen Anbieters Framlington aus. Wie der Name andeute, wähle dieser Fonds aus der weltweit führenden Börse für Technologiewerte aus, an der überwiegend, aber keinesfalls ausschließlich US-Aktien notiert seien. Fast die Hälfte des Fondsvermögens sei in Nebenwerte investiert. Der Fonds zehre vor allem von dem bombastischen Ergebnis im Jahr 1999, als eine Rendite von 232% erreicht worden sei.
Schlechtester Fonds nach Wertentwicklung über fünf Jahre sei übrigens der einstige Anlegerliebling Nordinternet, mit einem kumulierten Verlust von 79,8%. Und dies trotz einer Rendite von 42% im Jahr 2003. Atemberaubend.
Eine weitere Erholung des Technologiesektors sei mittelfristig nur bei einer sehr robusten globalen Konjunktur vorstellbar. Wenn es auch zahlreiche Anzeichen steigender IT-Ausgaben der Firmen nach jahrelangem Sparkurs gebe, so seien doch die Kurse schon reichlich ambitioniert: ein durchschnittliches Kurs-Buch-Verhältnis von 4,5 sowie ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5,2 würden wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 43,24 $ | 43,23 $ | 0,01 $ | +0,02% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU0069063385 | 986633 | 46,30 $ | 37,11 $ | |
Werte im Artikel




