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Thailand-Fonds unter der Lupe


23.01.07 13:05
FONDS im Visier

Sankt Augustin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "FONDS im Visier" nahmen Thailand-Fonds unter die Lupe.

Thailand verschrecke momentan die Investoren. Während der Militärputsch gegen den gewählten, aber unpopulären Premierminister ohne unmittelbare Auswirkungen geblieben sei, habe sich in den letzten Wochen der völlige Mangel an (volks-)wirtschaftlichem Sachverstand und die Neigung zu nationalistischer Politik bei den Generälen als fatal erwiesen. Am 19. Dezember seien massive Kapitalkontrollen verhängt worden, um eine weitere Aufwertung der Landeswährung Baht und einen Ausverkauf der thailändischen Wirtschaft an Ausländer und thailändische Statthalter zu verhindern.

In der Tat seien Thailands Unternehmen im internationalen Vergleich sehr günstig gepreist, was insbesondere Direktinvestitionen angezogen habe. Der Aktienmarkt allerdings befinde sich seit drei Jahren in einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung. Versuche des SET-Index der Börse Bangkok, nach oben auszubrechen, seien durch die Maßnahmen der Militärregierung erst einmal zunichte gemacht worden. Da das Vertrauen ausländischer Investoren vorerst zerstört worden sei, sei bis auf weiteres auch nicht mit einem mittelfristigen Aufwärtstrend zu rechnen. "Die politische Unsicherheit wird bis zu den angekündigten Wahlen im Oktober groß bleiben", glaube Oliver Stönner-Venkatarama, Investmentmanager bei Cominvest. "Neuinvestoren werden um Thailand einen Bogen machen und eher in Osteuropa oder Lateinamerika investieren", meine Hans Harwig Wild vom Bankhaus Metzler.

Investments am thailändischen Aktienmarkt seien von den Kapitalverkehrsbeschränkungen allerdings ausgenommen worden, so dass die in Thailand investierenden Aktienfonds keine größeren Probleme hätten. Breiter streuende Asienfonds hätten ihre Investments in Thailand, in Reaktion auf die Krise, eher verringert. Antizyklisch agierende Anleger sollten daher direkt zu einem Länderfonds greifen.

In der dreijährigen Seitwärtsbewegung würden sich die Ergebnisse der meisten Thailand-Fonds dicht beieinander befinden. Lediglich der Thailand Classic (ISIN LU0158078906/ WKN 164330) von Credit Agricole sei eindeutig abgeschlagen. Der CA-Fonds sei bereits früher als eine aggressive Variante aufgefallen. Über mehrere rollende Drei-Jahres-Zeiträume erweise sich der Templeton Thailand (ISIN LU0078275988/ WKN 987148) als relativ defensiver Vertreter des Sektors. Hintergrund sei hier der Value-Ansatz von Fondsmanager Mark Mobius. Für Sparpläne würden sich der Fidelity Funds - Thailand Fund (ISIN LU0048621477/ WKN 973268) und der HSBC GIF Thai Equity (ISIN LU0210637038/ WKN A0D8GB) anbieten. Nach Ansicht der Experten sei Thailand derzeit das einzige wirklich antizyklische Investment. Wer kaufen wolle, erhalte zwar sehr günstig gepreiste Aktien, müsse allerdings gegen die vorherrschende Stimmung handeln. Zudem sollten anfängliche Verluste ertragen werden und Geduld vorhanden sein.

Die Experten von "FONDS im Visier" empfehlen bei Thailand-Fonds einen Positionsaufbau über einen Sparplan. (23.01.2007/fc/a/f)