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Themen-ETFs - Einstieg verpasst?
15.12.20 14:17
Legal & General IM
London (www.fondscheck.de) - Seit dem Tief Mitte März 2020 an den Aktienmärkten weltweit sind die Kurse stark gestiegen und haben den Einbruch wieder wettgemacht, so die Experten von Legal und General Investment Management.
Diese Kurserholung gelte in der Branche bereits als die meist gehasste, weil viele Anleger den Einstieg verpasst hätten. Gelte das auch für Themen-ETFs? Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich, erkläre, wie sich Themen-ETFs entwickelt hätten und ob ein Anstieg heute noch lohne.
Hohe zweistellige Renditen seien bei Themenfonds dieses Jahr keine Seltenheit. Das hänge zunächst davon ab, welches Thema der zugrundeliegende Index abbilde. In der Krise hätten zum Beispiel technologielastige Branchen wie E-Commerce, Internetsicherheit, Energiespeicher-Technologien etc. profitiert. Entsprechende Themen-ETFs sollten daher eine überdurchschnittliche Wertentwicklung gegenüber einem breit angelegten Index wie dem MSCI World erzielt haben. Deshalb gelte: In Krisenzeiten sollte zuallererst die Wertentwicklung eines Themen-ETFs gegenüber einem Standard-Index überprüft werden.
Aber aufgepasst - der Teufel stecke auch hier im Detail. Die Performance sei nur ein erster Indikator. Wer Themen-ETFs aus dem Markt filtern möchte, die auf Dauer besser abschneiden würden als der breite Markt, sollte die folgenden Kriterien berücksichtigen:
- Der ETF sollte eine geringe Überlappung von höchstens 5 Prozent mit Standard-Indices aufweisen
- Der zugrundeliegende Index sollte nicht auf einem vergangenheitsorientierten Marktkapitalisierungs-Ansatz basieren
- Im Index sollten überwiegend so genannte "Pure Player" abgebildet sein, deren Geschäftsmodell sich auf das Kernthema konzentriere
Seien diese Kriterien berücksichtigt, dann sollte eine zweistellige Rendite pro Jahr möglich sein. Denn das entspreche etwa dem Umsatzwachstum des Themas. Oder anders ausgedrückt: Themen-ETFs, die nach anderen Kriterien zusammengesetzt seien, könnten trotz des Themen-Ansatzes schlechter abschneiden als der breite Markt.
Viele Finanzberater würden befürchten, dass es für ein Investment jetzt schon zu spät sei. Die schlechte Nachricht: Wer die tiefen Kurse im März zum Einstieg verpasst habe, habe Rendite verschenkt. Doch wem gelinge schon so ein perfektes Timing? Die gute Nachricht: Themen-ETFs würden Zukunftsthemen abbilden. Idealerweise seien solche Unternehmen in den Themen-ETFs abgebildet, die am Anfang des Wachstumszyklus einer strukturellen Veränderung in Wirtschaft und Gesellschaft stünden und entsprechend in Zukunft noch stark zulegen würden.
Das heiße, für einen Einstieg sei es langfristig gesehen trotz diesjähriger Rally nicht zu spät - ob als Beimischung zum Portfolio in Form einer Einmalanlage oder als Sparplan. Kunden, die eine Einmalanlage bevorzugen würden, sollten gegebenenfalls den nächsten Abschwung abwarten oder die Einmalanlage auf mehrere Monate aufsplitten. Wer lieber regelmäßig investieren möchte, der könne jederzeit mit einem Sparplan starten.
Im nächsten Kommentar gehe Philipp von Königsmarck auf das Thema "Themen-ETFs - zu klein und jung?" ein und erkläre, ob es für ein Investment in Themen-ETFs zu früh sei.
Bereits erschienene Kommentare:
Themen-ETFs - Zukunftstrend oder Mode?
Themen-ETFs - der Schlüssel zu dynamischen Märkten
Themen-ETFs - Wette gegen den Markt?
Wichtige Risikowarnung
Der Wert einer Investition und die daraus erzielten Erträge seien nicht garantiert und könnten sowohl steigen als auch fallen; Anleger würden möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurückerhalten. (15.12.2020/fc/a/e)
Diese Kurserholung gelte in der Branche bereits als die meist gehasste, weil viele Anleger den Einstieg verpasst hätten. Gelte das auch für Themen-ETFs? Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich, erkläre, wie sich Themen-ETFs entwickelt hätten und ob ein Anstieg heute noch lohne.
Hohe zweistellige Renditen seien bei Themenfonds dieses Jahr keine Seltenheit. Das hänge zunächst davon ab, welches Thema der zugrundeliegende Index abbilde. In der Krise hätten zum Beispiel technologielastige Branchen wie E-Commerce, Internetsicherheit, Energiespeicher-Technologien etc. profitiert. Entsprechende Themen-ETFs sollten daher eine überdurchschnittliche Wertentwicklung gegenüber einem breit angelegten Index wie dem MSCI World erzielt haben. Deshalb gelte: In Krisenzeiten sollte zuallererst die Wertentwicklung eines Themen-ETFs gegenüber einem Standard-Index überprüft werden.
Aber aufgepasst - der Teufel stecke auch hier im Detail. Die Performance sei nur ein erster Indikator. Wer Themen-ETFs aus dem Markt filtern möchte, die auf Dauer besser abschneiden würden als der breite Markt, sollte die folgenden Kriterien berücksichtigen:
- Der ETF sollte eine geringe Überlappung von höchstens 5 Prozent mit Standard-Indices aufweisen
- Der zugrundeliegende Index sollte nicht auf einem vergangenheitsorientierten Marktkapitalisierungs-Ansatz basieren
- Im Index sollten überwiegend so genannte "Pure Player" abgebildet sein, deren Geschäftsmodell sich auf das Kernthema konzentriere
Seien diese Kriterien berücksichtigt, dann sollte eine zweistellige Rendite pro Jahr möglich sein. Denn das entspreche etwa dem Umsatzwachstum des Themas. Oder anders ausgedrückt: Themen-ETFs, die nach anderen Kriterien zusammengesetzt seien, könnten trotz des Themen-Ansatzes schlechter abschneiden als der breite Markt.
Das heiße, für einen Einstieg sei es langfristig gesehen trotz diesjähriger Rally nicht zu spät - ob als Beimischung zum Portfolio in Form einer Einmalanlage oder als Sparplan. Kunden, die eine Einmalanlage bevorzugen würden, sollten gegebenenfalls den nächsten Abschwung abwarten oder die Einmalanlage auf mehrere Monate aufsplitten. Wer lieber regelmäßig investieren möchte, der könne jederzeit mit einem Sparplan starten.
Im nächsten Kommentar gehe Philipp von Königsmarck auf das Thema "Themen-ETFs - zu klein und jung?" ein und erkläre, ob es für ein Investment in Themen-ETFs zu früh sei.
Bereits erschienene Kommentare:
Themen-ETFs - Zukunftstrend oder Mode?
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Themen-ETFs - Wette gegen den Markt?
Wichtige Risikowarnung
Der Wert einer Investition und die daraus erzielten Erträge seien nicht garantiert und könnten sowohl steigen als auch fallen; Anleger würden möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurückerhalten. (15.12.2020/fc/a/e)


