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US-Leistungsbilanz dramatische Entwicklung


21.06.07 11:03
Deutsche Bank Research

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die US-Leistungsbilanz schloss im vergangenen Jahr mit einem Rekorddefizit von 811 Mrd. USD oder 6,1% des BIP, so die Analysten von Deutsche Bank Research.

1991 sei sie dagegen noch ausgeglichen gewesen. Ein Anstieg von 0 auf 811 Mrd. USD in nur 15 Jahren sei eine wahrlich dramatische Entwicklung. Dennoch habe die Defizitproblematik in der aktuellen wirtschaftspolitischen Diskussion eher an Bedeutung verloren.

Ein Abbau der internationalen Ungleichgewichte müsse keineswegs - wie oft befürchtet - abrupt erfolgen. Denn das US-Leistungsbilanzdefizit gehe nicht nur auf Entwicklungen in den USA zurück, sondern sei auch das Ergebnis von Anlageentscheidungen in den Überschussländern.

Das US-Leistungsbilanzdefizit dürfte im laufenden Jahr auf 5,5% des BIP und im kommenden Jahr auf 5,25% des BIP sinken. Dies lasse ein von Deutsche Bank Research geschätztes Modell zur Erklärung der US-Leistungsbilanz vermuten.

Eine Erhöhung der Sparquote der privaten Haushalte in den USA teils finanzpolitisch bedingt dürfte auf mittlere und längere Sicht dann dafür sorgen, dass sich die finanzielle Bilanz des privaten Sektors verbessere und sich damit das US-Leistungsbilanzdefizit verringere.

In den Überschussländern würden sich gegenläufige Anpassungen abzeichnen. So sprächen eine Stärkung der Binnennachfrage in Asien sowie stärkere Diversifizierungsanstrengungen in den ölproduzierenden Ländern, die ihre Abhängigkeit von den Öleinnahmen verringern möchten, dafür, dass weniger Kapital in die USA fließe.

Der weiter kräftig expandierende Handel mit Dienstleistungen spreche auf längere Sicht ebenfalls für eine Verbesserung der US-Leistungsbilanz. Gerade hier seien die USA Vorreiter und hätten damit Wettbewerbsvorteile. (21.06.2007/ac/a/m)