VW-Skandal treibt Palladium


28.09.15 11:45
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - "Sorgen um Chinas Wirtschaftswachstum, ein Skandal in der Automobilindustrie und eine zurückhaltende FED-Chefin waren die Rohstofftreiber in der vergangenen Woche", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Der Bloomberg-Rohstoffindex habe vergangene Woche zwar mit nur einem leichten Minus von 0,3 Prozent abgeschlossen, liege aber seit Jahresbeginn weiterhin mit 15 Prozent in der Verlustzone. "Das große Thema war eindeutig der Abgas-Skandal bei Volkswagen, der sowohl die Aktienmärkte schwächte als auch eine heftige Reaktion bei Metallen der Platingruppe auslöste", sage Hansen. Die Abgasmanipulation bei Dieselmotoren hätte zu Spekulationen um die Zukunft dieser Motorenart geführt. Da Platin eine Schlüsselkomponente bei Dieselkatalysatoren sei, und Palladium die gleiche Funktion bei Benzinmotoren innehabe, sei es zu einer dramatischen Divergenz zwischen diesen beiden Metallen gekommen. "Während Platin auf ein neues Sechs-Jahres-Tief gesunken ist, konnte Wochensieger Palladium rund zehn Prozent zulegen", sage Hansen.

Gold habe seine Gewinne im Anschluss an die FED-Sitzung vom 17. September halten können - trotz eines stärkeren US-Dollars und einer neuen Zurückhaltung bezüglich einer Zinsanhebung der FED. "Der kurzfristige Gold-Ausblick wird von der Gesundheit der Weltwirtschaft abhängen und ihren Einfluss auf die Aktien- und Anleihenmärkte", sage Hansen. Zusätzlich beschäftige die Märkte nach wie vor, ob und wann die FED die Zinswende einleite. "Sollte das gelbe Metall sein August-Hoch von 1.170 USD pro Feinunze übertreffen, könnte es auch weiter nach oben gehen. Bei einem erneuten Kurssturz unter die Marke von 1.100 USD pro Feinunze könnte es jedoch zu einem neuen Ausverkauf kommen", sage Hansen.

Die Ölmärkte würden ihre Erholung nach den massiven Schwankungen in den vergangenen Monaten fortsetzen. "Das Hauptthema ist weiterhin das Überangebot, das von der steigenden Opec-Produktion verursacht wird", sage Hansen. Dennoch habe es in den vergangenen Wochen zunehmend Anzeichen dafür gegeben, dass die Ölpreise mittlerweile so tief gesunken seien, dass eine Anpassung auf der Angebotsseite ausgelöst werden könnte. "So eine Anpassung könnte laut der International Energy Agency im kommenden Jahr die größte Non-Opec Angebotsreduktion seit 24 Jahren auslösen. Dies kann bis Ende 2016 zu einer Erholung der Preise führen", sage Hansen abschließend. (28.09.2015/fc/a/m)