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Weizen Notierungen massiv zugelegt


09.08.10 09:15
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Notierungen auf Weizen sind in den vergangenen Tagen regelrecht explodiert und konnten massiv zulegen, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Ausschlaggebend für den Anstieg seien die Brände in Russland gewesen. Experten würden schätzen, dass aktuell 200 bis 400 kleinere Brände pro Tag hinzukämen. Reisende nach Moskau würden gewarnt, dass Trips in die russische Hauptstadt wenn möglich abgesagt werden sollten, da dunkle Rauchwolken über der Stadt hängen würden und das Atmen deutlich erschwert sei. Neben der Bevölkerung Moskaus seien jedoch auch die Landwirte stark betroffen. Ihre Ernte verbrenne und die russische Weizenproduktion sei deutlich gesenkt worden gegenüber den Vorjahren. Man schätze, dass nur 70 bis 75 Mio. Tonnen an Weizen produziert würden, nach Ernten im Bereich der 80 Mio. und mehr im Vorjahr.

Die russische Regierung habe sich gezwungen gesehen, einen Exportstopp zu verhängen. Dies habe die amerikanischen Weizen-Futures noch einmal deutlich angetrieben. Bisher sei noch nicht ganz klar, ob frühere Verträge erfüllt werden könnten. Möglicherweise erstrecke sich der Exportstopp auch auf ältere Lieferungen, was die Lage verschärfen könnte.

Die amerikanischen Weizenexporte würden sich aufgrund der Probleme gut entwickeln und eine steigende Auslandsnachfrage vor allem aus Ägypten zeigen. Allerdings müsse man darauf hinweisen, dass die USA im Moment auf einer sehr hohen Ernte sowie Lagerbeständen sitzen würden. Gegenüber der Saison 2008/2009, wo die Lagerbestände 29 Prozent der Produktion hätten decken können, würden diese in der Saison 2009/2010 auf 48 Prozent ansteigen. In der Folgesaison bis 2011 rechne man mit einer weiteren Verbesserung auf 50 Prozent. Hier sei somit eine Menge an Potenzial für Exporte vorhanden.

Zudem solle Argentinien seine Ernte von 7,5 Mio. Tonnen auf nun 13 Mio. steigern können. Dies würde die Situation ebenfalls weiter entspannen. Außerdem seien die globalen Lagerbestände an Weizen deutlicher höher als bei der Rally von 2007 und 2008. Man sehe daher eine massive Übertreibung im Preis. (09.08.2010/ac/a/m)