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Weizen mit deutlich nachgebenden Notierungen
01.04.09 10:10
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - In den vergangenen zwölf Monaten ist der Preis für US-Weizen um über 50 Prozent kollabiert, nachdem er zuvor bis auf 1.200 US-Cents pro Scheffel gestiegen war, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Nicht wenige Marktteilnehmer seien daher der Auffassung, dass jetzt ein guter Zeitpunkt zum Aufbau von Long-Positionen gekommen sei. Am 11. März habe das US-Landwirtschaftsministerium seine neusten Prognosen bezüglich der Endbestände für die laufende 2008/09er Saison abgegeben. Die Experten würden mit nunmehr mit Vortragsbeständen von 712 Millionen Scheffeln nach zuvor 655 Millionen Scheffeln rechnen. Gegenüber den 306 Millionen Scheffeln des Vorjahres bedeute das einen signifikanten Sprung nach oben.
Das viel beachtete Ending Stock to Use Ratio werde bei stattlichen 32 Prozent gesehen. Dies sei der höchste Wert seit 2002. In den letzten Jahren habe das Verhältnis zwischen 13 und 26 Prozent gependelt. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass man für 2009/10 einen Rückgang des US-Weizen-Outputs um 15 Prozent auf lediglich noch 2,12 Milliarden Scheffel erwarte.
Auch auf globaler Ebene gehe man von einer üppigen Versorgungslage aus: So sollten die Endbestände von 120 auf 156 Millionen Tonnen steigen, was einem Ending Stock to Use Ratio von komfortablen 24 Prozent entspreche. Für 2009/10 habe das australische Landwirtschaftsministerium jedoch einen Rückgang der weltweiten Weizen-Produktion um acht Prozent auf 632 Millionen Tonnen angekündigt.
Der Optimismus der amerikanischen Behörde gründe sich in erster Linie auf den sehr guten Zustand des US-Winterweizens. Ende November seien 66 Prozent der Pflanzen mit "good to excellent" bewertet worden. Im Jahr davor seien es gerade einmal 44 Prozent gewesen. Der zugegebenermaßen trockene Winter habe den Pflanzen offensichtlich nicht nachhaltig geschadet und wenn es in den kommenden Monaten nicht zu einer ausgeprägten Dürre im amerikanischen "Corn Belt" komme, seien die Ertragsprognosen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums sicherlich nicht zu hoch.
Trotz des massiven Preisrückgangs sei US-Weizen immer noch vergleichsweise teuer. Aktuell koste eine Tonne rund 40 US-Dollar mehr als beispielsweise Weizen aus Europa oder Russland. Der zuletzt wieder etwas festere US-Dollar verschärfe die Lage noch zusätzlich. Insofern verwundere es nicht, dass die US-Exporte bislang um rund 20 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau liegen würden. Für das Gesamtjahr gehe das US-Landwirtschaftsministerium sogar von einem Minus im Bereich von 22 Prozent aus. Von dieser Seite aus dürfte es mithin keine positiven Impulse für die Weizenpreise geben.
Deutlich nachgebende Notierungen in den nächsten Wochen impliziere die Saisonalität. Für gewöhnlich bilde Weizen erst in den Sommermonaten sein Erntetief bezüglich des Winterweizens aus, der den überwiegenden Teil der jährlichen Erträge ausmache. In der zweiten Jahreshälfte könnten sich die Kurse dann aber erholen, weil die Marktteilnehmer ab diesem Zeitpunkt den Fokus verstärkt auf das Jahr 2010 richten würden, in welchem - wie gezeigt - mit einem niedrigeren Output gerechnet werde.
Auch die CoT-Daten würden auf tendenziell niedrigere Notierungen hindeuten. Zwar würden die Commercials nach wie vor eine Netto-Long-Position von aktuell rund 20.000 Kontrakten halten. Auffällig sei jedoch, dass die Hedger ihre saldierten Long-Positionen in den vergangenen Wochen um etwa 50 Prozent reduziert hätten, obwohl die Weizen-Notierungen in diesem Zeitraum nicht großartig angezogen hätten. Offenbar würden immer weniger kommerzielle Marktteilnehmer die gegenwärtigen Kurse als niedrig genug erachten, um nennenswerte Käufe zu tätigen. Bei nüchterner Betrachtung sei dies kein gutes Zeichen hinsichtlich größerer Kurszuwächse.
Charttechnisch sehe es (noch) gar nicht so schlecht aus. Zwar sei der langfristige Abwärtstrend unverändert intakt und nach den jüngsten Rücksetzern würden sowohl der MACD als auch der RSI Verkaufssignale generieren. Außerdem habe der Markt die wichtige 18-Tage-Linie nicht halten können. Auf der anderen Seite deute die Stochastik auf steigende Notierungen hin und vor allem scheine sich im Bereich von 500 US-Cents ein tragfähiger Boden gebildet zu haben, der selbst an einem generell tiefroten Tag wie vergangenen Montag nicht in Gefahr geraten sei. Im Umkehrschluss bedeute dies aber auch, dass sobald der Support bei 500 US-Cents nachhaltig unterschritten werde, es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Etage tiefer gehe. Ob es dazu komme, müsse man sehen.
In jedem Fall wurde zuletzt eine Serie von fallenden Hochs ausgebildet und angesichts der sonstigen Faktoren rechnen die Experten vom "Rohstoff-Trader" in Bälde mit einem Unterschreiten der zentralen Unterstützung. Dann könnten Anleger eine spekulative Short-Position sicherlich in Betracht ziehen. (01.04.2009/ac/a/m)
Nicht wenige Marktteilnehmer seien daher der Auffassung, dass jetzt ein guter Zeitpunkt zum Aufbau von Long-Positionen gekommen sei. Am 11. März habe das US-Landwirtschaftsministerium seine neusten Prognosen bezüglich der Endbestände für die laufende 2008/09er Saison abgegeben. Die Experten würden mit nunmehr mit Vortragsbeständen von 712 Millionen Scheffeln nach zuvor 655 Millionen Scheffeln rechnen. Gegenüber den 306 Millionen Scheffeln des Vorjahres bedeute das einen signifikanten Sprung nach oben.
Das viel beachtete Ending Stock to Use Ratio werde bei stattlichen 32 Prozent gesehen. Dies sei der höchste Wert seit 2002. In den letzten Jahren habe das Verhältnis zwischen 13 und 26 Prozent gependelt. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass man für 2009/10 einen Rückgang des US-Weizen-Outputs um 15 Prozent auf lediglich noch 2,12 Milliarden Scheffel erwarte.
Auch auf globaler Ebene gehe man von einer üppigen Versorgungslage aus: So sollten die Endbestände von 120 auf 156 Millionen Tonnen steigen, was einem Ending Stock to Use Ratio von komfortablen 24 Prozent entspreche. Für 2009/10 habe das australische Landwirtschaftsministerium jedoch einen Rückgang der weltweiten Weizen-Produktion um acht Prozent auf 632 Millionen Tonnen angekündigt.
Trotz des massiven Preisrückgangs sei US-Weizen immer noch vergleichsweise teuer. Aktuell koste eine Tonne rund 40 US-Dollar mehr als beispielsweise Weizen aus Europa oder Russland. Der zuletzt wieder etwas festere US-Dollar verschärfe die Lage noch zusätzlich. Insofern verwundere es nicht, dass die US-Exporte bislang um rund 20 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau liegen würden. Für das Gesamtjahr gehe das US-Landwirtschaftsministerium sogar von einem Minus im Bereich von 22 Prozent aus. Von dieser Seite aus dürfte es mithin keine positiven Impulse für die Weizenpreise geben.
Deutlich nachgebende Notierungen in den nächsten Wochen impliziere die Saisonalität. Für gewöhnlich bilde Weizen erst in den Sommermonaten sein Erntetief bezüglich des Winterweizens aus, der den überwiegenden Teil der jährlichen Erträge ausmache. In der zweiten Jahreshälfte könnten sich die Kurse dann aber erholen, weil die Marktteilnehmer ab diesem Zeitpunkt den Fokus verstärkt auf das Jahr 2010 richten würden, in welchem - wie gezeigt - mit einem niedrigeren Output gerechnet werde.
Auch die CoT-Daten würden auf tendenziell niedrigere Notierungen hindeuten. Zwar würden die Commercials nach wie vor eine Netto-Long-Position von aktuell rund 20.000 Kontrakten halten. Auffällig sei jedoch, dass die Hedger ihre saldierten Long-Positionen in den vergangenen Wochen um etwa 50 Prozent reduziert hätten, obwohl die Weizen-Notierungen in diesem Zeitraum nicht großartig angezogen hätten. Offenbar würden immer weniger kommerzielle Marktteilnehmer die gegenwärtigen Kurse als niedrig genug erachten, um nennenswerte Käufe zu tätigen. Bei nüchterner Betrachtung sei dies kein gutes Zeichen hinsichtlich größerer Kurszuwächse.
Charttechnisch sehe es (noch) gar nicht so schlecht aus. Zwar sei der langfristige Abwärtstrend unverändert intakt und nach den jüngsten Rücksetzern würden sowohl der MACD als auch der RSI Verkaufssignale generieren. Außerdem habe der Markt die wichtige 18-Tage-Linie nicht halten können. Auf der anderen Seite deute die Stochastik auf steigende Notierungen hin und vor allem scheine sich im Bereich von 500 US-Cents ein tragfähiger Boden gebildet zu haben, der selbst an einem generell tiefroten Tag wie vergangenen Montag nicht in Gefahr geraten sei. Im Umkehrschluss bedeute dies aber auch, dass sobald der Support bei 500 US-Cents nachhaltig unterschritten werde, es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Etage tiefer gehe. Ob es dazu komme, müsse man sehen.
In jedem Fall wurde zuletzt eine Serie von fallenden Hochs ausgebildet und angesichts der sonstigen Faktoren rechnen die Experten vom "Rohstoff-Trader" in Bälde mit einem Unterschreiten der zentralen Unterstützung. Dann könnten Anleger eine spekulative Short-Position sicherlich in Betracht ziehen. (01.04.2009/ac/a/m)


