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Weltwirtschaft sehr unsichere Zeiten


31.08.11 12:49
Nordea

Stockholm (aktiencheck.de AG) - Führende Wirtschaftsindikatoren zeigen sehr unsichere Zeiten für die Weltwirtschaft an, so die Analysten von Nordea.

Das Aktivitätsniveau in den USA und in Europa habe sich deutlich verlangsamt, und das grundlegende Prognose-Szenario der Analysten bis einschließlich 2013 beziehe jetzt den Faktor Niedrigwachstum in der "alten Welt" mit ein. Es müsse jedoch betont werden, dass das Risiko einer erneuten leichten Rezession in beiden Regionen recht hoch sei.

Die Schwellenländer würden zunehmend an Bedeutung gewinnen; hier sei weiterhin ein hohes Wirtschaftswachstum zu beobachten. Daher würden sich die Länder der "alten Welt" auch nicht in einer Neuauflage der letzten Finanzkrise befinden, sondern würden "nur" ein anhaltend schwaches Wachstum erleben. Die nordischen Länder hätten den Gipfel überschritten. Die nordischen Wirtschaften seien weiterhin von soliden öffentlichen Finanzen gekennzeichnet. Inmitten der international schleppenden Wirtschaftsentwicklung gehe aber auch den Wachstumslokomotiven langsam der Dampf aus.

Nach einem rasanten Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2011 verliere die schwedische Wirtschaft an Auftrieb. Das Wirtschaftswachstum werde aufgrund der globalen Ermattung 2012 eher träge verlaufen. Das Exportwachstum sei bereits in Mitleidenschaft gezogen worden, und die jüngste Talfahrt der Börse sowie ein kriselnder Arbeitsmarkt würden den Konsum 2012 einschränken. Die Investitionen würden ebenfalls von der Unruhe auf den Finanzmärkten beeinflusst und würden im kommenden Jahr nur langsam steigen. Die öffentlichen Finanzen würden sich in einem Gleichgewicht befinden und würden trotz des schwachen Wachstums einen leichten Aufwärtstrend verzeichnen können. Die Inflation liege innerhalb des abgesteckten Ziels von 2%.

Aufgrund der Unruhen auf den Finanzmärkten werde sich die Riksbank in Warteposition einnehmen, und den Reposatz 2012 als Reaktion auf den einbrechenden Arbeitsmarkt senken. Obwohl sich die Prognosen für die norwegische Wirtschaft verschlechtert hätten, gebe es weiterhin Grund anzunehmen, dass Norwegen weit weniger als andere Länder in Mitleidenschaft gezogen werde. Die Ölgesellschaften würden ihre Investitionen markant steigern, nicht nur in Norwegen, sondern auch in anderen Ländern. Die geringe Arbeitslosigkeit und der angemessene Anstieg von Löhnen und Gehältern würden zu einem tendenziell steigenden Konsum führen; Unruhen im Finanzsektor und der Abwärtstrend an der Börse könnten die Dynamik jedoch dämpfen.

Vorausgesetzt, dass sich das Zinsniveau der wichtigsten Handelspartner Norwegens nicht ändere, werde die Norges Bank ihren Leitzins nur in kleinen Schritten und sehr langsam erhöhen, aber wie bisher mehr als in anderen Ländern. Zusammen mit den sehr soliden öffentlichen Finanzen werde das die starke Position der NOK (Norwegische Krone) unterstützen.

In Dänemark spüre man weiterhin die Nachwirkungen des erlahmten Immobilienmarktes nach der letzten Finanzkrise. Das Wirtschaftswachstum verlaufe seit Ende 2009 wenig überzeugend, und Dänemark befinde sich erneut in einer technischen Rezession. Das matte Wachstum der Binnennachfrage sei nur einer von mehreren Unsicherheitsfaktoren; hinzukämen u. a. das Ergebnis der anstehenden Parlamentswahlen und die internationalen Wirtschaftstrends. Vor diesem Hintergrund hätten die Analysten ihre Wachstumsprognosen für 2011 und 2012 nach unten angepasst. Sie würden jetzt für beide Jahre ein Wachstum um etwa 1% erwarten. Das Wachstum werde jedoch in diesem Zeitraum an Dynamik gewinnen und 2013 1,5% erreichen.

Die Wirtschaftsaussichten für Finnland seien düsterer geworden. Die Exporte würden sich weit weniger positiv entwickeln als bisher angenommen, und die Unternehmen würden wahrscheinlich Investitionsprojekte zurückstellen müssen. Ein schwächeres Verbrauchervertrauen bremse den Privaten Konsum und auch die Immobilieninvestitionen. Die Analysten hätten ihre BIP-Prognose für das Jahr 2012 um annähernd 50% reduziert und von 3% auf 1,6% herabgestuft. Mit einem derart bescheidenen Wachstum werde die Beschäftigung kaum steigen, und die neue Regierung werde gezwungen sein, ein Gleichgewicht zwischen dem Ankurbeln des Wirtschaftswachstums und einem Haushaltsdefizit zu finden, das den politischen Spielraum einschränke. Die Prognose für 2013 lehne sich an die Entwicklung der wichtigsten Exportmärkte an und verlaufe positiver, und die Produktion werde, so die Erwartung, insgesamt um 2,7% steigen. (31.08.2011/ac/a/m)