Zinsen: Es gibt sie noch - Rentenfonds, die noch lohnen


30.05.16 11:58
F&V Fondscenter AG

Berlin (www.fondscheck.de) - Wir sind - wie die meisten unserer Kunden wissen - Freunde der Aktienanlage, und die meisten Anleger mit langem Anlagehorizont sollten es ebenfalls sein, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Warum? Aktienanlagen böten langfristig die besten Renditechancen, und in Kombination mit dem Zinseszinseffekt die besten Aussichten, sein Vermögen (nach Steuern und nach Inflation) zu erhalten bzw. zu mehren. Und ein langer Anlagehorizont entschärfe den Schrecken zwischenzeitlicher Kursstürze, die an den Aktienmärkten immer wieder auftreten würden. Die mittlerweile viel diskutierte Rentenproblematik (sinkende Renten und zu geringe Zinsen, um das mit herkömmlichen Sparanlagen auszugleichen) wäre mit einer ordentlichen Dosis Aktienanlagen viel leichter zu bewältigen.

Aber: Aktienfonds seien eben nicht für jeden Anleger die geeignete Anlage. Manch Einer habe dort bereits "genug" investiert und suche, um sein Vermögen nicht zu stark auf Aktien auszurichten, daneben "berechenbarere" Anlagen. Immobilien seien vielleicht aus verschiedenen Gründen ebenfalls kein Thema, Gold (als Anlageobjekt) zu spekulativ, und Strategien, wie sie in den Fonds umgesetzt würden, würden zu nebulös erscheinen? Oder aber man teile die Aktienaffinität einfach nicht?

Dann würden automatisch Zinsanlagen (im Fachjargon: Rentenanlagen) in den Fokus rücken. Allerdings falle es schwer, sich für Euro-Zinsanlagen zu begeistern, wenn man selbst für eine Bundesanleihe (die im Grunde nichts anderes sei als ein Kredit, den man dem Staat gebe) mit zehnjähriger Laufzeit praktisch keine Zinsen mehr bekomme (bei kürzeren Laufzeiten müsse man derzeit sogar Zinsen bezahlen, um der Bundesrepublik Geld leihen zu dürfen). Und bei Unternehmensanleihen mit relativ guter Bonität gebe es auch nicht viel mehr zu verdienen.

Zinsen, die diesen Namen noch verdienen würden, gebe es aber durchaus: Nicht bei der Bank, bei Lebensversicherungen oder Bundesanleihen, dafür aber bei Anlagen in anderen Ländern bzw. Währungen sowie bei hochverzinsten Anleihen von Unternehmen mit schlechterer Bonität ("High Yield"). Zwar seien höhere Zinsen immer auch mit höheren Risiken verbunden, aber andererseits gebe es risikolose Zinsanlagen ohnehin nicht mehr. Das heiße: Auch Anlagen, die der landläufigen Meinung nach als sicher gelten würden, würden Risiken aufweisen (Verluste nach Abzug der Inflation, Kursverluste bereits bei einem geringen Renditeanstieg am Markt). Warum also nicht in Rentenanlagen investieren, bei denen diese wenigstens mit einem etwas höheren Zins bzw. besseren Chancen vergütet würden?

Direktanlagen in einzelnen Anleihen könnten schnell zum Problem werden (von Bonitätsverschlechterungen bis hin zum Konkurs). Deswegen sei eine Streuung sinnvoll, und am besten gelinge dies über entsprechend ausgerichtete Rentenfonds. Solche Rentenfonds würden die Experten auch in der derzeitigen Niedrigzinsphase noch für interessant halten.

StarCapital Argos (ISIN LU0137341789 / WKN 805785): Sein Manager Peter Huber zähle zu den erfahrensten Fondsmanagern für Rentenfonds. Er setze seine Überzeugungen und Markteinschätzungen in seinem Fonds konsequent um. Diese Konsequenz sei auch notwendig, denn ohne sie seien halbwegs ansprechende Ergebnisse mit Rentenfonds derzeit fast unmöglich. Etwas höhere Schwankungen als bei den meisten übrigen breit streuenden Rentenfonds seien dabei mit einzukalkulieren (so beispielsweise während des Ausbruchs der Finanzkrise in der zweiten Jahreshälfte 2007): Wie für einen "Value"-Inve(stor "üblich", steige Peter Huber mitunter zu früh in vielversprechende Anleihen ein. Langfristig seien die Ergebnisse des StarCapital Argos aber mehr als überzeugend. Währungsrisiken gegenüber dem Euro könnten beim StarCapital Argos abgesichert werden.

Templeton Global Total Return EUR-H1 (ISIN FR0010588210 / WKN A1C4T1): Im Vergleich zum StarCapital Argos sei er langfristig noch erfolgreicher gewesen, jedoch auch noch etwas aggressiver. Sein Manager Dr. Michael Hasenstab weiche mitunter sehr stark vom "Mainstream" ab, wenn ihm das sinnvoll erscheine, und schrecke auch nicht vor größeren "Wetten" zurück. Für Anlagen im Euro und im Yen sei er bereits seit geraumer Zeit sehr skeptisch, und der Fonds sei in ihnen sogar - mittlerweile sei das bei Fonds möglich - negativ gewichtet.

Bei der Ländergewichtung sei der Fonds fast ausschließlich auf Schwellenländer konzentriert, wo Hasenstab sowohl bei Währungen als auch beim Zinsniveau mehr Möglichkeiten sehe, eine vernünftige Rendite zu erzielen. In den letzten zwei Jahren habe er mit dieser Strategie gegenüber dem Durchschnitt der globalen Rentenfonds zwar deutlich an Boden verloren, aber solche Phasen habe es bei dem Fonds schon früher gegeben, und die hohe Rendite der im Fonds enthaltenen Anleihen (bezogen auf Endfälligkeit) spreche dafür, dass Dr. Hasenstab Recht behalte, wen er sage: "Wir werden schon bald für das Abwarten bezahlt" (Interview mit der Zeitschrift "Das Investment", Ausgabe Mai 2016).

Bei der EUR-H1-Tranche des Fonds würden grundsätzlich alle Währungsrisiken gegenüber dem Euro abgesichert.

Jupiter Dynamic Bond: Jupiter Asset Management sei 1985 gegründet worden und zähle mittlerweile zu den größeren Investmentgesellschaften in England (gemessen am verwalteten Vermögen wäre Jupiter in Deutschland die fünftgrößte Fondsgesellschaft). Der Fonds sei noch jünger als die beiden vorgenannten und - bisher erfolgreicher, da er die Kursverluste der meisten Rentenfonds in den letzten Monaten praktisch komplett vermieden habe.

Sein Manager Ariel Bezalel habe über 17 Jahre Investmenterfahrung und führe den Fonds seit seiner Auflegung im Mai 2012. Der Fonds sichere Währungsrisiken gegenüber dem Euro zu ca. 80% ab und investiere - wie die beiden anderen vorgestellten Fonds - ebenfalls völlig frei. Dabei habe Ariel Bezalel in manchen Dingen eine andere Einschätzung als andere Fondsmanager. So erwarte er beispielsweise, dass die derzeitige praktisch inflationsfreie Phase (oder sogar Deflation) noch eine Weile anhalte - ganz im Gegensatz zu Dr. Hasenstab. Mit seinem Fonds sei er dementsprechend investiert.

Solche unterschiedlichen Einschätzungen der Fondsmanager seien übrigens kein Problem sondern eher ein Vorteil, da eine Kombination dieser Fonds durch die jeweils unterschiedlichen Anlageschwerpunkte die Risiken der einzelnen Fonds streue und damit das Gesamtrisiko der Anlage sogar noch etwas senken könne. Diese Unterschiede seien also normal und erwünscht, und auch hier gelte daher: Eine Streuung einer Anlage über mehrere solcher Fonds sei sinnvoller, als nur in einen zu investieren.

Bei allen drei Fonds liege das durchschnittliche Rating der darin enthaltenen Anleihen zwischen BBB+ bzw. BBB - das sei kein besonders gutes Rating, aber immer noch im so genannten "Investment Grade"-Bereich (ein vergleichbares Rating hätten beispielsweise die Anleihen der Commerzbank AG, Bertelsmann AG, Continental AG oder von Accor, Europas größtem Hotelkonzern, sowie die Staatsanleihen von Ländern wie Mexiko, Polen, Russland oder Südafrika). Die durchschnittliche Verzinsung auf Endfälligkeit der gehaltenen Anleihen liege zwischen 3,96% (Jupiter) und 7,37% (beim relativ aggressiven Templeton Global Total Return Fund). (Ausgabe 3/2016) (30.05.2016/fc/a/f)