Erweiterte Funktionen

comdirect Brokerage Index: Anleger in Lauerstellung


13.09.13 09:34
comdirect bank

Quickborn (www.fondscheck.de) - Angesichts hoher Kursniveaus und unsicherer Börsenaussichten haben die deutschen Privatanleger im August einen Gang zurückgeschaltet: Sie haben im vergangenen Monat überwiegend Aktien, Fonds und Anleihen verkauft und weniger in Zertifikate oder Optionsscheine investiert als noch im Juli, so die Analysten der comdirect bank.

Anders als noch in den Vormonaten sei das zwischenzeitlich niedrigere Kursniveau jedoch kaum dazu genutzt worden, um wieder neu zu investieren. Der comdirect Brokerage Index, der die Transaktionen von rund 800.000 comdirect Depotkunden widerspiegele, sei über alle Wertpapierklassen gesehen auf 92,4 Punkte gesunken. "Die Anleger haben in den vergangenen Wochen offensichtlich nicht daran geglaubt, dass die hohen Kurse nachhaltig sind", analysiere Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei comdirect. "Sie haben sich zurückgehalten - nicht nur bei Aktien, sondern auch bei anderen Wertpapieren."

Die Anleger hätten im August vor allem Fondsanteile abgestoßen. In dieser Anlageklasse sei der Brokerage Index um mehr als 30 auf aktuell 52,5 Punkte zurückgegangen. "Viele Privatanleger sind insbesondere aus Aktienfonds ausgestiegen", sage Wolf. Bei den direkten Aktieninvestments sei der Brokerage Index leicht zurückgegangen. Der Indexwert sei von 92,4 Punkten im Juli auf 89,4 im August gesunken. "Besonders aktive Anleger haben die starken Kursschwankungen bei einzelnen Aktien als Renditechance genutzt", so Wolf. So seien die Papiere von K+S und der Commerzbank sowohl die meistgekauften Titel als auch ganz oben auf der Verkaufsliste. Überwiegend verkauft worden seien außerdem Aktien der Deutschen Telekom, von Daimler und dem Windkraftanlagenbauer Nordex.

Der Brokerage Index für Anleihen sei von 66,5 auf 50,6 Punkte gesunken. "An der Spitze der Verkäufe liegen spanische und italienische Staatsanleihen", so Wolf. Viele Anleger hätten die spanischen Papiere noch vor der Endfälligkeit abgestoßen - obwohl die Regierung in Madrid diese letztlich voll bedient habe. "Hier wirkt sich offensichtlich die fortgesetzte Unsicherheit über die Eurokrise aus", sage Wolf.

Bei Zertifikaten und Optionsscheinen liege der Indexwert knapp über der 100-Punkte-Marke: 101,7 und 104,2 Punkte. Im Juli seien beide Indexwerte mit 105,8 und 112,0 Punkten höher gewesen. "Damals wollten sich viele Anleger vor allem über Optionsscheine auf deutliche Kursbewegungen vorbereiten," erkläre Wolf. "Dieser Trend hat sich nicht fortgesetzt: Der Handel in beiden Anlageklassen ist auf Normalmaß zurückgegangen." (13.09.2013/fc/a/m)