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comdirect Brokerage Index: Deutsche Privatanleger ignorieren alte Börsenweisheit


11.06.12 11:29
comdirect bank

Quickborn (www.fondscheck.de) - Die Privatanleger in Deutschland haben sich im Mai trotz deutlicher Kursverluste nicht die Kauflaune verderben lassen. Vor allem bei Aktien griffen sie weiterhin beherzt zu, wenn auch etwas verhaltener als im Vormonat. Das geht aus den Auswertungen zum comdirect Brokerage Index hervor, der über alle Anlageklassen hinweg bei 103,9 Punkten liegt (April: 108,7 Punkte), so die Analysten der comdirect bank.

Statt sich an die Börsenweisheit zu halten, im Mai das Depot zu räumen und erst im September an die Finanzmärkte zurückzukehren, hätten viele Anleger die Kursrückschläge für gezielte Zukäufe genutzt. Am meisten gehandelt worden seien Commerzbank und Allianz. Besonders gefragt seien auch die Titel von Telekom und E.ON gewesen. Daimler und Volkswagen seien dagegen überwiegend verkauft worden. Insgesamt liege der comdirect Brokerage Index für die Anlageklasse Aktien mit 128,4 Punkten weiter auf hohem Niveau, wenn auch unter dem Wert des Vormonats (135,6 Punkte). "Offenbar haben sich viele Privatanleger vor den Hauptversammlungen der DAX-Konzerne mit Aktien dividendenstarker Unternehmen eingedeckt, um von den hohen Ausschüttungen zu profitieren", sage Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei der comdirect bank.

Deutlich auf der Verkaufsliste hätten erneut Rentenpapiere gestanden. Der Wert für diese Anlageklasse liege mit 22,4 Punkten leicht über dem Vormonat (18,8 Punkte). Vor allem von den Nachfolgepapieren aus dem Zwangsumtausch der Griechen-Bonds im März hätten sich viele Anleger getrennt. Auch bei Fonds habe die Verkaufsbereitschaft überwogen. Nach dem kurzen Zwischenhoch im April sei der Index hier von 63,6 auf 56,2 Punkte gesunken. Dennoch: Rentenfonds seien wieder stärker gekauft worden, auch die Verkaufstendenz bei Immobilienfonds habe sich abgeschwächt. "Nach den Schließungen einiger großer Immobilienfonds in den vergangenen Wochen kommt diese Entwicklung ein wenig überraschend", sage Wolf. "Ich bin gespannt, ob sich dieser Trend fortsetzen wird."

Bei Optionsscheinen hätten Derivate mit der Facebook-Aktie als Basiswert im Fokus gestanden. Eine klare Tendenz für einen steigenden oder fallenden Kurs habe sich allerdings nicht abgezeichnet - zu den Top 5-Käufen hätten sowohl Calls als auch Puts gezählt. (11.06.2012/fc/a/m)