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comdirect Brokerage Index: Euro-Gipfel beflügelt Fantasie der Privatanleger


09.07.12 12:04
comdirect bank

Quickborn (www.fondscheck.de) - Die Privatanleger in Deutschland haben vor dem jüngsten Euro-Gipfel in Brüssel gutes Gespür für den richtigen Einstiegszeitpunkt bewiesen, so die Analysten der comdirect bank.

Sie hätten die Handelstage vor dem politischen Krisentreffen für mutige Zukäufe bei Aktien genutzt und nach den Verhandlungen in verstärktem Maße Gewinne realisiert. Das gehe aus den Auswertungen zum comdirect Brokerage Index hervor. Insgesamt habe die Kaufbereitschaft im Juni über alle Anlageklassen hinweg nachgelassen, der Index sei gegenüber dem Vormonat (Mai: 103,9 Punkte) auf 94,9 Punkte zurückgegangen.

Bei Aktien habe auf Monatssicht nach wie vor die Kaufbereitschaft überwogen. Im Fokus der Anleger hätten Banken- und Finanztitel, aber auch Automobilwerte gestanden. Aktien der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200), der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) und von Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) seien am häufigsten geordert worden. Eine erhöhte Nachfrage habe es zudem bei ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) gegeben: Erstmals seit Monaten habe das Unternehmen zu den fünf meistgekauften Titeln gezählt.

Insgesamt sei der comdirect Brokerage Index für die Anlageklasse Aktien auf 112,2 Punkte (Mai: 128,4 Punkte) gesunken. Von nachlassender Kaufbereitschaft habe in der letzten Handelswoche allerdings keine Rede sein können - im Gegenteil. "Viele Privatanleger haben sich in Erwartung eines positiven Ausgangs kurz vor dem Euro-Gipfel noch mit Aktien eingedeckt. Diese Strategie ist aufgegangen, sodass am Tag danach vermehrt Gewinne realisiert worden sind", sage Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei der comdirect bank.

Bei Rentenpapieren sei der Ausverkauf weiter gegangen, wenn auch schwächer als zuvor. Der Wert für diese Anlageklasse sei auf 39,1 Punkte (Mai: 22,4 Punkte) gestiegen, widerspiegele aber weiterhin eine hohe Verkaufstendenz. Vor allem die Nachwehen des Zwangsumtauschs der Griechenland-Anleihen hätten die Anleger beschäftigt: Gleich fünf Hellas-Bonds seien die meistverkauften Papiere gewesen. "Viele stoßen ihre Restposten ab. Die Spekulation auf eine Abwendung des Schuldenschnitts ist gescheitert", so Wolf.

Auch Fonds seien überwiegend verkauft worden. Der Index sei leicht auf 52,1 Punkte (Mai: 56,2 Punkte) zurückgegangen. Die Verkaufstendenz bei Aktienfonds habe sich verstärkt, dafür habe sie sich bei Geldmarktfonds abgeschwächt. "Einige Anleger parken ihr Geld lieber in liquiden Mitteln, selbst wenn dies zurzeit nicht sehr attraktiv ist", sage Wolf. (09.07.2012/fc/a/m)