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comdirect Brokerage Index: Privatanleger trotz Krim-Krise weiter in Kauflaune


09.04.14 11:28
comdirect bank

Quickborn (www.fondscheck.de) - Die Krim-Krise hat die deutschen Privatanleger nur kurzzeitig verunsichert, so die Analysten der comdirect bank.

Insgesamt gesehen seien sie im März optimistisch geblieben, hätten die aktuelle Entwicklung aufmerksam verfolgt und das günstige Kursniveau für Zukäufe genutzt. Das zeige der comdirect Brokerage Index, der mit 106 Punkten abermals über dem Jahresdurchschnitt 2013 gelegen habe. Wie schon in den Vormonaten Januar (107 Punkte) und Februar (106,1 Punkte) hätten die Wertpapierkäufe gegenüber den -verkäufen überwogen.

Zu Monatsbeginn - als die Krise in der Ukraine eskaliert sei und die Börsenkurse weltweit nachgegeben hätten - hätten die Privatanleger in großem Umfang Aktien und andere Wertpapiere abgestoßen. "Aber schon kurz nachdem sich die Börsen Mitte März erholten, wurden die Depots wieder kräftig aufgestockt", sage Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei comdirect.

Insgesamt sei das erste Quartal 2014 - wie schon im Vorjahr - von Zukäufen geprägt, nicht zuletzt bei Aktien. Der Brokerage Index für diese Wertpapierklasse etwa sei im vergangenen Monat um 4,2 auf 104,6 Punkte gestiegen. "Aber von einer Goldgräberstimmung wie Anfang 2013 kann keine Rede sein", so Wolf. Die Anleger seien weiterhin zuversichtlich. "Sie bleiben aber auf der Hut, was die zukünftige Entwicklung des DAX betrifft. Das nächste Allzeithoch ist für sie offenbar keine Selbstverständlichkeit."

Im März hätten die Anleger ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen sehr aufmerksam den aktuellen Trends angepasst. So führe das russische Energieunternehmen Gazprom die Liste der Top-Aktienkäufe an: "Der Kurs war im Zuge der politischen Krise zunächst gefallen, zog dann aber wieder an", analysiere Wolf. "Die Privatanleger haben reagiert und investiert." Besonders beliebt seien darüber hinaus die Aktien von Deutsche Bank, Commerzbank, Allianz und BASF gewesen.

Die angespannte Situation bei der Fluggesellschaft Air Berlin habe sich auf das Geschäft mit Anleihen des Unternehmens ausgewirkt. Diese Papiere hätten bei vielen comdirect-Kunden im März auf der Verkaufsliste gestanden. "Offenbar hat das Vertrauen der Anleger durch die mehrmalige Verschiebung der Bilanzpressekonferenz gelitten", analysiere Wolf.

Insgesamt sei der Brokerage Index bei Renten von 110,4 Punkten im Februar auf nun 107,1 Punkte gesunken. Rückläufig sei der Kauftrend auch bei Fonds gewesen. Der Index sei von 119,8 Punkten auf aktuell 111,7 Punkte zurückgegangen. "Einige Klassiker unter den Aktienfonds, deren Performance offenbar unter den Erwartungen blieb, wurden verkauft. Dafür waren einige Rentenfonds wieder im Kommen", berichte Wolf. (09.04.2014/fc/a/m)