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comdirect Brokerage Index: Verhaltener Optimismus bei Privatanlegern


17.10.16 10:00
comdirect bank

Quickborn (www.fondscheck.de) - Nachdem die deutschen Privatanleger den August genutzt haben, um Kasse zu machen, ist im September sowohl auf Verkauf- als auch auf Kaufseite eher Zurückhaltung angesagt, so die Analysten der comdirect bank.

"Der DAX lag mit einer Trading Range zwischen 10.100 und 10.700 Punkten im letzten Monat ziemlich stabil, starke Ausbrüche nach oben oder unten gab es kaum - die Anleger agierten daher eher vorsichtig. Sie warten lieber ab, welchen Trend der Markt künftig einschlagen wird", sage Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei comdirect. Für September habe der comdirect Brokerage Index somit bei 99,7 Punkten (Vormonat: 92,0 Punkte) gelegen.

Unter den gehandelten Produktgruppen sei lediglich am Aktienmarkt eine leichte Kauftendenz zu beobachten gewesen. Dementsprechend sei der Brokerage Index für Aktien im September um knapp 15 Zähler auf 102,8 Punkte (August: 87,4 Punkte) gestiegen. "Wir erkennen einen verhaltenen Optimismus, von einer Rally kann man allerdings noch nicht sprechen", so Wolf. Am meisten hätten Anleger Titel der Deutschen Bank, E.ON, der Commerzbank, Daimler und Lufthansa gekauft. E.ON habe nach dem Börsengang seines abgespaltenen Tochterkonzerns Uniper in der Monatsmitte starke Kursverluste verkraften müssen. Investoren hätten diesen Effekt genutzt, um zu einem günstigen Kurs einzusteigen.

Zu den Top-Verkäufen im September hätten ebenfalls Werte von der Deutschen Bank, der Commerzbank und Daimler, sowie Aktien vom E.ON Spin-Off Uniper und von Apple gehört. "Uniper hat in den ersten Tagen nach der Abspaltung von seinem Mutterkonzern E.ON einen guten Börsenstart hingelegt. Anleger, haben die Gelegenheit genutzt und zu einem guten Kurs verkauft", erkläre Stefan Wolf. Bei Apple wiederum habe der Verkaufsstart des iPhone 7 für einen starken Anstieg des Kurses gesorgt: Im September habe die Aktie ein Plus von 10 Prozent verzeichnen können. Für viele Privatanleger ein Anlass, die Titel abzustoßen und Gewinne mitzunehmen.

Der comdirect Brokerage Index erscheine monatlich. Die Daten zur Berechnung des Indexes seien repräsentativ für das Verhalten der Privatanleger in Deutschland. Der Index zeige, ob die handelsaktiven Privatanleger tendenziell eher Wertpapiere kaufen oder ob sie eher verkaufen würden. Für die Berechnung des Indexwertes würden die Wertpapierkäufe den -verkäufen der rund 880.000 Depotkunden der comdirect bank AG gegenübergestellt und mit dem Durchschnitt des vorangegangenen Jahres verglichen. Beim Gesamtindex würden die Wertpapierklassen Aktien, Fonds, Zertifikate, Renten und Optionsscheine entsprechend ihres Anteils an den Gesamtorderzahlen berücksichtigt. Ein Indexwert für jede einzelne Anlageform werde jeweils gesondert berechnet. Orders institutioneller Kunden und Sparpläne würden nicht in die Auswertung einfließen.

Für die Berechnung des Indexes sei es unerheblich, ob die Gesamtzahl der Wertpapierorders im Berichtsmonat gestiegen oder gesunken sei. Ein Indexstand über 100 Punkten zeige an, dass im betrachteten Monat im Vergleich zum Referenzzeitraum Wertpapiere eher gekauft worden seien. Ein Stand unter 100 Punkten zeige im Vergleich zum Referenzzeitraum an, dass Wertpapiere eher verkauft worden seien. (17.10.2016/fc/a/m)