Erweiterte Funktionen

Die taktische Fehlentscheidung der FED


19.04.16 11:48
ETF Securities

London (www.fondscheck.de) - ETF Securities, einer der weltweit führenden unabhängigen Anbieter von Exchange Traded Products (ETPs), ist der Meinung, dass die US-Notenbank FED einen taktischen Fehler begangen hat.

Nachdem die FED 2015 das erste Mal nach neun Jahren die Zinsen erhöht habe, schrecke sie 2016 vor weiteren Anhebungen zurück, da sie offenbar "Trotzreaktionen" der Märkte fürchte. Die FED scheue davor zurück, die guten Fundamentaldaten der US-Wirtschaft - etwa den starken Arbeitsmarkt, oder den steigenden inflationären Druck - anzuerkennen. Außerdem möchte sie sich anscheinend nicht zu weit von den anderen Zentralbanken entfernen, die sich noch im "easing mode" befinden würden, also eine lockere Geldpolitik verfolgen würden.

James Butterfill, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, führe dazu aus: "Mit weiteren Zinserhöhungen zu lange zu warten, birgt das Risiko, dass größere Unsicherheit entsteht. Wir drehen uns im Kreis: Die Märkte zerbrechen sich den Kopf über die Entscheidungen der FED, die Notenbank selbst ist über die Marktvolatilität besorgt, obwohl dieses Thema gar nicht in ihr Mandat und ihren Aufgabenbereich fällt."

"Die Entwicklung des realen BIPs in den USA spricht für solides Wirtschaftswachstum. Der Anstieg des realen BIPs ist zwar nicht so stark ausgeprägt wie vor der Krise, es gibt allerdings auch keine Anzeichen für eine Abschwächung. Dieser Wachstumspfad würde eine straffere Geldpolitik rechtfertigen. Ohne eine monetäre Anpassung an den inflationären Druck, wenn auch nur eine graduelle, drohen die Markterwartungen eine feste Basis zu verlieren. So eine Situation kann dann nur durch aggressive Zinserhöhungen ,geheilt’ werden. Wir glauben, dass die aktuellen Zinsanhebungen unzureichend sind, um die Preise zu zügeln, was dazu führen könnte, dass die FED in einer späteren Phase viel schärfere Straffungsmaßnahmen setzen muss. Das könnte wiederum weitere unerwünschte Konsequenzen heraufbeschwören."

Die Preise der "Industrial Precious Metals" (Silber, Platin und Palladium) seien unter anderem deshalb seit 2011 gefallen, weil die Nachfrage aus China im Zuge des langsameren Wirtschaftswachstums des Landes zurückgegangen sei. Silber, Platin und Palladium hätten sich jedoch in diesem Jahr zu erholen begonnen, was zu Preisanstiegen von 14, 11 und 7 Prozent geführt habe. ETF Securities sei der Meinung, dass die Nachfrage nach diesen Industrie-Edelmetallen weiter anhalten werde, weil Chinas industrielle Produktion einen Boden gefunden zu haben scheine.

Darüber hinaus sei bei allen drei Metallen in den vergangenen drei Jahren ein Angebotsdefizit zu beobachten gewesen. Platin werde zu 80 Prozent und Palladium zu annähernd 40 Prozent in Südafrika gefördert. Da die Abwertung der Landeswährung Rand nachlasse und die Minenbetreiber ihre Aktivitäten zurückschrauben würden, werde ein weiteres Anwachsen der Angebotsdefizite bei den betreffenden Metallen immer wahrscheinlicher.

Die Notenbanken in Schweden, Dänemark, der Schweiz, Japan und nicht zuletzt die EZB hätten eine Politik der negativen Zinssätze eingeschlagen. ETF Securities gehe davon aus, dass diese Entwicklung - sowohl in nomineller, als auch in realer Hinsicht - positiv für den Goldpreis sei. Historische Daten würden nahe legen, dass eine Korrelation zwischen negativen Zinssätzen und einem höheren Goldpreis existiere. Im bisherigen Jahresverlauf sei Gold um über 15 Prozent gestiegen und werde angesichts der anziehenden Inflation in den Vereinigten Staaten voraussichtlich noch weiter zulegen.

Die Emerging Markets (EM) hätten für geraume Zeit in der Flaute gesteckt, jetzt habe sich der Pessimismus zu EM-Bonds aber gelegt. Investoren würden für die Kreditrisiken der Emerging Markets überkompensiert, das biete eine Kaufgelegenheit. Der Rendite-Spread von EM-Anleihen gegenüber Deutschen Bundesanleihen habe zuletzt bei 4,6 Prozent gestanden, wobei die Renditen aus den Schwellenländern weniger volatil seien als jene von US-High Yield-Bonds. Zum Vergleich: Die Renditen an vielen Geldmärkten würden rund um die Null-Prozent-Marke lavieren und der Spread von US-Investment Grade Corporate Bonds zu Deutschen Bundesanleihen betrage 3,1 Prozent. Aus Sicht der Experten würden somit Veranlagungen in Emerging Markets-Bonds überzeugend bleiben, vor allem, weil die Bewertungen günstig erscheinen würden.

Der Nachfrage-Aufschwung bei EM-Bonds werde auch positive Auswirkungen auf die entsprechenden Währungen haben. Die Emerging Markets würden eine heterogene Gruppe bilden. Unter der Prämisse, dass Investoren nach Returns in Volkswirtschaften mit hohem Wachstum und niedriger Inflation suchen würden, stünden Währungen aus Emerging-Asia 2016 für Stärke. Allerdings würden diese Währungen überbewertet erscheinen. Unter diesem Gesichtspunkt favorisiere ETF Securities europäische Emerging Markets, weil diese - im Vergleich zu ihren lateinamerikanischen und asiatischen Pendants - relativ geringe Verschuldungsraten aufweisen würden.

Das Segment Cyber Security sei besser positioniert als der restliche Technologiebereich, da der Subsektor von stärker diversifizierten Einnahmequellen profitiere, die auf seine breite Produktpalette und seine große Kundenbasis zurückzuführen seien. Die Anzahl der Cyber Security-Zwischenfälle steige seit 20091 jährlich um durchschnittlich 66 Prozent, was sich in Profiten für die auf den Bereich spezialisierten Unternehmen niederschlage.

Die Krise der globalen Aktienmärkte Anfang 2016 habe auch Cyber-Security-Papiere nicht verschont, wobei ihre Bewertung im Vergleich zum gesamten Technologiesektor durch den Kursrückgang wieder auf den historischen Durchschnitt zurückgekommen sei; Im Gegensatz zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 70, wie es im Dezember 2015 bei Cyber-Security-Aktien zu beobachten gewesen sei. Das eindeutig niedrige Beta dieser Aktien ermögliche Investoren den Zugang zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente des Technologiemarktes - und das zu einem vergleichsweise geringen Risiko. Die Rekord-Investments in die Finanzierung und das "Deal making" im vergangenen Jahr würden die Chancen unterstreichen, die der Cyber Security-Sektor biete.

Das Researchunternehmen ETFGI habe auch im März wieder den globalen ETF- und ETP-Markt unter die Lupe genommen. Die Analyse dokumentiere die beeindruckende Performance von ETF Securities seit Jahresbeginn: Das Unternehmen habe mit Inflows in der Höhe von 2,11 Milliarden US-Dollar die zweitgrößten Netto-Mittelzuflüsse in ETPs in ganz Europa verbuchen können.

Mark Weeks, CEO von ETF Securities kommentiert: "Im ersten Quartal 2016 konnten wir hohe Zuflüsse in unsere breite europäische Produktpalette beobachten. 2,06 Milliarden Dollar flossen dabei in unseren Rohstoffbereich, 1,56 Milliarden Dollar davon in Gold. Gemeinsam mit unserem tiefgreifenden Marktresearch und unserem Engagement im Bereich Investoren-Weiterbildung stärken diese Zuflüsse unsere Position als der führende spezialisierte ETP-Anbieter in Europa."

"Wie in unserem Tri-Annual Outlook beschrieben, glauben wir trotz der aktuellen Marktturbulenzen daran, dass überzeugende Investitionsmöglichkeiten für Anleger nach wie vor bestehen bleiben. Wir arbeiten auch weiterhin hart daran, oftmals in Partnerschaft mit führenden "Third Parties", diese Möglichkeiten in Bereichen wie Rohstoffen, Fremdwährungen, Aktien-Themen und Fundamental Fixed Income für alle europäischen Investoren zugänglich zu machen." (19.04.2016/fc/a/m)