AU0000030678 - Coles Group Ltd

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27.04.26 16:32 #1 AU0000030678 - Coles Group Ltd

Coles Group – Einschätzung zur Aktie, Stand 27.04.2026

Coles Group Limited ist einer der beiden großen australischen Lebensmitteleinzelhändler neben Woolworths. Die Aktie wird an der Australian Securities Exchange unter dem Kürzel COL gehandelt. Die ISIN lautet AU0000030678, die WKN A2N9WN. Der offizielle Schlusskurs am 27.04.2026 lag bei 22,95 AUD, nach 23,06 AUD am Vortag; Tageshoch 23,02 AUD, Tagestief 22,82 AUD, Volumen rund 1,56 Mio. Aktien. Damit lag die Marktkapitalisierung grob bei rund 31 Mrd. AUD. (colesgroup.com.au)

Operativ ist Coles ein klassischer defensiver Konsumwert: Lebensmittel, Frischeprodukte, Haushaltswaren, Eigenmarken, Convenience-Angebote, Online-Lebensmittelhandel, Kundenbindungsprogramm Flybuys, Retail-Media-Geschäft Coles 360 sowie das Spirituosen-/Getränkegeschäft über Liquorland und verwandte Formate. Im ersten Halbjahr 2026 verfügte Coles über 865 Supermärkte und 1.000 Liquor-Stores. Der Schwerpunkt liegt eindeutig im Supermarktgeschäft: Im 1H26 erzielte Coles im Segment Supermarkets 21,365 Mrd. AUD Umsatz, Liquor kam auf 1,939 Mrd. AUD, „Other“ auf 314 Mio. AUD. Der Konzernumsatz lag damit bei 23,618 Mrd. AUD, plus 2,5 % gegenüber dem Vorjahr.

Das Sortiment ist nicht spektakulär, aber strukturell stark: Coles verkauft Waren des täglichen Bedarfs, Eigenmarken wie Coles Finest und weitere „Exclusive to Coles“-Produkte, frische Lebensmittel, Tiefkühl- und Convenience-Produkte, Drogerie-/Non-Food-Artikel sowie über Liquorland alkoholische Getränke. Strategisch setzt das Unternehmen auf Preiswahrnehmung, Eigenmarken, Sortimentsvereinfachung, digitale Personalisierung, Online-Bestellung, automatisierte Fulfilment-Center und automatisierte Distributionszentren. Im FY25 wurden 970 Exclusive-to-Coles-Produkte und 196 exklusive Liquor-Produkte eingeführt; im 1H26 kamen nochmals mehr als 500 neue Exclusive-to-Coles-Produkte hinzu.

Die jüngsten Zahlen sind solide, aber nicht makellos. Im 1H26 stieg der Konzernumsatz um 2,5 %, das EBITDA ohne Sondereffekte um 7,8 %, das EBIT ohne Sondereffekte um 10,2 % und der Gewinn ohne Sondereffekte um 12,5 % auf 676 Mio. AUD. Der ausgewiesene Gewinn inklusive Sondereffekten fiel dagegen um 11,3 % auf 511 Mio. AUD, weil Coles eine Belastung von 235 Mio. AUD vor Steuern bzw. 165 Mio. AUD nach Steuern im Zusammenhang mit einem Federal-Court-Urteil zu Fair-Work-Ombudsman-Verfahren verbuchte. Das ist wichtig: Das operative Bild sieht besser aus als der berichtete Nettogewinn, aber der Sondereffekt ist kein theoretisches Buchungsthema, sondern reale rechtliche bzw. arbeitsrechtliche Altlast.

Das Kerngeschäft Supermärkte ist die klare Stärke. Im 1H26 wuchs der Supermarktumsatz um 3,6 %, bereinigt um Vorjahreseffekte und ohne Tabak sogar stärker; das Supermarkt-EBIT stieg um 14,6 % auf 1,234 Mrd. AUD. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 5,2 % auf 5,8 %. Das ist für einen Lebensmittelhändler ordentlich. Unterstützt wurde das durch bessere Bruttomargen, niedrigere Tabakgewichtung, Sourcing-Vorteile, Einsparprogramme, Coles 360 und den Wegfall hoher Übergangskosten aus Automatisierungsprojekten. Gleichzeitig bleiben Löhne, Energie, Technologie und Online-Fulfilment Kostentreiber.

Schwachpunkt ist derzeit Liquor. Das Segment erzielte im 1H26 1,939 Mrd. AUD Umsatz, ein Rückgang von 3,2 %. Das EBIT fiel um 37,3 % auf nur noch 42 Mio. AUD, die EBIT-Marge sank von 3,3 % auf 2,2 %. Coles verweist auf die Umstellung auf „Simply Liquorland“, höhere Kosten und stärkeren Wettbewerb im Großflächenformat. Das ist kein existenzielles Problem für den Konzern, aber es bremst die Gesamtqualität. Für mich ist Liquor derzeit kein Werttreiber, sondern eher ein Sanierungs- und Optimierungsthema.

Die Bilanz ist für einen großen Lebensmittelhändler akzeptabel, aber nicht schuldenfrei. Zum FY25 lag die Nettoverschuldung inklusive Leasingverbindlichkeiten bei 10,157 Mrd. AUD, ohne Leasing bei 1,814 Mrd. AUD. Der lease-adjusted leverage ratio lag bei 2,6x, Coles hatte Ratings von BBB+ bei S&P und Baa1 bei Moody’s. Der operative Cashflow vor Zinsen und Steuern betrug 3,981 Mrd. AUD, die Cash-Realisation lag bei 102 %. Das ist solide. Die hohe Leasingkomponente gehört bei Supermarktketten zum Geschäftsmodell, muss aber bei der Bewertung zwingend mitgedacht werden.

Die Dividende ist für einkommensorientierte Anleger interessant, aber kein Hochdividendenfall. Coles zahlt halbjährlich. Für 2H25 wurden 32 Cent je Aktie gezahlt, für 1H26 41 Cent, beide zu 100 % franked. Auf Basis der letzten beiden Dividendenzahlungen von zusammen 73 Cent und eines Kurses von 22,95 AUD ergibt sich eine laufende Rendite von rund 3,2 %. Die Dividende wurde in den letzten Jahren tendenziell leicht gesteigert: 1H24 36 Cent, 2H24 32 Cent, 1H25 37 Cent, 2H25 32 Cent, 1H26 41 Cent. Für deutsche Anleger ist wichtig: Das australische Franking-System ist steuerlich nicht dasselbe wie eine normale deutsche Dividendenanrechnung; die Bruttorendite darf man daher nicht blind mit deutschen oder britischen Dividendentiteln vergleichen. (colesgroup.com.au)

Bewertungsseitig ist Coles nach meinem Eindruck eher fair bis leicht teuer, nicht billig. Bei 22,95 AUD liegt die Aktie nahe an den publizierten Analystenzielen. Investing.com nennt für 16 Analysten ein durchschnittliches 12-Monats-Kursziel von 22,94 AUD, mit einer Spanne von 16,50 bis 25,50 AUD; MarketScreener nennt ebenfalls 16 Analysten, ein durchschnittliches Kursziel von 22,94 AUD und einen „Outperform“-Konsens. Gleichzeitig zeigen Bewertungsdaten ein TTM-KGV um 30 und ein Forward-KGV je nach Quelle um etwa 22 bis 24. Für einen defensiven Lebensmittelhändler ist das anspruchsvoll. Man bezahlt hier Stabilität, Marktstellung und berechenbare Cashflows, nicht hohes Wachstum. (Investing.com)

Kurzfristig sehe ich die Aktie daher nicht als klar unterbewertet. Die operativen Halbjahreszahlen waren auf EBIT-Ebene gut, aber der Markt hatte nach Veröffentlichung zeitweise negativ reagiert, weil die Trading-Updates und vor allem Liquor schwächer aufgenommen wurden. Danach hat sich der Kurs wieder in Richtung 23 AUD erholt. Das spricht dafür, dass der Markt Coles aktuell ziemlich nüchtern bewertet: defensiv, solide, aber ohne großen Bewertungsabschlag. (MarketScreener)

Für die nächsten 5 Jahre ist meine Einschätzung: Coles dürfte weiter moderat wachsen, vor allem über Preisanpassungen, Effizienz, Automatisierung, Onlineanteil, Retail Media, Eigenmarken und bessere Nutzung der Kundenbindung über Flybuys. Das Supermarktgeschäft ist in Australien strukturell stark, aber reif. Große Umsatzsprünge sind unwahrscheinlich. Realistisch ist eher ein niedriges bis mittleres einstelliges Umsatzwachstum pro Jahr und, wenn die Automatisierungsprogramme greifen, ein etwas höheres Gewinnwachstum. Simply Wall St nennt auf Basis von Analystenschätzungen etwa 3,1 % Umsatzwachstum und 11,4 % Gewinnwachstum pro Jahr; diese Gewinnprognose halte ich als Einschätzung für möglich, aber ambitioniert, weil Margen im Lebensmitteleinzelhandel schnell durch Löhne, Energie, Wettbewerb und Preisregulierung aufgezehrt werden können. (Simply Wall St)

Für 10 bis 15 Jahre ist Coles aus meiner Sicht eher ein Qualitäts- und Einkommensbaustein als eine Aktie für überdurchschnittliche Kursfantasie. Lebensmittelhandel bleibt notwendig, wiederkehrend und krisenresistenter als viele zyklische Branchen. Das schützt aber nicht vor Regulierung, Margendruck, Preiskämpfen mit Woolworths und Aldi, steigenden Arbeitskosten, Lieferkettenrisiken und politischem Druck wegen Lebensmittelpreisen. Langfristig positiv sind die starke Marke, die Dichte des Filialnetzes, Automatisierung in Distribution und Fulfilment, wachsende Onlinepenetration, bessere Eigenmarkenmargen und Retail Media. Langfristig negativ sind die begrenzten Wachstumsräume im australischen Markt, hohe Kapitalbindung, Leasinglasten, geringe Margen und das Risiko, dass Effizienzgewinne an Kunden weitergegeben werden müssen, statt dauerhaft bei den Aktionären zu landen.

Meine Gesamteinschätzung: Coles ist ein defensiver, ordentlicher Dividendenwert mit guter Marktposition, aber aktuell keine offensichtliche Schnäppchenaktie. Wer Stabilität, australische Konsumgüterexponierung und halbjährliche Ausschüttungen sucht, kann Coles gut begründen. Wer hohe Dividendenrendite, starkes Gewinnwachstum oder deutliche Unterbewertung sucht, findet wahrscheinlich bessere Alternativen. Auf dem Kursniveau um 23 AUD wäre ich nicht aggressiv beim Nachkauf. Für bestehende Aktionäre ist Halten plausibel. Neue Käufe würde ich eher bei Rücksetzern oder bei einer Dividendenrendite deutlich oberhalb von 3,5 % attraktiver finden. Der faire Bereich liegt nach den aktuellen Analystenzielen grob um den jetzigen Kurs; ein klarer Sicherheitsabschlag ist derzeit nicht vorhanden. (colesgroup.com.au)

Autor: ChatGPT

 
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