ndarts
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,714350,00.html
China will für Neubauten künftig deutsche Energiestandards nutzen. Nach Informationen des SPIEGEL soll die Deutsche Energie Agentur (Dena) verpflichtende Regeln für chinesische Investoren entwickeln. Peking will damit den Energieverbrauch drosseln, die Dena spricht von "riesigen Dimensionen".
Nach Informationen des SPIEGEL hat das Bauministerium in Peking die Deutsche Energie-Agentur (Dena) beauftragt, möglichst bald ein Regelwerk vorzulegen, das chinesische Investoren und Hausbauer auf Energiesparen, Wärmedämmung und erneuerbare Energiequellen verpflichtet.
Bisher orientiert sich China an laxeren US-amerikanischen Standards. Mit dem Schwenk zu deutschen Regeln will Peking den schnell wachsenden Energieverbrauch und CO2-Ausstoß drosseln. "Die Dimensionen sind riesig, und die Zusammenarbeit hat einen hohen Grad an Verbindlichkeit", sagt Dena-Geschäftsführer Stephan Kohler.
Er erwarte zwar nicht, dass die deutschen Vorschläge eins zu eins umgesetzt würden. Aber schon mit einfachsten Auflagen lasse sich ein gewaltiger, überflüssiger Energieverbrauch verhindern. Der Bauboom in China bedeutet nach Einschätzung der Dena, dass 2015 die Hälfte aller Gebäude nicht älter als 15 Jahre sein wird. Zwei Milliarden Quadratmeter neue Gebäudefläche kamen zuletzt pro Jahr dazu.
Im Durchschnitt verbrauchen chinesische Häuser pro Quadratmeter viermal mehr Energie als deutsche. Die Dena hat in Mianyang in Sichuan bereits eine Grundschule entwickelt, die deutschen Höchstanforderungen genügt. In der Zehn-Millionen-Stadt Tianjin soll ein Wohn- und Geschäftskomplex mit über 200.000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen, der deutsche Standards erfüllt. |