Drohender Klimawandel und ein absehbares Ende fossiler Energien: Viele Zeichen sprechen für erneuerbare Energien. Aber auch hier sind die Kurse extrem gefallen. Sollen Anleger dennoch in die Branche einsteigen?
Nach den Boom-Jahren 2006 und 2007 sind die Werte der erneuerbaren Energien massiv eingebrochen. So hat Beispielsweise der Renixx, ein Index, der die 30 weltweit größten Unternehmen der Regenerativen Energiewirtschaft abbildet, im Jahr 2008 einen Kursverslust von rund 64 Prozent hinnehmen müssen. Für Dr. Norbert Allnoch vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) ein völlig normaler Prozess. Die Branche habe in der Vergangenheit viel geleistet, sagt der Herausgeber des Renixx: "Nach dem ersten Run atmet die Branche erst einmal durch und macht sich bereit für die nächste Hürde."
Für Zertifikate-Experte Markus Jakubowski von der Société Générale ist daher ein günstiger Zeitpunkt, in die Branche einzusteigen. "Im Moment ist alles schlecht und alles bricht weg. Aber wenn ich mich frage, welche Branchen könnten zukunftsfähig sein, dann sind es die regenerativen Energien."
Wachstumsschub aus den USA erwartet Die künftige Entwicklung hängt von zwei Einflussfaktoren ab, glaubt IWR-Chef Allnoch: "Entscheidend für die Branche wird sein, ob die USA, China und Japan wie Europa in erneuerbare Energien investieren und somit einen weltweiten Trend setzen und ob der Ölpreis wieder ansteigt und so die regenerativen Energien wieder attraktiver macht." Allnoch ist recht optimistisch, dass beides der Fall sein wird.
Analyst Jakubowski glaubt, dass vor allem von Amerika eine Signalwirkung ausgehen wird. "Wenn man in die USA blickt und die neuen staatlichen Vorgaben ansieht, dann schlummert da ein enormes Investitionspotential." Und wenn US-Präsident Obama den angekündigten Wandel in der Klimapolitik durchsetzt, werde dies den Unternehmen der Branche zu Gute kommen. "Und davon wird auch Deutschland profitieren, denn viele der weltweit größten Hersteller haben hier ihren Sitz." Das sind zum Beispiel der Windanlagenbauer Nordex oder die Sonnenenergieunternehmen Solarworld und Phoenix Solar.
Preiskampf in der Solarbranche Auch Schmidt von der UmweltBank erwartet vor allem in der Solarindustrie künftig einen Konzentrationsprozess und einen knallharten Preiskampf, da Solarzellen immer billiger hergestellt werden können und auch der Preis für Silizium - einem Hauptbestandteil der meisten Solarzellen - gefallen ist. "Auf diesem Markt werden viele Unternehmen von der Bildfläche verschwinden, wie es für einen Wachstumsmarkt typisch ist. Es wird viele Fusionen geben, die vor allem die kleineren Hersteller betreffen könnten."
Daher rät Schmidt Anlegern, sich auf die großen Modulhersteller zu konzentrieren, das wären beispielsweise der deutsche Solarriese SolarWorld, der chinesische Hersteller Suntech oder First Solar, die weltweite Nummer eins bei Dünnschichtmodulen - da diese für einen Preiskampf am besten gerüstet sein müssten. Kleinere Firmen, die Spezialprodukte anbieten, seien eher für risikobereite Anleger geeignet, die viel Kapital zur Verfügung haben. Analyst Jakubowski empfiehlt eher in Indizes oder Aktienkörbe zu investieren, um das Risiko zu streuen. ----------- Keine Kauf Empfehlung!! Das Warten ist die grausamste Vermengung von Hoffnung und Verzweiflung, durch die eine Seele gefoltert werden kann. Devise: "Kaufen, wenn alle anderen verkaufen" |