"Die ursprünge damalig in der wüste waren sicher hygienischer natur und berechtigt."
Hast du einen Beleg dafür? Ich habe das auch mal vermutet, kann aber keine Quelle finden, die das belegt. Wahrscheinlich denken wir das vor dem Hintergrund unseres heutigen Wissens. Eine Bescheidung aus medizinischer oder hygienischer Indikation ist erst in neuerer Zeit bekannt (vor allem Infektionsprophylaxe). Sie erfolgte vielmehr aus religiösen oder kulturellen Gründen und diente vor allem bei Mädchen der sexuellen Repression. Bei Wikipedia findet man einige interessante Informationen: "Medizinhistoriker vermuten, dass bereits im Altertum die Beschneidung zur Kontrolle des Geschlechtslebens der Sklaven und der Unterschicht dienen sollte, ohne gleichzeitig die Fruchtbarkeit zu beeinflussen. Religionsgeschichtlich kann eine Erklärung des Brauchs als Ablösung vom Menschenopfer gesehen werden. In vorgeschichtlicher Zeit wurden den Göttern, die besänftigt und milde gestimmt werden sollten, Menschen als Opfer dargebracht. Auch war die Kastration von unterworfenen Feinden und Sklaven üblich. Im Zuge religiöser Umbrüche opferte man schließlich nurmehr etwas von jenem Teil des Mannes, der für die Weitergabe des Lebens zuständig (sozusagen 'der Ursprungsort für neues Leben') war. Die Kastration war wesentlicher Teil des antiken Kybele- und Attiskultes, der zeitweise in großen Teilen des römischen Reiches verbreitet war. Einer Theorie zufolge kam es durch den Kontakt des Kultes mit dem frühen Judentum zu einer Übernahme und Abwandlung des Brauches. Eine andere, volkstümlichere Argumentation besagt, dass die Vorhaut im Grunde die einzige Stelle des (männlichen) Körpers sei, deren „Opferung“ keinerlei Schaden mit sich bringe.[8] Diese Reform war ein Pars-pro-toto-Opfer, das in der biblischen Tradition – und für den skizzierten Zusammenhang von Menschenopfer (hier Opferung des Sohnes Isaak), Beschneidung und Fruchtbarkeit exemplarisch – Abraham als erster vornahm (Gen 17,12 EU)." |