Vor dem Großen Zapfenstreich Bundeswehr-Musiker sauer auf Ex-Bundespräsident
„Wir spielen nicht für Christian Wulff persönlich“
Das Stabsmusikkorps im Garten von Schloss Bellevue (Archivfoto, Sommer 2010)
Foto: dapd 08.03.2012 — 16:09 Uhr
Verärgerung im Stabsmusikkorps der Bundeswehr, das heute Abend den Großen Zapfenstreich für Christian Wulff (52) am Schloss Bellevue spielt. Das Orchester ist nach BILD.de-Informationen sauer auf den Ex-Bundespräsidenten, weil er sich nicht für ein Lied entscheiden konnte.
„Da kamen ständig neue Ideen", sagt einer der Organisatoren des Zapfenstreichs.
Besondere Verwirrung gab es um den Titel „Ebony and Ivory", den Wulff sich zunächst gewünscht hatte. Das Stück eignet sich nicht gut für ein Blasorchester.
„Deswegen hat sich bei uns extra jemand hingesetzt und ein Arrangement für den Titel geschrieben", sagt ein Mitglied des Stabsmusikkorps. „Das lag fertig bei uns vor."
Doch zwei Tage vor dem Zapfenstreich wollte Wulff plötzlich einen anderen Titel: „Over the Rainbow" statt „Ebony and Ivory". „Das war schon ziemlich kurzfristig", heißt es im Orchester verstimmt. „Viel Zeit, um das zu proben, hatten wir da nicht mehr.“
Unklar ist, warum Wulff sich plötzlich anders entschied. „Uns hat man nur gesagt, Ihr spielt jetzt doch was anderes", heißt es bei den Musikern. Insgesamt herrscht im Stabsmusikkorps keine große Begeisterung für den Wulff-Zapfenstreich. „Wir tun halt unsere Pflicht...", fasst einer der Musiker es zusammen:
„Wir spielen nicht für Christian Wulff persönlich“, heißt es im Orchester. „Wir spielen für das Amt des Bundespräsidenten...“
BILD.de berichtet live von dem Zeremoniell, das gegen 18.40 beginnen soll.
+++DIESE TITEL HAT SICH WULFF FÜR DEN ZAPFENSTREICH GEWÜNSCHT+++
KRACH-STÖRER GEGEN WULFF
Die Veranstaltung kann aus anderen Gründen unangenehm geräuschvoll werden.
Wulff-Kritiker wollen dessen umstrittene feierliche Verabschiedung mit dem wenig feierlichen Lärm von Vuvuzelas begleiten, den nervigen Tröten der Fußball-WM 2010.
Im Internet riefen Wulff-Kritiker dazu auf, heute Abend vor Schloss Bellevue in Berlin zu erscheinen und dann mehr als eine Stunde die Vuvuzelas zu blasen.
Eine dazu eingerichtete Facebook-Seite führt ein Programm auf, mit „langsamem Anblasen” und „würdevollem Unterblasen des Fackelzuges”.
JEDE MENGE ABSAGEN FÜR ZAPFENSTREICH
Christian Wulffs Abschied von der großen Politik fällt viel kleiner aus als geplant.
369 Gäste stehen auf der Einladungsliste für den Großen Zapfenstreich. Bis Mittwochabend gab es schon mehr als 160 Absagen.
Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle sagte ebenso ab wie sämtliche Bundestagsvizepräsidenten. Auch die Alt-Bundespräsidenten Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler wollen nicht kommen. http://www.bild.de/politik/inland/bundeswehr/...nt-23052946.bild.html |