Die wirklich Wissenden wissen, dass der UK-Premierminister Recht hat, wenn er fordert, dass die EU sich wandeln muss. Historisch hatten die Briten schon immer die Nase vorn und erspürten Tendenzen, die Jahre später dann von der Welt übernommen wurden. Zwei Beispiele: UK erspürte, dass die Hinwendung zur Wertschöpfung aus Dienstleistungen den größten Teil der überkommenen Alt-Industrie ablösen würde. Die Beatles spielten die „neue“ Musik in den 60iger Jahren, die auf dem Kontinent als ungeheuerlich erschien und die heutzutage zum Repertoire der Symphonieorchester gehört.
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich eingereiht in die Riege derjenigen, die UK in der EU halten wollen. Im Vortrag beim Dinner der Deutsch-Britischen Handelskammer am 23. Juli übernahm er die Positionen, die Cameron der Brüsseler EU-Kommission schon lange in Stammbuch geschrieben hatte. Er, Weidmann, hoffe, dass Großbritannien dafür sorge, dass die EU stärker nach außen gerichtet werden müsse. Und dadurch offener und wohlhabender werde. Genau das ist es, was Cameron will.
Gesamtredetext von Jens Weidmann vor der Deutsch-Britischen Handelskamm: http://www.bundesbank.de/Redaktion/EN/Reden/2014/..._23_weidmann.html |