Historische Einigung in Nahost. Die Nobelpreis-Nominierung hätte sich Trump
Ein Kommentar von Benjamin Konietzny
Man kann Trump für vieles kritisieren. Doch seine Vermittlung zwischen den Emiraten und Israel ist historisch. Das Format dieses Deals steht Friedensnobelpreis-gekrönten Einigungen der Vergangenheit in nichts nach. Donald Trump dürfte sich angesichts der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten ernsthafte Hoffnungen auf den Friedensnobelpreis machen. Und was spricht eigentlich dagegen? Der US-Präsident hat nach eigenen Darstellungen den Deal - Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen diplomatische Beziehungen auf - eingefädelt. Nichts daran ist falsch, diese Einigung als wirklich historisch zu bezeichnen. Und bei aller notwendigen Kritik am US-Präsidenten kann die oft abenteuerliche Methode Trumps hier eine positive Wirkung entfalten. Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate erkennen sich gegenseitig an, nehmen diplomatische Beziehungen auf. Die politische Normalisierung erleichtert den wirtschaftlichen Schwergewichten der Region Geschäftsbeziehungen und Investitionen. Kultureller Austausch wird möglich und es ist wahrscheinlich möglich, dass künftig Israelis Dubai bereisen und Emiratis am Strand von Tel Aviv liegen. All das war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Kein arabisches Land außer die unmittelbaren Nachbarn Jordanien und Ägypten erkennen Israel als Staat an. Auch viele andere islamische Länder in Nordafrika und Asien erkennen das Land wegen des vermeintlichen Unrechts, das Israel den Palästinensern antut, nicht an. Solang die Palästinenser keinen eigenen Staat bekommen, lautete eine Grundregel, darf es keine Normalisierung mit Israel geben. Dieses Dogma ist nun durchbrochen.
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