14.01.2009 - 16:47
FTD: Schaeffler überlässt Banken 41 Prozent
Die Großbanken Metzler, Merrill Lynch und Sal. Oppenheim übernehmen fast die Hälfte von Continental. Finanzkreisen zufolge will Schaeffler die Aktienpakete später wieder zurückkaufen - ihr Wert sackt indessen immer weiter ab.
Der Autozulieferer Schaeffler hat nach der Übernahme des Rivalen Continental wie angekündigt große Aktienpakete an Banken weitergereicht. Insgesamt hatte die Unternehmensgruppe aus Herzogenaurach vor und während der Conti-Übernahme gut 90 Prozent der Aktien des Konkurrenten erworben. Nach einer Investorenvereinbarung darf Schaeffler aber vier Jahre lang höchsten 49,99 Prozent des Konkurrenten halten. Deshalb müssen Aktienpakete bei Banken zwischengeparkt werden: Das Frankfurter Bankhaus Metzler hält nun 19,5 Prozent der Stimmrechte. Merrill Lynch kommt auf 16,25 Prozent, die Kölner Bank Sal. Oppenheim auf 5,5 Prozent.
Zum Kaufpreis und ihren Plänen mit der Conti-Beteiligung wollten sich Metzler und Sal. Oppenheim nicht äußern. Merrill Lynch war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Finanzkreisen zufolge hat sich Schaeffler verpflichtet, den Banken die Anteile später abzukaufen und ihnen für das Halten der Aktien Gebühren zu zahlen.
Conti-Aktie auf tiefstem Stand seit 2003
Einem Schaeffler-Sprecher zufolge sind die Banken angehalten, die Conti-Aktien fünf Jahre lang nicht unter einem Preis von 75 Euro zu verkaufen - insofern Schaeffler dem nicht ausdrücklich zustimme. Investoren sind unter diesen Umständen weit und breit nicht in Sicht: Am Mittwoch verbilligte sich die Conti-Aktie nach Berichten über massive Stellenstreichungen in den USA nochmals um mehr als drei Prozent und erreichte mit 26,24 Euro den tiefsten Stand seit Herbst 2003.
Den Kauf von rund 90 Prozent der Conti-Anteile - den größten Teil davon für je 75 Euro - hat sich Schaeffler rund 10 Mrd. Euro kosten lassen. Wie die dafür aufgenommenen Kredite zurückbezahlt werden sollen, ist bislang unklar. Längerfristig kann nach Expertenansicht nur ein grundlegender Umbau des neuen Großunternehmens weiterhelfen. Dabei wird über einen Verkauf der Conti-Reifensparte nachgedacht. Auch der Zusammenschluss der Autoteilesparten von Conti und Schaeffler, möglicherweise mit Hilfe eines externen Investors, könnte den Konzern voranbringen. Mit dem Zusammenschluss wurden Schaefflers Stärken bei Komponenten für Motor, Getriebe und Fahrwerk und Continentals Stärken bei Elektronik- und Softwaresystemen für Motor, Fahrwerk und Innenraum zusammengelegt. Das Management hatte die Übernahme als notwendigen Schritt für die weltweite Konsolidierung der Autozulieferindustrie bezeichnet.
(c) FTD ----------- 2009 wird ein Gewinnerjahr!
hollewutz |