http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/...gslos-13747097.html
Doch diesmal ist etwas anders. Aus dem Augenwinkel heraus bemerke ich, dass der Mann, der genau vor mir in der Schlange steht, ein ehemals bekannter Politiker ist: Paul Wolfowitz, unter Präsident George W. Bush nicht nur stellvertretender Verteidigungsminister, sondern auch Chefarchitekt - wenn nicht gar hinter den Kulissen Chefantreiber - der fatalen Irak-Invasion im Jahr 2003. Wolfowitz argumentierte unerschütterlich, Saddams Irak stecke hinter Al Qaida und den Anschlägen vom 11. September 2001. Er hatte seinen amerikanischen Mitbürgern versprochen, dass sich die Irak-Invasion von selbst finanzieren würde, weil den Vereinigten Staaten Einnahmen aus der nach dem Einmarsch in den Irak gesteigerten Ölproduktion zugutekämen. Im besten Fall war das eine grobe Fehleinschätzung. Wahrscheinlicher ist, dass es eine bewusst in Kauf genommene Notlüge war, um den Amerikanern vorzugaukeln, das ganze Manöver zur Befreiung des Iraks - natürlich im Geiste der Demokratieförderung - sei umsonst zu haben. |