29.09.2010
KOMMUNALES: Solarpark auf dem Segelflugplatz
Betroffene Ortsbeiräte lehnen geplante Fotovoltaikanlage ab / Bürgerbeteiligung gefordert
Solarpark in Eberswalde-Finow ...
FRIEDERSDORF - Trügerisch idyllisch mutet der zwischen Friedersdorf und Wolzig gelegene Segelflugplatz an. Gleich an der Straße verkündet ein großes Schild: „Hier entsteht das erste Fliegerdorf Deutschlands“. Für Wolfgang Schinz ist das ein Bürgerstreich. Eigentlich müsste man das Schild sofort entfernen, grollt der Friedersdorfer Ortsvorsteher über die nun anstelle des Fliegerdorfes geplante große Sonnenstrom-Anlage.
Davon erfuhr Schinz kürzlich bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Flugplatz. Rund ein Viertel der Fläche gehört der in Kolberg ansässigen Fly up GmbH, die hier seit vielen Jahren ein Dorf mit luxuriösen Eigentumshäusern und Tiefgaragen für Privatflugzeuge errichten will (MAZ berichtete). Diese Pläne scheinen nun vom Tisch zu sein. Mit den Segelfliegern habe man sich darauf verständigt, dass der Flugbetrieb Ende 2011 ausläuft, so Schinz. Gemeinsam wollten Fly up und die Firma Solarhybrid 34,4 Millionen Euro investieren und eine 42 Fußballfelder große Fotovoltaik-Anlage bauen. „Dann hätten wir anstelle von Grünland und Ackerflächen eine 300 000 Quadratmeter große, völlig verspiegelte Wiese.“
Das geplante Sonnen-Kraftwerk könnte pro Jahr 12 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und damit viel Geld in die Kassen der Investoren spülen. Die würden im Gegenzug insgesamt 1,4 Millionen Euro Steuern über einen Zeitraum von 20 Jahren an die Kommune zahlen. Zusätzlich würden sie entlang dem zwischen Tankstelle und Segelfliegerstützpunkt gelegenen Solar-Park einen Radweg mit Aussichtsplattform bauen.
„Damit will man uns die Sache versüßen“, sagt Wolfgang Schinz. Allerdings ist er nicht bereit, in den sauren Apfel zu beißen. „Wir lassen uns nicht mit so einem Teilstück von 1,1 Kilometer Radweg ködern“, pflichtet ihm der Wolziger Ortsvorsteher Mario Oswald bei. Sicher kämpfe man schon jahrelang für einen Radweg von Friedersdorf nach Wolzig. Aber nicht um jeden Preis. Schließlich sei der Segelflugbetrieb eine Attraktion, die gut in das in Arbeit befindliche Tourismus-Konzept für die Gemeinde Heidesee passt. Weiter wollten sich die Wolziger nicht den weiten Blick über die Wiesen bis zur Friedersdorfer Kirchturmspitze verschandeln lassen. Deshalb lehnten beide Ortsbeiräte die geplante Solaranlage ab.
„Die Diskussion muss weitergeführt werden“, schlägt der Friedersdorfer Ortsvorsteher Schinz eine Einwohnerversammlung vor. „An der Entscheidung über so ein riesengroßes Projekt müssen die Bürger beteiligt werden.“
"Von der Firma „Solar Hybrid“ war gestern trotz mehrfacher Nachfrage keine Stellungnahme zu erhalten." (Von Frank Pechhold)
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/...gung-gefordert.html ----------- Für den Lohn eines deutschen Ingenieurs bekomme ich sechs chinesische Ingenieure. Aber während der deutsche 1600 Stunden im Jahr arbeitet, arbeiten die Chinesen jeweils 2000 Stunden.“ |