Der Präsident des Europa-Parlaments, Martin Schulz, hat in Zweifel gezogen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel es mit der Einführung einer Finanztransaktionssteuer ernst meint. Es sei erstaunlich, dass sich die Kanzlerin als mächtigste Frau Europas feiern lasse, aber immer wieder scheitere, wenn es um die gerechte Verteilung der Lasten oder um die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit gehe, sagte der SPD-Politiker laut Redetext bei einer SPD-Veranstaltung am Montagabend in Berlin. „Ist Frau Merkel so ohnmächtig wie es scheint, oder will sie im Schulterschluss mit anderen konservativen Regierungschefs die Finanztransaktionssteuer verhindern?“ Es könne nicht sein, dass die Kanzlerin diese Steuer einführen wolle, dies aber nur als ihre Privatmeinung deklariere, „damit sie ihre fragile Koalition in Berlin retten kann“. Schulz, der auch EU-Beauftragter des SPD-Parteivorstandes ist, sagte zugleich die Zustimmung seiner Partei zum Fiskalpakt zu, wenn die Bundesregierung auf die Opposition zugehe. Die Regierung müsse mit der SPD über die Finanztransaktionssteuer, ein Wachstumspaket für Europa und die Teilhabe des Europa-Parlaments an den Fiskalpaktgesprächen verhandeln. Der EU-Fiskalpakt sieht nach dem deutschen Vorbild die Verankerung von Schuldengrenzen in insgesamt 25 EU-Staaten vor. Um den Pakt zu verabschieden, benötigt die Bundesregierung in Bundestag und Bundesrat nach eigener Einschätzung eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Sie ist daher auf die Stimmen der SPD angewiesen. www.handelsblatt.com/politik/international/...ert-merkel/6347280.html |