Das Schicksal von Koma-Patientin Terri Schiavo spaltet Amerika
Ist das noch Leben?
Washington – Die einen sagen: Ihre Leiden sind beendet. Die anderen sagen: Jetzt gehen sie erst recht weiter. Montag Morgen um 1.11 Uhr (Ortszeit) unterzeichnete US-Präsident George W. Bush das Eil-Gesetz, das Terri Schiavos (41) Leben verlängern soll.
 Seit 1990 liegt Amerikas berühmteste Patientin im Wachkoma, hat schwerste Hirnschäden. Ende vergangener Woche ordneten Richter an: Die künstliche Ernährung wird gestoppt. Terri sollte verhungern.
Das neue Gesetz ermöglicht es Terris Eltern, den Fall noch einmal vor ein Bundesgericht zu bringen.
Gleich nach Unterzeichnung riefen sie den Bundesgerichtshof in Tampa (Florida) an, um ihre Tochter so schnell wie möglich wieder an die lebensnotwendige Magensonde anschließen zu lassen.
Terris Mann Michael, der seit Jahren für den Tod seiner Frau kämpft, ist enttäuscht.
„Das ist ein trauriger Tag für Terri“, sagte er dem Sender CNN. „Zu sterben war ihr Wunsch. Um diesen Wunsch geht es, nicht um den von Präsident Bush. Er sollte sich schämen“.
Terris Vater Bob Schindler besuchte seine Tochter im Hospiz, sagte danach: „Als ich ihr sagte, daß sie bald Frühstück bekommt, wirkte sie sehr froh“.
Terris Bruder: „Man sieht, wie lebendig sie ist. Es hat seinen Grund, daß ihr Mann sie als Vormund vor der Öffentlichkeit versteckt.“
Die Familie wirft Michael vor, er wolle seine Frau sterben lassen, um für das Leben mit seiner neuen Freundin frei zu sein.
Seine Anwältin: „Diese Anschuldigungen sind unglaublich. Terri antwortet nicht. Der Teil ihres Gehirns, der für das Denken zuständig ist, besteht nur noch aus Flüssigkeit. Ist das wirklich noch ein Leben, das lebenswert ist?“
Quelle: bild.de
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