...Während bei Angststörungen Angstgefühle und körperliche Anspannung dominieren, wir jedoch auch mal gut drauf sein und Spaß an Dingen haben können, sind wir in depressiven Phasen niedergeschlagen, empfinden kaum Freude und können uns nur schwer aufraffen. Zusätzlich kommen Symptome wie Selbstzweifel, Schuldgefühle, schlechte Konzentration, Gedanken an den Tod und negative Gedanken an die Zukunft vor. Körperlich ist eine Veränderung von Schlaf und Appetit typisch.
Und jetzt wird´s kompliziert: Auch während depressiver Phasen können Ängste auftreten und Angststörungen können zu Depressionen führen.
Wenn Ängste und Depressionen sich überschneiden
Ängste sind auch im Lebensalltag vieler Menschen mit Depressionen ein wichtiges Thema. Während depressiver Phasen leiden viele Betroffene verstärkt unter Ängsten vor der Zukunft, Panikattacken, Angst vor Versagen oder Ablehnung. Auch alltägliche Ängste wie die Angst Einkaufen zu gehen oder U-Bahn zu fahren können vorkommen. Oft sind dies keine eigenständigen Angststörungen, sondern eher Folgen der Depression. Es ist daher wichtig, erstmal die Depression zu behandeln, dann nehmen auch die Ängste wieder ab.
In anderen Fällen ist es umgekehrt: Angststörungen können Depressionen nach sich ziehen. Dann treten Depressionen als Folge von Angststörungen auf. Zum Beispiel weil wir aufgrund der Angst Dinge, die uns wichtig sind, nicht mehr machen können, uns aus unserem sozialen Umfeld zurückziehen, nicht mehr verreisen, nicht mehr auf Konzerte gehen. Das schlägt früher oder später auf die Stimmung und löst im schlimmsten Fall eine Depression aus. Hier ist es wichtig, die Ursache, also die Angststörung zu behandeln. Können wir besser mit den Ängsten umgehen und unser Leben wieder aktiver gestalten, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Stimmung wieder besser.
Auch eine gemischte Störung, bei der Depressionen und Ängste zugleich auftreten und keine Störung vorrangig ist, gibt es. Dann mischen sich einige depressive Symptome wie beispielsweise Antriebslosigkeit, Selbstzweifel und Schlafstörungen mit Ängsten z.B. Panikgefühlen, Sorgen oder Ängsten im Kontakt mit anderen Menschen. Im Unterschied zu den anderen beiden Fällen, liegt dabei keine von beiden Störungen vollständig vor. Es sind jeweils nur einige Aspekte vorhanden, so dass weder von einer “Depression”, noch von einer “Angststörung” gesprochen werden kann. Stattdessen liegt dann eine Erkrankung mit dem Namen “Angst und depressive Störung gemischt” vor. Die Behandlung sollte sich auf beide Problembereiche beziehen.
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