so unterschiedlich können die Meinungen auseinander gehen.
Es erinnert mich an so manche Aussagen diverser Manager, die ständig über die Konkurrenz aus China und die hohen Lohnkosten herumjammern und dann auch Zeitarbeit begründen.
Dass dabei dessen Gehälter und Boni jährlich um mind. 15% steigen, dafür ist die Konkurrenz scheinbar doch nicht groß genug. Im Grunde leben so manche Manager mittlerweile in virtuellen Welten und bekommen doch gar nicht mehr mit, was unten an der Quelle abgeht. Es fragt doch letztendlich niemand mit welcher Anzahl von Mitarbeitern man den höchsten Umsatz und Gewinn erzielen kann, sondern gilt heute das Motto wie viel Mitarbeiter sind notwendig um das Produktionsaufkommen geradeso abarbeiten zu können. Dass vor allem erfahrene Facharbeiter theoretisch in der Lage wären auch einfache Ingenieurstätigkeiten zu erledigen und man damit seine Mitarbeiter zusätzlich motivieren könnte, begreifen die Herren in Nadenstreifenanzügen doch gar nicht mehr. Stattdessen jammern sie dann über die Bildungspolitik in Dtl. rum und jammern über Fachkräftemangel und müssen quasi teils immer höhere Kosten auf sich nehmen um Ingenieure für sich zu gewinnen. Ingenieursarbeitsplätze die man hätte auch mit erfahrenen Facharbeitern für einen viel günstigeren Preis besetzen können, stattdessen setzt man den teils viel erfahreneren Facharbeitern frisch studierte Theoretiker vor die Nase, wo dann der Konflikt vorprogrammiert ist.
Wenn die Unternehmen Pech haben, verlassen solch gute Facharbeiter dann das Unternehmen, weil sie eben dieses Spiel nicht mehr mitmachen wollen, dass im Grunde sie die Produktion zu 80% am Laufen halten und andere "Wasserköpfe" sich die Taschen füllen.
Dabei möchte ich den frisch studierten Ingenieur nicht schlecht machen, doch der Fisch fängt eben am Kopf an zu stinken, d.h. die Fehler machen die Manager und oberen Chefes, weil sie eben im Gegensatz zu früheren Zeiten die Werkshallen meist gar nicht mehr kennen. Ich denke dass es mittlerweile viele Chefes auf dieser Welt gibt, die sich in ihren eigenen Werkhallen verlaufen würden ;-)
In diesem ganzen Unsinn reiht sich eben auch die Zeitarbeit ein. Sicherlich gibt es Einsatzgebiete, in denen Zeitarbeit auch sinnvoll ist. Doch in Zeiten hoher Automatisierung und immer komplexer werdenden Aufgabenbereichen ist Zeitarbeit schlichtweg ineffektiv. Mitarbeiter mit Zeitarbeitsverträgen haben nunmal nicht die jahrelange Erfahrung im Unternehmen, die idendifizieren sich nunmal nicht so sehr mit dem Unternehmen wie diejenigen Leute die schon 10 Jahre festangestellt dort arbeiten und gemeinsam mit dem Unternehmen durch dick und dünn gegangen sind. Mitarbeiter werden nunmal nicht motiviert, wenn sie sehen wie sie gemeinsam mit festangestellten Mitarbeitern arbeiten, die gleiche Arbeit machen, aber eben nicht die gleichen Privilegien genießen können. Ich kenne so manche Zeitarbeiter, die meist parallel einen Job mit Festvertrag suchen und selbst bei etwas geringerem Lohn sofort wechseln würden, weil es eben ein anderes "menschenachtendes" Gefühl ist, wenn man fest angestellt ist.
Auch die schlechtere Qualität in früheren Jahren mit den Arbeitsbedingungen in Verhältnis zu setzen halte ich für falsch. Wäre dem so, dass bessere Arbeitsverhältnisse zu schlechterer Qualität führten, wären Bayern und BW wirtschaftlich hinten dran und MeckPomm oben auf.
Es ist genau das Gegenteil der Fall. Ich denke dass dein Empfinden der schlechteren Qualität vielmehr mit der Ausbildung zu tun hat. Damals war der Anteil ungelernter Arbeitskräfte sehr viel höher als Heute. Heute können die Unternehmen viel stärker selektieren.
Im Übrigen sei gesagt, dass Facharbeiter in Dtl. sehr günstig sind. Facharbeiter mit einem solch hohen KnowHow zählen in China als Ingenieure und kosten dort dank großer Nachfrage ebenfalls ihr gutes Geld.
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