Himmelreich für Dax-Trader – Emittenten liefern schneller frisches Material05.03.2009 - 09:01 Nachdem sich die meisten mittel- und langfristigen Anleger vorerst vom Aktienmarkt zurückgezogen haben, ist die Börse im Frühjahr 2009 fest in der Hand der kurzfristig agierenden Trader. Die wiederum können sich über reizvolle Möglichkeiten kaum beklagen. Denn für hyperaktive Anleger bieten die derzeitigen Ausschläge bei Dax & Co. ein traumhaftschönes Umfeld. Damit die heftigen Aufs und Abs jetzt noch effizienter genutzt werden können, erhöhen einige Emittenten jetzt ihre Schlagzahl bei der Auflegung marktnaher Hebelprodukte.
So schiebt Goldman Sachs seit Anfang der Woche jeden Morgen zwei frische Dax-Turbos (Long & Short) mit Ultra-Hebel von 30 nach. Um dies zu erreichen, werden die endgültigen Konditionen erst bei Berechnungsstart des X-Dax um 8 Uhr festgesetzt, wobei die Knock-Out-Schwellen immer zwei Prozent über oder unter dem X-Dax-Startwert angesetzt werden. Je nach Börseneröffnung kann damit bei den derzeitigen Marktschwankungen für einen der beiden Kandidaten schon nach einer Stunde wieder Schluss sein. Denn wie bei klassischen Dax-Turbos üblich, ist ein finaler Knock-Out nur zwischen 9 und 17:30 Uhr möglich. Am Mittwoch erwischte es den Short, der schon um 10 Uhr sein zwei Stunden vorher begonnenes Börsenleben beendete. Dem gegenüber steht der Long-Turbo, der es am ersten Tag auf eine schnelle Kursverdopplung gebracht hat (WKN: GS8Y03). Die heutigen Kandidaten starten mit den vorab fixierten WKNs GS8Y04 (Long; KO-Marke: 3780) und GS9Y04 (Short, KO-Marke: 3870).
Für neue Trader-Freuden sorgt aber auch HSBC Trinkaus. Deren Emissionsmannschaft will seit dieser Woche nicht mehr nur am frühen Morgen sondern den ganzen Tag hindurch auf entsprechende Kursbewegungen reagieren und frisches Material nachschieben. Wenn also, wie am Mittwoch nach einem starken Dax-Anstieg alle hochgehebelten Shorts ihr Leben ausgehaucht haben, dann wollen die Trinkhauser auch intraday neue Short-Produkte nachlegen. Bei den HSBC-Intraday-Emissionen handelt es sich allerdings um sogenannte X-Turbos, die sich anders als die Goldman-Produkte nicht auf den Dax, sondern auf den X-Dax beziehen. Konsequenz ist, dass diese Papiere während der deutlich längeren Berechnungszeit des X-Dax – von 8 bis 22 Uhr - ausgeknockt werden können. Die angepeilten Hebel sind dabei noch um ein vielfaches höher als bei Goldman Sachs und liegen bei den heute früh eingestellten Produkten bei bis zu einem 60-fachen (Long, Basis: 3800, WKN: TB2VNN).
Nicht minder spektakulär ist auch die Short-Version mit Basis bei 3925 X-Dax-Punkten (WKN: TB2VNP), wobei aber auch hier keine Gewähr gegeben werden kann, dass der Turbo noch lebt, wenn dieser Beitrag das Licht der Investmentecke erblickt…
Ralf Andreß
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