Beispiel:
"Durch die bekanntgegebene Insolvenz von Prokon könnten rund 75.000 Menschen ihre Anlagevermögen verlieren." 1.) DIe haben nicht die Insolvenz bekannt gegeben, sondern einen Antrag mit dem Ziel gestellt zu überprüfen, OB eine Insolvenz vorliegt. So was nennt man "Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens". "Insolvenz" und ein solcher Antrag sind zwei völlig verschiendene Rechtszustände. 2.) Selbst im Falle einer Insolvenz ist es unwahrscheinlich, dass wir unser komplettes Anlagevermögen verlieren. Warum, ist mohl mittlerweile hinlänglich bekannt. Dass es aber prinzipiell passieren könnte ist wohl allseits bekannt. Daher steht im Prospekt ja auch "theoretische Möglichkeit des Teil- oder Totalverlustes". Und genau deswegen investiert man ja auch immer nur einen Teil von dem was man zum investieren frei hat. Dann gibt´s auch keinen Grund zum heulen.
"Die meisten von ihnen haben den Rendite- und Ökologie-Versprechen von Prokon-Chef Carsten Rodbertus blind vertraut - trotz zahlreicher Warnungen von Verbraucherschützern und Behörden." 1.) Wer "blind" vertraut hat keine Risikokompetenz. 2.) So sehr wie die die Risiken gebetsmühlenartig heruntergebetet haben, ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass hier eine signifikante Anzahl "blind" angelegt haben. Wenn man die auf die Chancen angesprochen hat, haben die als erstes erstmal das Risikopotenzial aufgelistet. Nicht unbedingt verkaufsfördernd, aber zumindest kann keiner behaupten nichts von Risiken gewusst zu haben. 3.) Die "Warnungen" und das hat wohl jeder gesehen, der sich ein wenig auskennt, waren völliger Blödsinn. Fachlich wurden die mehrfach, recht leicht auch für Laien nachvollziehbar, wiederlegt. Jetzt mit dem Sprüchlein "wir haben ja schon immer gewarnt" zu kommen, wirkt ein wenig wie ein noch immer nicht aufgegebener, verzweifelter Versuch als Trittbrettfahrer auf die Thematik aufzuspringen.
"Prokon versprach seinen Anlegern ökologisch korrekte Investitionen in Windkraft und Traumrenditen von mindestens sechs Prozent bei völliger Abwesenheit von Risiken." Ganz genau DAS ("bei völliger Abwesenheit von Risiken") haben die nie versprochen. Ganz im Gegenteil sogar. Wer das behauptet, entlarvt sich selber als vollständig themenfremd. Sollte da auf das Urteil vom OLG angespielt werden, so wäre es empfehlenswert gewesen, das auch mal zu lesen. Da stand nämlich was anderes drin, als der ein oder andre Journalist so sich ausgedacht hatte. Und dass die Zinsen liquiditätsabhängig sind steht an jeder Ecke von deren Unterlagen. Zumeindet für die, die sich nicht haben beraten lassen.
Mit "pudelkernforschung" hat sich dieser Autor also nicht gerade einen Namen gemacht. ----------- Bild dir eine eigene Meinung. Schalte dich nicht mit anderen gleich! |