warum ich die Grenzausgleichssteuer nicht für völlig abwegig halte: Es ist nicht der Außenhandelseffekt, weil der wirklich schwer auszumachen ist. Auch wenn das das eigentliche Ziel von Trump ist: es dürften sich die gegenläufigen Effekte wahrscheinlich zmindest annähernd ausgleichen. Aber da die Effekte unterschiedliche Zeiten haben, könnte es zunächst mal dazu führen, dass sich das Defizit der USA im Außenhandel kurzfristig senkt. Das könnte Trump sich natürlich triumphal, wie es seine Art ist, als Riesenerfolg auf die Fahnen schreiben. Aber darum gehts ja nicht, ob ein etwas wirrer Heinz einen Selbstbefriedungsabgang erzielt.
Der m.E. positive Effekt: Wiederum das Beispiel Apple: Wenn Apple seine Produkte in China billig herstellt, sagen wir für 100 Dollar, und diese bis zum Import in den USA auf 500 Dollar hochpreist und den Gewinn quasi auf dem Weg in die USA (500-100=400) steuergünstig sonstwo wegbunkert, dann sind die importierten, gewinnmindernden Vorkosten = 500 Dollar. 100 Dollar Vertriebskosten drauf, 10 Dollar Gewinn drauf, Verkauf in den USA für 610 Dollar. In den USA werden also auf 10 Dollar Gewinnsteuer (35%) fällig. Bei einem globalen Gewinn von 410 Dollar. Heißt: 3,50 Steuer auf 410 Gewinn. Der Restgewinn schimmelt irgendwo auf den Cayman oder sonstwo fast steuerfrei vor sich hin.
Die Grenzausgleichssteuer besagt: der Importpreis kann nicht gewinnmindernd abgesetzt werden. Also völlig egal, ob zu 100 opder 500 Dollar importiert wird: nicht gewinnabzugsfähig. Auf die 610 Dollar VK-Preis fallen dann nach Abzug der Kosten innerhalb der USA eben jene 410 Dollar Gewinn an. Dafür wird die Gewinnsteuer (Körperschaftssteuer, und zwar für alle) nicht mit 35% sondern mit 20% angesetzt. Heißt: 8,20 Steuer auf jedes verkaufte Teil, die allein den USA zugute kommt. Exporteure profitieren, wie alle inländischen Gewerbetreibenden wiederum von der allgemeinen Absenkung der Körperschaftssteuer auf 20%.
Das ist der Plan. Und ich finde: ganz falsch ist das nicht! ----------- Alles ist relativ. |