Gläserne Halbleiter. Schon die Erstnotiz der Plan Optik AG aus Elsoff im Westerwald zeugte von wenig Kapitalmarktkenntnis: Die Zeichnungsaufträge wurden 2005 kurz vor Weihnachten gesammelt, das Listing im Entry Standard der Deutschen Börse erfolgte gar am 29. Dezember, als die Großanleger ihre Bücher geschlossen hatten. Auch später wurde die Börse mit den Westerwäldern nie richtig warm. Zwar verdoppelte sich im ersten Jahr der Kurs. Doch als die Gewinne plötzlich stagnierten, fiel er rasant. Bis 2009 verlor die Aktie 90 Prozent.
Vielleicht lag es daran, dass Plan Optik nie richtig erklärt hat, warum das Unternehmen von der Herstellung optischer Linsen auf Halbleiter aus Glas wechselte – und wofür die eigentlich gut sind. Immerhin legte der Umsatz im ersten Halbjahr 2010 um 68 Prozent auf 2,8 Millionen Euro zu. Das Unternehmen wies statt des Vorjahresverlusts von knapp 491 000 Euro nun 103 000 Euro Gewinn aus.
Doch was ist der Auslöser? Vielleicht die „klar umrissene Wachstumsstrategie“, von der die Website kündet? „Wir haben hart gearbeitet, jetzt zahlt sich das aus“, erklärt die Investor-Relations-Managerin am Telefon. Ah ja. Erst auf mehrmaliges Nachfragen rückt sie mit Referenzkunden heraus – und die sind durchaus klangvoll: der US-Konzern Honeywell etwa oder Osram, das die Glasbauteile für LED-Lampen in Autoscheinwerfern benötigt. Infineon schneidet aus den Glaswafern spezielle Chips für Reifendrucksensoren. Davon werden demnächst Millionen benötigt, denn in den USA sind die Sensoren in Neuwagen Pflicht. Womöglich sitzt man im Westerwald auf einer Goldmine – warum sagen sie das nicht? |