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"Eindrucksvolle, ausnahmslos positive Presseberichte" "Das war ausschließlich die Zuständigkeit von Olaf Glaeseker", sagte der heutige niedersächsische Regierungssprecher Franz Rainer Enste dem "Stern" auf Fragen zu dem Nord-Süd-Dialog. Der damalige Ministerpräsident Christian Wulff war sowohl Teilnehmer wie Schirmherr der Veranstaltung. Er dankte in einer Rede im Dezember 2009 auch dem Veranstalter. Schmidt gelte, erklärte Wulff damals, als "sozusagen das Gesicht für guten Gastgeber in Deutschland". Brauchen wir das Amt des Bundespräsidenten?
Über die offizielle Website der Staatskanzlei lief überdies eine dreistündige Live-Fernsehübertragung des Events, die das Regionalprogramm von Sat1 produziert hatte. Unter den Sponsoren des Nord-Süd-Dialogs waren der damals noch von ihrem Gründer Carsten Maschmeyer mitgeführte Finanzvertrieb AWD, die Fluggesellschaft Air Berlin sowie VW und Porsche. Regelmäßiger Höhepunkt der Nord-Süd-Dialoge, die von 2007 bis 2009 stattfanden, war ein von AWD gesponsertes Tischfußballturnier, an dem Wulff, dessen Frau und Maschmeyer teilnahmen. Seit 2010 - unter dem neuen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) - fand der Nord-Süd-Dialog nicht mehr statt. "Diese Vermischung von Politik, Wirtschaft und Sport wollen wir nicht", sagt McAllisters Sprecher Enste heute. Der damalige Chef der niedersächsischen Staatskanzlei, Lothar Hagebölling, hatte noch am 14. April 2010 in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Heiner Bartling betont, dass es sich bei der VIP-Party "um eine Privatveranstaltung" handele. Hagebölling, der heute unter Wulff Chef des Bundespräsidialamtes ist, lobte gleichzeitig das Veranstaltungskonzept von Schmidt. Es lägen "eindrucksvolle, ausnahmslos positive Presseberichte vor". Für Wulff war es daher jetzt offenkundig wichtig, rasch Abstand zwischen sich und seinem bisherigen Sprecher zu schaffen. In der Vergangenheit soll er über sich und Glaeseker schon mal gesagt haben: "Wir sind wie siamesische Zwillinge." Das Präsidialamt hat bislang offen gelassen, ob Wulff selbst schon früher von den Gratiseinladungen für Glaeseker und für seine Ex-Frau Christiane wusste. Entsprechende Fragen des Stern ließ Wulff bis zum heutigen Freitagmittag unbeantwortet. |