Das könnte vor allem Folgen für das Verhältnis zu China haben. Trump ist mit der festen Absicht ins Amt gekommen, einen Handelskrieg gegen Peking zu führen. Der Präsident vertritt seit Jahrzehnten die Überzeugung, dass China die USA wirtschaftlich ausnutzt - gar "vergewaltigt", wie er einmal gesagt hat - und den Amerikanern die Arbeitsplätze stiehlt. Seinen Gegenangriff hat Trump als Präsident jedoch zunächst verschoben, weil er Pekings Hilfe bei dem Versuch brauchte, Nordkoreas Diktator Kim Jong-un in Schach zu halten. Doch inzwischen bezweifelt Trump, dass China wirklich helfen will. Über Weihnachten warf er Peking vor, auf illegalen Wegen Öl an Nordkorea zu verkaufen. Insofern fällt aus Trumps Sicht der Grund weg, freundlich zu China zu sein. Es wäre daher nicht verwunderlich, wenn Trump in den kommenden Monaten tatsächlich jene hohen Importzölle für bestimmte Güter aus China verfügt, die er im Wahlkampf stets versprochen hat und nach denen er in Planungsrunden im Weißen Haus offenbar immer wieder ungeduldig fragt.
Zugleich ist durchaus denkbar, dass Trumps instinktiver Drang, militärisch gegen Nordkorea vorzugehen, die Oberhand gewinnt, wenn sein Vertrauen in Chinas Hilfsbereitschaft sinkt. Bisher hat der US-Präsident sich mit harschen Drohungen und Diplomatie begnügt. Unter Washingtoner Beobachtern hält sich jedoch hartnäckig die Einschätzung, dass Trump am Ende einen Krieg nicht scheuen wird. Der ehemalige amerikanische Generalstabschef, Mike Mullen, warnte vor einigen Tagen, die USA seien näher an einem Atomkrieg mit Nordkorea "als jemals zuvor". Er jedenfalls könne schlicht keine diplomatische Lösung der Krise erkennen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/...lken-ueber-washington-1.3811631
Desshalb wohl auch Trumps EO zu den kritischen Mineralien. Dann man los, rann an Ashram,-) |