Heute im SPON:
... Neben dem Preisdruck sind für die Druckereien insbesondere die angespannten Lieferketten ein Problem. »Nicht alle Käufer«, so der BDZV, würden »die vereinbarten Mengen erhalten.« Dabei produzieren viele Druckereien nicht nur Zeitungen von der Maschine direkt in die Lkw. Sie sind meist auch von kurzfristigen Lieferungen abhängig, große Papierlager haben nur wenige: Die Rollen sind tonnenschwer und brauchen viel Platz. Allein bei Kaufmann in Lahr gehen jeden Tag rund 200 Tonnen etwa zehn Lkw voll durch die Maschinen.
Ein bislang fast immer kurzfristig verfügbares und oft auch günstiges Alltagsprodukt ist plötzlich Mangelware. Die Druckereien fühlen sich den oft weltweit agierenden Papierkonzernen ausgeliefert. Während die sich ihre Kunden aussuchen können, klagen viele Drucker, dass sie ihre Preise nur schlecht kalkulieren können. Dabei würden die Verträge für 2022 jetzt gemacht. Kaufmann sagt: »Gedrucktes wird teurer werden, da führt gar kein Weg dran vorbei.«
Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) nennt die Lage besorgniserregend. Das nach dem Corona-Einbruch gerade erst wieder anlaufende Geschäft mit Zeitschriften, Katalogen und anderen Druckerzeugnissen sei bedroht. Hauptgeschäftsführer Paul Albert Deimel warnte im Juli bereits, dass »Einzelaufträge abgelehnt werden müssen«.
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