Bei den TTIP-Verhandlungen spielen die Menschenrechte hingegen überhaupt keine Rolle, vielmehr geht es einzig und allein darum, weltweit Marktvorteile für die jeweils eigenen wettbewerbsfähigsten Bereiche zu schaffen. Mit dem Anspruch, einseitige globale TTIP-Standards zu setzen, „bevor es die Chinesen tun“, die langfristig auch für den „Rest der Welt“ gelten sollen, fallen die EU und die Bundesrepublik in die überholte Entwicklungshilfepolitik der 1970er Jahre zurück. Damals wurden die Interessen der Geberländer in der Regel überbewertet und die tatsächlichen Bedürfnisse der Empfänger ausgeblendet. Diese Herangehensweise widerspricht den partnerschaftlichen Ansätzen, die in der Entwicklungszusammenarbeit inzwischen selbstverständlich sind. Nichtsdestotrotz versuchen uns die Verhandlungsführer in Brüssel und Washington nach wie vor weiszumachen, dass sich das ehemals hässliche Entlein TTIP doch noch in einen wunderschönen Schwan verwandeln wird, der auch den Entwicklungs- und Schwellenländern Vorteile bringt. So etwas passiert allerdings nur im Märchen – nicht aber in der aktuellen internationalen Handelspolitik.
Quelle: Die EU muss sich an ihren eigenen Maßstäben messen lassen
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