Schon wahr. Mit Nachdruck verweist darauf anfänglich der am 12. November veröffentlichte E-Mail-Wechsel von Iris Radisch und Volker Weidermann*, auf den sich dein Posting bezog. Daraus ein Zitat: "Liebe Iris, ja, was für Briefe! So viele Jahre nach dem Tod der beiden, so viele Jahre, nachdem ihr Werk für immer abgeschlossen vor uns liegt. Es ist wirklich ein neues, literarisches Werk der beiden. Und ihr erstes und einziges gemeinsames. Klar hatte auch ich viele Momente der Scham beim Lesen und das Gefühl unerlaubten Schauens in die privaten, intimen Abgründe der beiden. Vor allem auch deswegen, weil sie ja beide immer wieder eine spätere Publikation ihrer Briefe ausdrücklich verbieten. Und doch schreiben sie von Anfang an wie für ein Publikum. Man hat das Gefühl, sie können gar nicht anders. Denn beiden ist die Verwandlung von Leben in Literatur programmatisch gewesen, von Anfang an. Sobald sie schreiben, inszenieren sie sich. Schreiben sich in eine Rolle hinein. Sie "probieren Geschichten an wie Kleider", wie es Frisch in seinen, in diesen Jahren entstehenden Roman Mein Name sei Gantenbein hineinschreibt." *https://www.zeit.de/kultur/literatur/2022-11/...x-frisch-briefwechsel |